Euer Ernst? Warum viele Leute plötzlich "Friends" hassen

JEDER hat "Friends" geliebt um die Jahrtausendwende. Jetzt gibt's die Kultserie bei Netflix – und die Leute hassen sie. 

Was war das schön, als Chandler Monica den Heiratsantrag machte.


Oder als Rachel die kleine Emma, Tochter von Ross und ihr, zur Welt brachte. Und haben wir nicht alle über den liebenswürdigen Dummbatz Joey gelacht, als sein Kopf im Truthahn feststeckte?

Ja! Wir hatten eine tolle Zeit mit "Friends". 💛

"Ich hasse nichts mehr als Ross"

Umso schöner, dass Netflix die Serie jetzt im Programm hat – so kann sie endlich auch die neue Generation von Serien-Junkies erfreuen. Tja! Nur leider kommen die sechs New Yorker heute bei vielen gar nicht mehr gut an ...

So schreibt eine Userin bei Twitter:

"Nichts hasse ich mehr als Ross in der 'Nanny-Episode' von Friends. Er ist so sexistisch und homophob, dass ich den Fernseher springen und ihn würgen möchte."

Ups!

Auch diese Userin kann plötzlich gar nichts mehr mit unseren Lieblingsfreunden und ihrer Umgangsweise anfangen: 


"Igitt! All die Fette-Monica-Witze. Ich weiß noch, wie sie mich in meinem Kopf verfolgten, als ich ein Teenager war und aufhörte zu essen. DANKE, LEUTE!"

Äh ... ja. SO haben wir das damals gar nicht gesehen ...

Irgendwie haben die Kritiker ja recht ...

Zugegeben: Friends BIETET Konflikt-Potenzial. Joey ist ja bei aller Liebenswürdigkeit auch Chauvi und Sexist. Rachel zieht den sexy Assistenten einer kompetenten, älteren Bewerberin vor. Und warum macht nicht einfach Monica als emanzipierte Frau Chandler den Heiratsantrag? 

Müssen wir jetzt also alle ein schlechtes Gewissen haben, weil wir uns an einer homophoben, sexistischen Serie erfreut haben, ohne darüber nachzudenken? Sollen wir schnell ablenkend mit dem Finger auf "Eine schrecklich nette Familie zeigen", weil darin Christina Applegate das dumme Blondchen geben musste?

Friends bleibt Friends und das ist gut so!

Nein! Kommt gar nicht in Frage! Es ist ja schön, dass sich die Gesellschaft weiterentwickelt. Dass Menschen sensibler, toleranter und politisch korrekter werden. Soll ja auch so!

Aber das heißt nicht, dass wir früher alle dumm waren oder dass Perlen wie "Friends" in Wahrheit faule Eier sind. "Friends" hat auf einzigartige schöne frische Weise echte Freundschaft porträtiert und unsere Gesellschaft widergespiegelt (und auch auf die Schippe genommen).

Wer sich daran stört, soll halt Riverdale gucken. Das sähe heute aber übrigens sehr wahrscheinlich anders aus ohne "Friends". Denn der Hauptdarsteller Cole Sprouse hatte seinen Durchbruch als der kleine Ben – Sohn von Ross und seiner lesbischen Ex-Frau.

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