Olympische Winterspiele: Musikerin Vanessa Mae fährt jetzt Ski

Dass ein Mensch mehr als eine Leidenschaft haben kann, beweist Geigerin Vanessa Mae. Sie startet im Februar bei den Olympischen Winterspielen im Ski-Slalom. Warum?

Ski statt Geige: Die international bekannte Violinistin Vanessa Mae wird Olympionikin. Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 (7. bis 23. Februar) wird Mae, Tochter einer Chinesin und eines Thailänders, für Thailand im Ski-Slalom an den Start gehen. Klingt nach einer Überraschung, ist es aber gar nicht. Bereits seit ihrem vierten Lebensjahr fährt Mae Ski, mit dem Geige spielen hat sie ein Jahr später angefangen.

In den letzten Jahren war es ruhig um Mae geworden, die bereits mit zehn Jahren auf den großen Konzertbühnen der Welt stand. Keine Konzerte, keine neuen CDs. Seit 2009 lebt Mae in der Schweiz, um dort das Skifahren zu trainieren. Das Durchhaltevermögen und die Disziplin, ohne die es im Profisport nicht geht, bringt Mae aus ihrer Musikerkarriere mit. Auch den Leistungs- und Erfolgsdruck kennt sie. "Meine Mutter trieb mich ständig an. Manchmal belohnte sie mich - und dann gleich mit Dior-Kleidchen. Doch wenn ich nicht funktionierte, gab es Schläge", sagte Mae. Nach dem Bruch mit der Mutter vor einigen Jahren, widmete Mae sich ihrer zweiten Leidenschaft, dem Skifahren. "Musik ist schon mein Leben lang meine Leidenschaft, Skifahren mein Leben lang mein Hobby." Weil ein Platz im britischen Olympiateam unrealistisch war, startet Mae im Februar in Sotschi für Thailand. Wie der Internationale Skiverband "Fis" am Montag mitteilte, hat sie die Kriterien für eine Olympia-Qualifikation erfüllt.

Nach den Olympischen Spielen wird Mae allerdings die Ski wieder gegen ihre Geige eintauschen. "Olympia ist toll, aber es ist das Größte, auf einer Bühne zu stehen und Geige zu spielen."

Bevor es für Mae zurück auf die Musikbühne geht, startet sie erstmal auf der Skipiste. Ihre Chancen stehen dabei leider nicht so gut. Thailand hat keinen Skisportler unter den Top 500 der Weltrangliste. "Selbst die Top 100 der Welt sind unrealistisch", sagt Mae. Das ist zwar schade, aber Frauen mit vielen Leidenschaften haben auch so schon gewonnen.

Text: win
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