Essener Tafel nimmt nur noch Deutsche auf - das sagt Merkel

Diese Entscheidung sorgt für Diskussionen: Die Essener Tafel nimmt vorerst nur noch Deutsche auf - jetzt schaltet sich Kanzlerin Angela Merkel ein.

Merkel äußert sich zur Tafel
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"Da sollte man nicht solche Kategorisierungen vornehmen. Das ist nicht gut." - mit klaren Worten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Entscheidung der Essener Tafel kommentiert, vorerst nur noch Deutsche aufzunehmen.

Seit Anfang des Jahres hatte der Bedürftigen-Verein seine neuen Regeln durchgesetzt und damit in ganz Deutschland für Diskussionen gesorgt. Die Tafel rettet Essen, das von Restaurants und Supermärkten entsorgt werden müsste und leitet es an Bedürftige weiter, die Hartz IV, Grundsicherung oder Wohngeld beziehen.

Die Mission der Tafeln in Deutschland ist es eigentlich, allen Menschen zu helfen, die Hilfe brauchen. Doch die Essener Tafel hat nun im Januar einen Aufnahmestopp für Ausländer verhängt.

Die Essener Tafel


Warum dürfen sich Ausländer nicht mehr in der Essener Tafel anmelden?

Begründet wird der radikale Schritt damit, dass der Anteil an Migranten bei der Tafel Essen zu hoch geworden sei. Auf ihrer Website schreibt die Essener Tafel:

Da aufgrund der Flüchtlingszunahme in den letzten Jahren der Anteil ausländischer Mitbürger bei unseren Kunden auf 75% angestiegen ist, sehen wir uns gezwungen, um eine vernünftige Integration zu gewährleisten, zurzeit nur Kunden mit deutschem Personalausweis aufzunehmen.

Jörg Sator, Chef der Essener Tafel, erklärt, er wolle auch weiterhin die "deutsche Oma" bei der Tafel versorgen. Die Flüchtlingskrise und der damit einhergehende hohe Migrantenanteil habe diese Art von "Kundschaft" allerdings teilweise vergrault. In einem Interview sagte Sartor: "Wenn wir morgens die Tür aufgeschlossen haben, gab es Geschubse und Gedrängel ohne Rücksicht auf die Oma in der Schlange."

Tafel-Betreiber wendet sich an Öffentlichkeit


Die Entscheidung, keine Ausländer mehr aufzunehmen, hat deutschlandweit Diskussionen ausgelöst. Politiker und Chefs anderer Tafeln kritisierten den Schritt - Betreiber Sator wiederum setzte sich gegen die Kritik zur Wehr.

Die Kontroverse ging soweit, dass die Räume und Fahrzeuge der Tafel mit Graffiti besprüht wurden und die Betreiber als "Nazis" beschimpft worden sind.

Zuletzt meldete sich nun Bundeskanzlerin Merkel zu Wort. Sie kritisierte in einem RTL-Interview zwar das Vorgehen, sagte aber auch, dass dieser Fall zeige, dass es noch Probleme gäbe. Merkel: "Deshalb hoffe ich, dass man da auch gute Lösungen findet."


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