Was will die FDP uns mit dieser Kampagne sagen?

Die Hamburger FDP zeigt auf einem Plakat den Slogan "Unser Mann für Hamburg" mit einem Bild von Kandidatin Katja Suding. Die, ja, eine Frau ist. Unser Gesprächsthema des Tages.

Haha, da hat sich doch jemand vertippt!

Nein, das ganz sicher nicht. Die FDP ist sogar ziemlich stolz auf ihr neues Plakat. Unter viel Tamtam hat es die Parteispitze diese Woche in Berlin enthüllt und damit den Wahlkampf in Hamburg eingeleitet.

Aber lustig ist es schon irgendwie.

Nun ja, vielleicht, wenn man auf Altherrenhumor steht.

Bestimmt steckt ein feministischer Protest dahinter, oder?

Auch das nicht. Der "Hamburger Morgenpost" erklärt Katja Suding das so: "Es geht darum, dass wir Entschlossenheit und Durchsetzungsstärke signalisieren wollen. Es ist der Auftakt einer Kampagne, über die zunächst einmal geredet werden soll. Das ist uns gelungen."

Wie jetzt? Entschlossenheit und Durchsetzungsstärke sind also keine weiblichen Eigenschaften?

So sieht das offenbar die FDP. Parteichef Christian Lindner hat das auch hübsch ausgedrückt: "Sie setzt sich durch. Sie hat bewiesen, dass sie Charakter hat. Deshalb ist sie unser Mann für Hamburg." Wer da einen doppelten Boden oder Kritik an Geschlechterrollen vermutet, sucht vergeblich.

Ach Moment, die FDP, war das nicht die Partei ...

... mit dem Sexismus-Problem. Richtig. Wie Rainer Brüderle das Plakat findet, ist leider nicht bekannt.

Wer ist denn eigentlich dieser Herr, äh, diese Frau Suding?

Katja Suding ist 38 und war früher PR-Strategin. Seit acht Jahren ist sie FDP-Mitglied und war bereits bei der letzten Bürgerschaftswahl in Hamburg Spitzenkandidatin. Damals warb sie allerdings noch im Friesennerz auf dem Plakat.

Hübsch sieht sie ja aus auf den Fotos.

Ja, das ist allerdings eine Tatsache, die innerhalb der FDP kritisiert wurde. Nach dem Motto: Wenn die Liberalen mal eine Frau aufstellen, dann nur eine, die gut auf dem Plakat aussieht. Und nun darf offenbar nicht mal mehr "Frau" draufstehen.

Was will Katja Suding eigentlich für Hamburg erreichen?

Ähm, ja, mehr Kitas und so. Irgendwie ging das bei dem Trubel um das Plakat etwas unter.

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