"Der Sex ist fantastisch": Was es als Frau wirklich bedeutet, 30 zu werden

Wie fühlt es sich an, 30 zu werden? Wie sich ihr Leben mit dem 30. Geburtstag verändert hat, beschreibt die Mama-Bloggerin Jenny in diesem berührenden Post.

Der 30. Geburtstag ist ein besonderer Moment im Leben. Viele von uns haben schon lange vorher eine Idee davon, wie unser Leben mit 30 idealerweise aussehen sollte. Manche haben auch Angst vor dieser Zahl, fürchten sich davor, ab diesem Alter als alt betrachtet zu werden.

Dazu kommt die Sorge vor dem gesellschaftlichen Druck. Ab 30, das ist doch die Zeit für Eheschließung, Kinder, Hausbau und Karriere bitteschön gerne auch – die vielbeschworene "Rushhour des Lebens" lässt grüßen. Doch verändert sich unser Leben mit dem 30. Geburtstag wirklich so massiv? 

Wie es sich für sie anfühlt, über 30 zu sein, beschreibt die Mama-Bloggerin Jenny alias "dreikleinewolfs" zu einem Bild von sich auf Instagram, das sie selbst vor einem Fenster zeigt. Nachdenklich schaut sie nach draußen, in diesem stillen Moment für sich, gewährt ihren Followern einen intimen Einblick in ihr Leben.

Dazu schreibt Jenny: 

"Darf man das eigentlich ... als Mutter? Ü30?"

"Ü30 – überall kann man es lesen. Jeder weiß es schon, bevor er sie erreicht. Die 30 ist transparent und aus logischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen für jedermann im Vorfeld zu erforschen.

Bessere Ernährung. Erfolg im Job. Gründung einer Familie. Eheschließung. Hausbau. Urlaube. Aufstieg Karriereleiter.

Körperlich beginnt die Alterung. Endstation Junge Frau. Eintritt Gesellschaftlicher Druck. So oder so empfinde ich es, wenn ich darüber lese und nachdenke.

Aber ist es wirklich so? Was ist denn mit dem ganzen "mehr", was man(n)/Frau dazu gewinnt?

Mir tut die 30 gut. Ich fühle mich in und mit ihr wunderbar. Angekommen. Bei mir selbst.  Und das nun schon wieder fast seit zwei Jahren.

Mein Gehirn macht komische Dinge mit mir. Es reflektiert ganz oft und schubst mich an umzudenken. Sicher tat es das schon vorher - aber man dachte in diesem Moment nicht aktiv so darüber nach. So ganz von allein.

Ich habe das Gefühl alles, was ich im letzten Jahrzehnt an Fähigkeiten, Talenten und Hobbys gesammelt habe - perfektioniert zu haben. Verspüre den Drang es nicht loszulassen.

Meine Ehe und mein Liebesleben sind mit den 20ern nicht zu vergleichen. Auch das ist meiner Meinung nach ein Punkt, der ausgesprochen werden sollte. Alle Sinne werden angesprochen.

Die körperliche Zuneigung verfolgt kein bestimmtes Ziel mehr, sondern gilt einzig und allein den Emotionen und Bedürfnissen. Auf Deutsch: Der Sex ab 30 ist fantastisch. (Ja, hat sie wirklich geschrieben).

Dann herrscht da noch das Wort Selbstliebe. Verantwortung. Und die nicht nur für sich selbst, wie wir es aus unserer Pubertät kennen, in der wir tatsächlich die einzigen Menschen auf diesem Planeten waren.

Dankbarkeit. Toleranz. Aber auch – zum Leid vieler – Vergleichen. Was hat Mensch a und Mensch n erreicht und wo stehe ich.

Ich habe mit 20 nicht darüber nachgedacht, wo ich mit 60 sitzen möchte und welches Land ich bis dahin gesehen haben möchte. Die 30 brachte eine enorme Fernweh-Stimmung in mir vor. Tatendrang. Neugier.

Und seht ihr – irgendwie stimmen dann doch wieder ein paar Punkte, die ich oben nannte ... was veränderte die 30 bei euch?"

"Auf viele weitere schöne Jahre"

In den Kommentaren zu dem Bild stehen viele spannende Kommentare zum Alter. Sie eröffnen einen wunderbaren Blick darauf, wie vielfältig und spannend unser Leben ist, darauf, wie ein jedes Alter seine ganz eigenen Herausforderungen, Gedanken und besondere Momente mit sich bringt. 

Eine Frau schreibt: "Super schönes Foto! Bester Text!!! Wie ich mich immer freue, was von dir zu lesen!! Ich bin mit der Ü30 auch gut zufrieden und hoffe auf viele weitere schöne Jahre".

Eine andere kommentiert: "Ich bin schon Ü-40!😅✌️ Aber ich find‘s gut so! Und ich finde, Du siehst toll aus auf dem Bild!😍👌".

Eine dritte schreibt: "Ja, du hast den Nagel voll versenkt! Würde ich mal sagen 😉 ich hatte selbst auch ein bisschen 'Schiss', 30 zu werden, eben aus den Gründen, die du oben genannt hast! Aber jetzt mit 33 Jahren, verheiratet seit fast 5 Jahren, einem Sohn der fast 3 Jahre ist, bin ich so richtig angekommen und zufrieden so wie es ist!" 

Und auch diese Kommentare bleiben im Gedächtnis: 

"Ich fühle mich wohler in meiner Haut, bin mit mir nicht mehr so kritisch, nicht mehr so unruhig. Mich stört es nicht mehr, was andere über mich denken, bin einfach zufriedener …"

"Bis 30 war alles ziemlich schnelllebig und hatte keine Konstante. Auch danach gab es ein ewiges Up and Down in allen Lebensbereichen. Aber der Sex wurde zunehmend immer besser – das hast du Recht. Mit 33 lernte ich meinen Captain kennen und Liebe war von da an nicht mehr nur ein Geben meinerseits … Erst mit der Geburt unserer Tochter (mit fast 36) kann ich tatsächlich sagen: ICH bin angekommen und GEERDET – jetzt so ganz". 

"Für mich ist das Alter nur eine Zahl, der 30 sah ich ganz entspannt in Afrika entgegen und jetzt steht bald die 40 an. Alles easy...ich lebe einfach im Hier und Jetzt, altersunabhängig 😉". 

Melodie Michelberger: 5 Tipps, wie du dich in dein ICH verliebst: Melodie Michelberger in Unterwäsche

Einfach im Hier und Jetzt leben, das Leben so annehmen, wie es kommt, sich weniger Sorgen machen und stattdessen offen, neugierig und voller Hoffnung und Freude auf all das Warten, das da noch kommen mag, das klingt doch nach einem guten Weg. 

mh
Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.