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Energiekrise Sollen wir dieses Jahr wirklich auf die Weihnachtsbeleuchtung verzichten?

Weihnachtsbeleuchtung
© Kavalenkava
Ist es notwendig, wegen der Energiekrise auf die diesjährige Festbeleuchtung zu verzichten? Das fordert zumindest die Deutsche Umwelthilfe.

Kommen wir auch ohne Festbeleuchtung in Weihnachtsstimmung, oder brauchen wir das Funkeln in unseren Städten und Wohnzimmern, damit uns im kalten Dezember warm ums Herz wird?  

Diese Frage stellt sich spätestens, seit die Deutsche Umwelthilfe einen Verzicht auf die Weihnachtsbeleuchtung fordert – sowohl im öffentlichen Raum, als auch in Privathaushalten. Pro Gemeinde solle nach Meinung der Umweltschützer:innen lediglich ein Baum beleuchtet werden.

Verzicht sollte "selbstverständlich sein"

Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "In diesem Winter sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass sowohl auf die Weihnachtsbeleuchtung in Städten, wie auch die der Häuser und Wohnungen verzichtet wird." Resch beziffert den Stromverbrauch in Privathaushalten so:

Allein die privaten Beleuchtungsorgien verursachen pro Jahr einen Stromverbrauch von über 600 Millionen Kilowattstunden Strom – so viel wie eine mittlere Großstadt mit 400.000 Einwohnern im Jahr verbraucht.

Um eine Notsituation bei der Energieversorgung im Winter zu vermeiden, hatte die Bundesregierung bereits zum 1. September verschiedene Energiesparmaßnahmen in Kraft gesetzt: Ladentüren dürfen nicht mehr dauerhaft offenstehen, Leuchtreklamen müssen ab 22 Uhr erlöschen, Denkmäler dürfen nicht angestrahlt und öffentliche Gebäude nur noch bis maximal 19 Grad Celsius beheizt werden. Zum Oktober sind weitere Sparmaßnahmen geplant, die technische Energiesparmaßnahmen bei Gebäuden und Unternehmen betreffen. "Jede eingesparte Kilowattstunde, egal ob von öffentlichen Einrichtungen, von Bürgerinnen und Bürgern oder von der Wirtschaft, hilft gegen die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen", so die Bundesregierung.

Ein besonderes Weihnachten

Auch wenn der Vorstoß der Umweltschützer:innen die Gemüter ähnlich erhitzen wird wie der Stromverbrauch des Münchner Oktoberfests, spricht tatsächlich einiges dafür, die Festbeleuchtungspläne in diesem Jahr akribisch zu hinterfragen: Brauche ich wirklich die zehn LED-Schneemänner im Garten, oder sind die Kerzen auf der Fensterbank nicht nur stimmungsvoller, sondern auch sinnvoller, falls es doch zum Blackout kommt? Oder brauche ich in diesem verunsichernden Jahr nicht doch den ganzen Glanz, den meine Weihnachtskiste hergibt – und noch was oben drauf?  

Nicht nur Energiekrise und Klimawandel erfordern unser rationales Handeln in einer emotionalen Zeit. Auch die Ukrainer:innen verdienen unsere Solidarität, für die das diesjährige "Fest der Liebe" ein leidvolles Kriegsweihnachten werden wird, wenn nicht ein Wunder geschieht. Jürgen Resch formulierte es so: "Hier bewusst zu verzichten, zu sparen und solidarisch zu sein, das könnte diese Weihnachtszeit sogar zu einer ganz besonderen machen."

Brigitte

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