Sarah Connor hat syrische Flüchtlinge aufgenommen

Ein Zeichen setzen, Trost und Wärme spenden: Seit einem Monat leben im Haus von Popsängerin Sarah Connor eine syrische Frau und ihre fünf Kinder.

Eigentlich wollte Sarah Connor gar nicht öffentlich über ihre neuen Mitbewohner sprechen. Doch weil ihr die Boulevardmedien zuvorgekommen waren, äußert sich die Popsängerin nun doch selbst über den Zuwachs in ihrem Haus, um Spekulationen zu vermeiden. Vor rund einem Monat sei eine 39-jährige Frau aus dem syrischen Aleppo mit ihren fünf Kindern in die Einliegerwohnung in Connors Haus gezogen.

In einem Text in der Wochenzeitung "Die Zeit" schreibt Sarah Connor, selbst dreifache Mutter: "Ich maße mir nicht an, ein Vorbild zu sein. Ich kann verstehen, dass nicht jeder Flüchtlinge bei sich aufnehmen kann oder will. Aber was sich jeder erlauben kann, ist, ein bisschen Wärme, Nähe, Trost und Liebe zu spenden, ohne sich fürchten zu müssen."

Die grausamen Kriegsbilder aus Syrien verfolgen Connor schon seit drei Jahren. Damals sei sie bei Recherchen für einen Song auf You-Tube-Videos gestoßen. Daraufhin habe sie dem Jugendamt angeboten, eine Familie bei sich in Berlin aufzunehmen. Keine halbe Stunde später klingelte das Telefon. Ihr Mann und Manager, Florian Fischer, sei erst skeptisch gewesen, habe dann aber eingewilligt.

Seit mehr als vier Wochen lebt nun die syrische Frau mit einem Säugling, zwei Mädchen im Alter von zwei und vier Jahren sowie zwei elf und 20 Jahre alten Söhnen bei ihnen. "Wir reden mit Händen und Füßen, mit Wörterbüchern und mithilfe einer Übersetzungs-App", erzählt Connor. Der älteste Sohn helfe bei der Gartenarbeit, die Mutter koche arabisches Essen für alle. Nach vielen Behördengängen haben die Mädchen nun Kitaplätze, der Elfjährige geht in die Schule.

"Manchmal kommen die Dämonen des Krieges zurück", schreibt Connor. "Wenn es dunkel wird, wenn eine Tür laut knallt oder ein Flugzeug besonders tief über unseren Garten fliegt, sind sie da." Der Familienvater wurde von Granatsplittern schwer verletzt; er befindet sich in einem Flüchtlingslager in der Türkei.

"Ich habe keine Ahnung, wie und ob unser Land diese Herausforderung meistern wird", so Connor. Eine politische Lösung habe auch sie nicht. Und ja, auch sie sei besorgt. "Aber ich kann nicht so tun, als wüsste ich nicht von dem Leid der Menschen, die hier Zuflucht suchen", schreibt sie.

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