Getötete Kriegsfotografin Anja Niedringhaus: Ein Blick für Menschen

Bei ihrem letzten Einsatz in Afghanistan ist die deutsche Fotografin Anja Niedringhaus ums Leben gekommen. Die 48-Jährige hat über zwanzig Jahre aus Krisengebieten berichtet - ihre einfühlsamen Bilder bleiben unvergessen.

Fotografie: Getötete Kriegsfotografin Anja Niedringhaus: Ein Blick für Menschen

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Bilder der getöteten Fotografin Anja Niedringhaus

Die AP-Fotografin und Pulitzer-Preis-Gewinnerin Anja Niedringhaus liebte Afghanistan - zusammen mit der kanadischen Journalistin Kathy Gannon unternahm sie unzählige Reisen in das krisengeschüttelte Land. Die beiden Frauen waren bekannt für ihre berührende Berichterstattung, bei ihrer Arbeit lehnten sie eine zusätzliche Absicherung durch Soldaten meist ab. Sie wollten möglichst nah dran sein am Geschehen.

Ihr letzter Auftrag nun wurde den Reporterinnen zum Verhängnis: Anlässlich der Präsidentschaftswahl in Afghanistan befanden sie sich in einem von afghanischer Armee und Polizei gesicherten Wahlkonvoi in der Provinzhauptstadt Khost, als ein Polizist das Feuer auf sie eröffnete. Anja Niedringhaus war sofort tot, Kathy Gannon wurde bei dem Anschlag schwer verletzt und befindet sich mittlerweile außer Lebensgefahr. Der 25-jährige Täter ließ sich widerstandslos festnehmen. Laut AP gab er an, aus Rache für den Tod von Familienangehörigen bei einem NATO-Bombardement in der Provinz Parwan gehandelt zu haben.

Anja Niedringhaus, geboren in Höxter, studierte Journalismus in Göttingen und arbeitete früh als Fotografin. Nachdem sie 1990 den Fall der Mauer in Berlin dokumentierte, wurde sie 1990 als erste Frau bei der European Pressphoto Agency (EPA) angestellt. Bei ihrem ersten Einsatz 1992 in Sarajewo schossen Heckenschützen auf sie, 1998 überlebte sie einen Granatenanschlag im Kosovo. Niedringhaus fotografierte direkt nach dem Terroranschlag am 11. September 2001 in New York die Folgen der Katastrophe und machte sich anschließend auf zu ihrem ersten Einsatz in Mazar-e-Sharif und Kabul, wo sie drei Monate lang über den Sturz der radikalislamischen Taliban berichtete. Für ihre Fotoberichterstattung aus dem Irak erhielt sie 2005 als erste deutsche Frau den "Pulitzerpreis" und wurde außerdem im selben Jahr mit dem Preis für Mut, dem "Courage in Journalism Award" der International Women's Media Foundation (IWMF) ausgezeichnet.

lvh
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