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Totalausfall der sozialen Medien Facebook, WhatsApp, Instagram: Wenn plötzlich einfach nichts mehr geht

Über mehrere Stunden ging bei Instagram, Facebook und WhatsApp nichts mehr.
Über mehrere Stunden ging bei Instagram, Facebook und WhatsApp nichts mehr.
© sondem / Shutterstock
Wenn sich der Ladekreis (in IT-Sprache: Throbber) dreht und dreht, ist das für die meisten Frustration pur – eine Nachricht kann nicht verschickt, der Instagram-Feed nicht neu geladen werden. Am frühen Montagabend, den 4. Oktober, ging bei Facebook und Co. gar nichts mehr. Über Stunden waren die Plattformen vom Netz.

Wenn das Handy abends auf der Couch verdächtig ruhig ist und der Blick nicht einmal von der Buchseite zum Smartphone huscht, dann ist das schon sehr ungewöhnlich. Am Montagabend wird das wahrscheinlich vielen so gegangen sein. Die großen Social Media Dienste Facebook, Instagram und WhatsApp sind gegen 17.30 Uhr vom Netz gegangen. Es waren weltweit Millionen User:innen betroffen.

Wartungsfehler führen zum Ausfall von Facebook, Instagram und WhatsApp

Eine Cyberattacke konnte schnell ausgeschlossen werden. Die Probleme entstanden durch eine fehlerhafte Konfigurationsänderung an wichtigen Netzwerkknotenpunkten, so die "Tagesschau". Also ein Fehler bei den Wartungsarbeiten.

Whatsapp-Blackout: Smartphone mit Whatsapp-Logo

Der Totalausfall der großen Plattformen zog sofortige Folgen nach sich. Die Twitter-Stunde hatte geschlagen. Die meisten Menschen lassen es sich nicht nehmen, in den sozialen Netzwerken Dampf abzulassen, wenn der eine Dienst nicht funktioniert, dann wird ein anderer genutzt. Twitter war sich dessen durchaus bewusst und schrieb: "Willkommen, buchstäblich alle." Zudem sanken die Facebook-Aktien rapide ab.

An den sozialen Medien hängen mittlerweile ganze Existenzen

Was für die einen nur einen ruhigen Abend bedeutet hat, ist für andere absoluter Stress. Denn an diesen Diensten hängen Existenzen. Dabei geht es nicht um die direkten Mitarbeiter:innen von Facebook und Co., sondern um all diejenigen, die das Gerüst ihrer Existenz auf die Grundlage von sozialen Medien gebaut haben. Erst wenn es anfängt zu wackeln, wird den meisten bewusst, wie schnell alles einbrechen kann.

Mittlerweile gibt es ganze Berufsgruppen, die sich tagtäglich mit Strategien auseinandersetzen, um Instagram und Co. noch effektiver nutzen zu können. Doch nicht nur beruflich sind die Plattformen extrem eingespannt, auch der Alltag ist ohne das Stöbern durch die vielen Fotos, Videos und Nachrichten kaum mehr denkbar. Für viele geht der erste Griff nach dem Weckerklingeln zum Handy.

Durchschnittlich verbringen Menschen in Deutschland 84 Minuten am Tag in den sozialen Medien

Die Nutzungsdauer der sozialen Medien ist in den vergangenen Jahren rapide angestiegen. Aktuell liegt sie in Deutschland laut Auswertungen von "Statista" bei 84 Minuten am Tag. Wer kenn es nicht, wenn man beim Scrollen durch die Time-Line die Zeit vergisst?

Die sozialen Medien haben ihre Vor- und Nachteile, wie bei vielen Dingen kommt es auch hier auf die Menge und den Inhalt an. In den vergangenen Monaten gab es eine Reihe von Enthüllungen über Facebook. Frances Haugen, eine der wichtigsten Quellen, hat sich jetzt zu erkennen gegeben und im US-TV darüber gesprochen, dass Facebook mit Hass und Wut Geld verdiene.

Whistleblowerin wirft Facebook vor mit Wut und Hass Geld zu verdienen

Der Algorithmus von Facebook sei so zugeschnitten, dass er auf eine einzige Emotion aus sei: Wut. Je mehr Inhalte sich User:innen zu einem Thema anschauen, desto mehr zeigt ihnen Facebook davon. Das könne gerade bei extremistischen Inhalten höchst gefährlich werden.

Frances Haugen ist mit internen Dokumenten jetzt an die Öffentlichkeit gegangen und wird am Dienstag, den 5. Oktober, vom US-Kongress dazu befragt. In den Unterlagen finde sich unter anderem eine Studie, die beweise, dass gerade Instagram jungen Mädchen schadet, sie in Depressionen und Essstörungen treibt. Würde Facebook den Algorithmus ändern, würde der Konzern Geld verlieren, so Haugen.

Die aktuelle Situation zeigt noch einmal deutlich, wie wichtig es ist, verantwortungsbewusst mit der Zeit auf den sozialen Medien umzugehen. Und auch wenn es keine freiwillige Entscheidung war, den Montagabend konnten Millionen von User:innen dann doch mit anderen Dingen als dem Scrollen durch Bilder und Videos verbringen.

Verwendete Quellen: Tagesschau.de, twitter.de, welt.de

Brigitte

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