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Weitere Schutzmaßnahmen Facebook will härter gegen Onlinemobbing vorgehen

Onlinemobbing betrifft heutzutage sehr viele Menschen.
Onlinemobbing betrifft heutzutage sehr viele Menschen.
© Daisy Daisy / Shutterstock
Nachdem die Kritik am Mega-Konzern Facebook immer lauter wurde, häufen sich mittlerweile die Ideen für neue Konzepte, die dem Schutz der Nutzer:innen dienen sollen. Jetzt wollen sie die Richtlinien im Kampf gegen Onlinemobbing verschärfen.

Der Ton in den sozialen Medien wird immer rauer – ob bei Politikthemen oder Hundeerziehung: Nutzer:innen auf Facebook, Instagram und Co. müssen sich heutzutage darauf einstellen, dass eine Welle der Empörung über ihnen brechen kann.

Facebook, Instagram und Co.: Der Ton wird immer aggressiver 

Es kommt nicht selten vor, dass Influencer:innen sich besorgt zeigen, angesichts des hohen Aggressionspotenzials, das hinter einigen Kommentaren und Nachrichten steckt. Ihnen wird das Wort verboten, im Munde herumgedreht, sie werden beleidigt, beschimpft und das alles unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung. Von einer gewissen Netiquette ist schon längst keine Spur mehr.

Das jüngste Beispiel ist ein aktueller Post von Louisa Dellert, die vor allem als Politik- und Nachhaltigkeits-Influencerin bekannt ist. Sie stellte klar: So kann es nicht weiter gehen. Sie sei immer verunsicherter, wenn sie Instagram öffne. Über welche Themen "dürfe" sie noch sprechen, ohne einen Shitstorm zu riskieren? Die Konsequenz: Zu einigen Themen wird sie sie sich nicht mehr äußern und ihnen somit weder eine Plattform noch Reichweite geben. Absolut richtig und nachvollziehbar mit Blick auf den Schutz der eigenen Persönlichkeit aber war das tatsächlich das Ziel hinter all dieser Kritik?

Facebook will schärfer gegen Onlinemobbing vorgehen

Facebook will dem Onlinemobbing jetzt den Kampf ansagen. Das in der kritikstehende Onlineunternehmen wird nach eigenen Angaben die Richtlinien verschärfen. So sollen besonders gefährdete Nutzer:innen wie Opfer von Gewalt oder Regierungskritiker:innen von "Massenmobbing und Einschüchterung" durch koordiniertes Vorgehen anderer Nutzer:innen geschützt werden.

Die Einschüchterungsstrategien sollen nach Angaben des Konzerns auch dann unterbunden werden, wenn die Inhalte an sich nicht gegen die Facebook-Richtlinien verstoßen. So möchte der Online-Riese auch den Schutz von bekannten Nutzer:innen wie Politiker;innen, Prominenten und Kunstschaffenden verbessern.

Facebook wird Inhalte mit "erniedrigenden oder sexualisierten" Inhalten löschen

Inhalte mit "erniedrigenden oder sexualisierten" Attacken sollen gelöscht werden. Beispiele sollen Fotos herausgefiltert werden, die mit Programmen wie Photoshop bearbeitet und mit sexuellen Botschaften oder abschätzigen Bemerkungen versehen wurden.

Der Schutz solle auch für jene gelten, die nicht willentlich in der Öffentlichkeit stehen, wie etwa Aktivist:innen oder Journalist:innen. In solchen Fällen seien häufig Frauen, PoC und Mitglieder der queeren Community von Mobbing betroffen.

Facebook steht derzeit scharf in der Kritik

Nach den Enthüllungen der Whistleblowerin Fances Haugen steht das Unternehmen unter Zugzwang. Erst vor wenigen Tagen stellten sie neue Funktionen vor, die junge Menschen von einem hohen Medienkonsum und schlechten Inhalten schützen sollen. Wann diese neuen Funktionen erscheinen, ist derzeit noch nicht bekannt – ebenso wenig, wie Facebook die Anti-Mobbing-Kampagne tatsächlich durchsetzen wird.

Verwendete Quellen: zeit.de 

slr Brigitte

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