VG-Wort Pixel

Mitten im Rettungseinsatz: Anwohner fordert Feuerwehr zum Umparken auf


Ihm seien "Unannehmlichkeiten" entstanden, wetterte ein Mann per Brief. Sanitäter hatten einen Rettungswagen vor seiner Einfahrt abgestellt.

"Uns fehlen an dieser Stelle die Worte" – so kommentiert die Feuerwehr Frankfurt (Main) ihren Post bei Facebook. Die Aufnahme zeigt einen Zettel, den ein Anwohner den Rettern während eines Einsatzes hinter die Windschutzscheibe geklemmt hatte. Darauf zu lesen (sic): 

Hallo, ich verstehe, daß Sie eilig haben wenn Sie eine Rettungsaktion durchführen. Aber ein Meter zurückfahren hätte 10 Sekunden Ihrer Zeit in Anspruch genommen und mehreren Einwohnern des Nachbarhauses Unannehmlichkeiten erspart!

Nach Angaben der Feuerwehr waren die Einsatzkräfte zu einem dringenden Notfall ausgerückt. "Um nicht die gesamte Einbahnstraße für den Verkehr zu blockieren, parkte der Rettungswagen in einer Lücke, die gleichzeitig Zufahrt zu einer Tiefgarage eines Wohnhauses ist", schreibt die Feuerwehr bei Facebook.

"Den Zettel müsste man ihm unter die Nase reiben"

Dass ein Anwohner seine freie Tiefgaragen-Zufahrt als wichtiger empfindet als die Lebensrettungs-Aktion der Helfer, empört auch viele User. "Irgendwann werden auch solche Leute einmal auf Hilfe angewiesen sein, doch dann müßte man dem Verfasser dieses Dokument unter die Nase reiben! Wird bestimmt spannend, der Gesichtsausdruck des Schreiberlings.🙂 ", findet ein Kommentator.

Ein anderer berichtet von seiner Erfahrung als Helfer: "Mir hat mal ein Anwohner den RTW 'umgeparkt', indem er die Handbremse gelöst und das Fahrzeug verschoben hat. Damals war das verriegeln der Fahrzeuge nicht grundsätzlich notwendig. Ein RTW war 'heilig'. Heute undenkbar ein Fahrzeug offen zu lassen, auch wenn man es eilig hat."

Der Frankfurter Vorfall erinnert an eine andere Situation in Berlin. Dort war ein 23-Jähriger gegenüber Sanitätern renitent geworden, weil diese sein Auto zugeparkt hatten und er nicht zur Arbeit fahren konnte. Die Retter waren gerade damit beschäftigt, einen einjährigen Jungen wiederzubeleben. Die Reaktion des Autofahrers: "Mir doch egal, wer hier gerade reanimiert wird!"


Mehr zum Thema