Familienreport 2011: Sieben gute Nachrichten

Wie geht es den Familien in Deutschland? Ganz gut! Das sagt jedenfalls der neue "Familienreport 2011" der Bundesregierung. Das Elterngeld wirkt, Mütter arbeiten mehr und der Liebe ist sogar auch noch geholfen. Sieben gute Nachrichten.

Frauen kriegen wieder mehr Kinder

Es sind nur minimale Werte, aber sie machen den Familienpolitikern Hoffnung: Die Geburtenrate in Deutschland steigt wieder. 2010 lag sie bei 1,39 Kinder je Frau im Alter zwischen 15 und 49 Jahren, 2009 waren es noch 1,36. Das macht insgesamt 12.800 Kinder mehr. Zu verdanken hat Deutschland das vor allem den älteren Frauen: Während die durchschnittliche Zahl der Geburten bei Frauen über 31 Jahren anstieg, ging sie bei jüngeren Frauen zurück.

Der Anteil berufstätiger Mütter steigt

Immer mehr Mütter steigen nach einem oder zwei Jahren Kinderpause wieder in den Beruf ein: 2010 lag ihr Anteil erstmals bei über 50%. Auffallend sind hier mal wieder die Unterschiede zwischen Ost und West: Während 79 Prozent der westdeutschen Mütter in einen Teilzeitjob einsteigen, fangen im Osten 53 Prozent der Frauen nach der Elternzeit wieder in Vollzeit an. Dazu trägt auch die Kinderbetreuung bei, die im Osten nach wie vor besser ausgebaut ist. Jede fünfte Teilzeit-Mutter gibt an, dass sie mehr arbeiten würde, wenn es bessere Betreuungsangebote gäbe.

Selbstbewusste Alleinerziehende

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Alleinerziehende haben es nicht leicht - aber in der Opferrolle sehen sie sich deshalb noch lange nicht. So betrachten sie ihren Job keineswegs als notwendiges Übel, sondern als Teil ihres Lebensentwurfs: Für 89 Prozent der alleinerziehenden Mütter ist die eigene Erwerbstätigkeit "sehr" oder "ziemlich wichtig". Die finanzielle Absicherung ist hierbei nicht das einzige Ziel, knapp die Hälfte der Mütter gibt an, in ihrem Beruf etwas erreichen zu wollen.

Engagierte Väter

Im Durchschnitt nehmen deutsche Väter 17,3 Wochen Elternzeit – damit sind sie Spitzenreiter in Europa. Insgesamt haben 2010 ein Viertel der Väter den Erziehungsurlaub in Anspruch genommen. Lob bekam das das deutsche Elternzeit- und Elterngeldmodell jüngst von der OSZE, weil es Väter stärker in die frühkindliche Betreuung einbinde und den Partnerinnen damit die Rückkehr in den Beruf erleichtere.

Weniger Scheidungen durch Vätermonate

Die Vätermonate sind nicht nur gut für die Kinder, sie nützen auch der Liebe. Denn wie eine Studie aus Schweden zeigt, senken sie die Scheidungsrate deutlich. So haben Paare, bei denen der Mann Elternzeit genommen hat, ein um 30 Prozent geringeres Scheidungsrisiko. Und auch die Bereitschaft, weitere Kinder zu bekommen, ist bei diesen Paaren deutlich höher.

Es lebe das Zweiverdiener-Modell

Der Mann verdient das Geld und Mutti bleibt zu Hause – diese Familienform ist auf dem Rückzug. Bei mehr als der Hälfte der Eltern (52 Prozent) arbeiten heute beide Partner. Zwar haben bei den meisten Paaren immer noch die Männer die Vollzeitstelle und die Mutter verdient in Teilzeit hinzu. Aber das entspricht nicht unbedingt der Wunschvorstellung: Während 60 Prozent der Väter gerne weniger arbeiten würden, wünschen sich 34 Prozent der Frauen eine längere Arbeitszeit. Der Trend geht also zum Teilzeitjob für beide Elternteile.

Zufriedene Kinder

Teilzeitjobs für Mama und Papa - das entspricht auch den Wunschvorstellungen der Kinder. 56 Prozent sagen, dass sie gerne mehr Zeit mit ihrem Vater verbringen würden. Eine Mutter, die ganz zu Hause bleibt, ist hingegen gar nicht so angesagt: 91 Prozent der befragten Kinder sagen, sie seien froh, dass ihre Mutter arbeiten geht. Das schlechte Gewissen können sich arbeitende Mütter also sparen.Den gesamten Familienreport 2011 können Sie sich auf der Website des Bundesfamilienministeriums downloaden.

miro
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