Eine Braut erzählt: So fühlt es sich an, vor dem Altar stehen gelassen zu werden

Es sollte der schönste Tag in ihrem Leben werden. Voller Erwartung blickte sie ihrer eigenen Hochzeit entgegen. Doch ihr Traum sollte jäh zerplatzen …

Diese unglaubliche Geschichte lässt sich auf der amerikanischen Plattform "Love what matters" lesen, auf der die verschiedensten Leute ihre Geschichten zum Thema Liebe erzählen. Diese Frau aus Houston, Texas möchte lieber anonym bleiben – und schildert, wie sie am vermeintlich schönsten Tag ihres Lebens den blanken Horror erlebt hat. 

Es war an einem Tag im Frühling

 Es war ein Tag am Frühlingsanfang. Ich stand dort mit meinen glitzernden Pumps, meinem wunderschönen Schleier und einem weißen Kleid. Ich fühlte mich wie eine Prinzessin, nichtsahnend, dass mein Leben, statt zu einem Märchen zu werden, zusammenbrechen würde.

So beginnt die unglaubliche und schmerzhafte Geschichte. Die Braut erinnert sich, dass sie an jenem Tag nervös gewesen sei. "Nicht das ungute Gefühl, sondern diese aufregende Nervosität, bei der man nicht aufhören kann von einem Ohr bis zum anderen zu grinsen." 

Ein perfekter Neuanfang 

Ich war sowas von bereit, die berühmten Worte zu hören, die eine Ehe beschließen. Worte, die das perfekte Ende eines vorherigen Kapitels unseres Lebens, wie auch ein perfekter Neuanfang für das nächste Kapitel gewesen wären – als Mann und Frau. Wie sich herausstellte, sollte ich diese Worte nie zu hören bekommen.

Zerreißende Worte

Stattdessen bekam die Braut die schlimmsten Worte in ihrem Leben zu hören: "Ich kann einfach nicht“, sagte der Bräutigam. Ohne ihr in die Augen zu schauen, halb im Gehen. Bevor sie realisierte, was passiert ist, sei er weg gewesen. "Ich schaute in ein verschwommenes Meer von Gesichtern, die mich alle anstarrten."

"Was hat er gerade gesagt?" – eine rhetorische Frage, die der Priester zu beantworten versuchte, die Braut habe ihm aber mit einer Handbewegung angedeutet, nichts zu sagen. "Ich presste die Augen zusammen und öffnete sie wieder. Aber nein, das war kein Traum.“

Nach der unheimlichen Stille

Erst die Mutter der Braut habe die Stille durchbrochen. "OH ICH WERDE IHN UMBRINGEN", habe sie geschrien, während der Sohn der Braut mit angstvollem Gesicht zur Mutter getapst sei. Als habe er den Schmerz seiner Mutter gespürt.

Nun sei auch die Menge wach geworden. "'Einer muss ihm hinterhergehen', rief einer der Gäste. Ich schrie fast augenblicklich 'NEIN' zurück. Meine Mutter und meine Schwester knieten sich zu mir und heulte wie ein Baby in ihren Armen. Mein Make-up war ruiniert, mein perfekter Hochzeitstag war ruiniert und mein Herz auch."

"Ich suchte nach seinen Sachen, aber eigentlich suchte ich ihn"

Danach sei die Braut ein paar Tage zu ihrer Schwester gegangen, während ihre Eltern sich um ihr Baby gekümmert hätten. Als sie zu Hause ankam, seien all die Sachen ihres Ex-Verlobten verschwunden gewesen. "Ich suchte nach seinen Sachen, aber eigentlich suchte ich ihn", gibt sie ihn ihrem Text zu.

"Ich wollte wissen, wer sie ist"

Eine Woche später habe ihre Schwester eine SMS bekommen, in der sich der Mann entschuldigte, dass er nicht der Richtige gewesen sei. Die Braut wisse jedoch nicht, was ihre Schwester geantwortet habe. „Ich wollte es einfach nicht wissen. Ich wollte nur wissen, wer sie ist. Der Grund, warum mein Herz auseinandergerissen wurde", schreibt sie weiter.  

Sehr bedauerlich für mein Herz war, dass ich es auf die harte Tour erfahren musste. Jep, durch Facebook. Drei Monate, eine Woche und vier Tage später ploppte ein neuer Beziehungsstatus in meinem Feed auf. Man könnte meinen, er hätte mich ja wenigstens blockieren können oder ich ihn wenigstens aus meiner Liste entfernen können, anstatt auf seinem Profil zu stalken. Aber wer kann mir das schon verübeln?

Das schlimmste daran

Die Frau bedauere nun, da zwei Jahre vergangen seien, nicht mehr, dass sie am Altar stehen gelassen wurde. "Was immer noch am meisten schmerzt, ist, dass er dieses kleine Leben verlassen hat, mit dem wir gesegnet waren. Mein Herz wird irgendwann wieder heilen, aber wie kann ein Kind den Verlust seines Vaters verkraften? Vor allem, wenn dieser noch auf der Erde herumläuft?" 

Später schreibt sie, dass sie ihrem Kind erzählt habe, dass Daddy im Himmel sei und sie hoffe, dass ihr Ex niemals Ansprüche auf ihren kleinen Sohn erhebe. 

Wieder bereit zu daten 

Nun sei die Frau wieder bereit jemanden kennenzulernen, da ihr Sohn es verdient habe, mit einer Vaterfigur aufzuwachsen und sie auch wieder ihr Herz ein Stück weit öffnen könne. 

Ich weigere mich, die Frau zu sein, die vor dem Altar stehen gelassen wurde. Die alleinerziehende Mutter, die sitzengelassen wurde. Ich erkämpfe mir langsam mein Leben zurück. Jeden Tag rufe ich mir in den Kopf, dass ich die starke Frau bin, die den größten Liebeskummer überlebt hat. Die es durchgestanden hat, obwohl sie dachte, sie könnte es nicht. Die Kämpferin, die voller Liebe ist. Eine Frau, die ihre Geschichte neu schreibt.

Die vollständige Geschichte der verlassenen Braut kann unter “Love What Matters” nachgelesen werden. 

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