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Rätselhaftes Elefantensterben "Direkt aufs Gesicht gefallen": Über 350 tote Elefanten in Botswana

Elefantensterben: Toter Elefant
© Miroslav Ludma / Shutterstock
In Botswana wird derzeit ein rätselhaftes Elefantensterben beobachtet: Bereits über 350 Tiere sind verendet – doch keiner weiß, wieso die Elefanten sterben.

Sie lahmen, taumeln, laufen im Kreis. Dann fallen sie um. So plötzlich, dass sie direkt auf ihr Gesicht stürzen. Das sind die Beobachtungen, die Tierschützer der Organisation "Elephants without Borders" in ihrem Bericht festhielten, den sie nun mehreren Medien zuspielten. Demnach seien seit Mai 2020 bereits mehr als 350 Elefanten verendet, wie unter anderem der Spiegel und die Tagesschau berichten.

In Botswana wird derzeit ein massives Elefantensterben verzeichnet – das Regierung und Tierschützer vor ein Rätsel stellt. Innerhalb weniger Wochen wurden immer wieder Kadaver von Elefanten im Okavango-Delta gefunden. Nicht nur die hohe Anzahl, auch die Umstände lassen Forscher aufhorchen. Unabhängig von Geschlecht und Alter scheinen die Tiere einfach plötzlich umzufallen.

Auch die lebenden Elefanten, die Tierschützer beobachten konnten, seien deutlich angeschlagen, desorientiert und verwirrt gesehen worden. "Wir haben einen Elefanten beobachtet, der im Kreis herumlief und es auch trotz der Hilfe anderer Tiere aus seiner Herde nicht schaffte, die Richtung zu wechseln", soll EWB-Chef Michael Case in dem Bericht schreiben. Dies könnte auf eine Erkrankung des Nervensystems hindeuten. Ein Großteil der Elefanten habe sich nahe von Wasserlöchern aufgehalten, ob diese vergiftet waren, ist jedoch noch unklar, vor allem, da keinerlei andere Tierkadaver gefunden wurden.

Gründe für das Elefantensterben ungeklärt

Die fehlende Ursache bereitet Fachleuten Sorgen. Wilderei könne aufgrund vorhandener Stoßzähne ausgeschlossen werden, ebenso gängige Todesursachen wie ein Milzbrand und eine Zyankali-Vergiftung. Bisher sollen nur Elefanten, nicht aber ihre Aasfresser betroffen sein. Daher besteht der Verdacht, es könne eine unbekannte Seuche hinter dem Massensterben stecken.

"The Guardian" gegenüber zeigt sich der Chef der britischen Organisation "National Park Rescue" alarmiert: "Das ist ein Massensterben auf einem Level, das es sehr, sehr lange Zeit nicht gegeben hat", warnt Dr. Niall McCann. "Wenn man sich die Kadaver ansieht, sind einige der Elefanten direkt aufs Gesicht gefallen", berichtet dieser weiter. Es gäbe keinerlei Hinweis auf eine natürliche Ursache für die hohe Todeszahl der Elefanten. 

Proben der Kadaver sollen nun zur Analyse eingeschickt worden sein, wie SWR3 berichtet. Auch ein Zusammenhang mit der Corona-Pandemie soll untersucht werden. 

verwendete Quellen: The Guardian, Der Spiegel, Tagesschau.de, SWR3, Tagesspiegel, Elephants without Borders


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