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Gasumlage Achtung! So viel mehr müssen wir jetzt fürs Heizen zahlen

Achtung! So viel mehr müssen wir jetzt fürs Heizen zahlen
© SkyLine / Adobe Stock
News im August, die uns bewegen: Gasumlage bei über 2 Cent pro Kilowattstunde +++ Zahl der Kindeswohlgefährdung leicht gesunken +++ Einheimische Mücken können schwere Krankheiten übertragen

Die wichtigsten News im BRIGITTE-Ticker

Was bewegt die Welt? Was bewegt die BRIGITTE-Redakteur:innen? In diesem Ticker fassen wir für euch die wichtigsten News im Juli zusammen.

15. August 2022

Die Gasumlage bringt erhebliche Kosten mit sich

Ab Oktober müssen Verbraucher:innen eine Gasumlage in Höhe von 2,419 Cent pro Kilowattstunde zahlen, teilte die verantwortliche Trading Hub Europe GmbH mit. Das bedeutet: Auf Gaskund:innen in Deutschland kommen erhebliche Mehrkosten zu. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr ist eine vierköpfige Familie bei Mehrkosten von 484 Euro im Jahr. Aktuell ist noch nicht klar, ob die Mehrwertsteuer zusätzlich gezahlt werden muss – dann wären es 576 Euro, so die "Tagesschau".

Mit dieser Umlage sollen die Gasversorger gestützt werden. Durch die aktuellen Ereignisse müssen die Unternehmen Gas in anderen Ländern als Russland beschaffen, was deutlich teurer ist. Da die Unternehmen eine Lieferpflicht gegenüber ihren Kund:innen haben, müssen sie diese hohen Preise bezahlen. Die Umlage soll nun knapp 90 Prozent dieser Mehrkosten auffangen. Das Problem: Werden die Gasversorger nicht unterstützt, kann es zu Pleiten kommen und damit zu weiteren Lieferengpässen.

Da noch gesetzliche Ankündigungsfristen eingehalten werden müssen, wird die Umlage nicht sofort kassiert, sondern voraussichtlich ab November oder Dezember.

11. August 2022

Zahl der Kindeswohlgefährdung leicht gesunken

Im ersten Corona-Jahr wurde ein trauriger Höchststand bei der Zahl der Kindeswohlgefährdung erreicht. Im zweiten Jahr 2021 ist die Zahl jetzt leicht zurückgegangen. Bei mehr als 59.900 Kindern und Jugendlichen wurde eine Kindeswohlgefährdung durch Vernachlässigung, psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt festgestellt, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Das sind 600 Fälle beziehungsweise ein Prozent weniger als im Vorjahr 2020.

Gleichzeitig stiegen jedoch die Fälle, bei denen Behörden nach Prüfung eines entsprechenden Verdachts zwar keine Kindeswohlgefährdung, aber einen Hilfebedarf feststellten. Mit 67.700 Fällen und einem Anstieg um zwei Prozent ist das der höchste Stand seit Einführung der Statistik vor zehn Jahren.

Fast jedes zweite der gefährdeten Kinder war jünger als acht Jahre, jedes vierte war unter vier. Bis zum Alter von elf Jahren waren Jungen häufiger von Gefährdungen betroffen, ab dem zwölften Lebensjahr waren die meisten Betroffenen Mädchen. Insgesamt gingen im vergangenen Jahr fast 200.000 Hinweise auf mögliche Kindeswohlgefährdungen bei den Jugendämtern ein. Mit 28 Prozent kamen die meisten Hinweise von der Polizei oder den Justizbehörden, 25 Prozent kamen aus der Bevölkerung. Etwa ein Zehntel der Hinweise gaben die Schulen oder die Familien selbst.

9. August 2022

Auch die einheimischen Mückenarten übertragen Krankheiten

Ein Forschungsteam der Universität Hawaii kommt zu dem Schluss, dass Extremwetter und Klimaveränderungen hunderte Krankheiten befördern. Die Ergebnisse veröffentlichten sie in einer Übersichtsarbeit im Fachjournal "Nature Climate Change". Demnach verschärfe sich das Gesundheitsrisiko im Zuge der Klimaerwärmung bei 58 Prozent der bekannten Erreger. Die Forscher:innen identifizierten mehr als 1.000 mögliche Zusammenhänge zwischen klimawandelbedingten Ereignissen – wie Dürre, Überflutungen, Erwärmung, Starkregen – und der Ausbreitung von Krankheiten.

So drängen Dürren Wildtiere näher an Wohngebiete, wodurch das Risiko einer Zoonose steigt, also der Übertragung von Krankheitserregern vom Tier zum Menschen. Überflutungen oder Stürme können Menschen hingegen dazu zwingen in Gegenden zu ziehen, in denen sie stärker bestimmten Keimen ausgesetzt sind. Zudem können höhere Temperaturen die Verbreitung von Erregern begünstigen. Das könnte beispielsweise daran liegen, dass sich pathogene Algen, Bakterien und Mücken als Überträger stärker vermehren.

In Deutschland und Europa beobachte man schon jetzt einen Einfluss von klimawandelbedingten Ereignissen auf Krankheitserreger, sagt auch Renke Lühken vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. "Exotische Stechmückenarten wie die Asiatische Tigermücke ist insbesondere für Ausbrüche des Chikungunya-Virus und Dengue-Virus im Mittelmeerraum verantwortlich." Doch auch einheimische Stechmücken bärgen mittlerweile schwere Erkrankungen. So übertragen sie unter anderem den Hundehautwurm oder das West-Nil-Virus.

4. August 2022

Der Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz ist fertig

Die Eckpunkte für das neue Infektionsschutzgesetz für den Pandemieherbst stehen und sind hart erkämpft. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hätte sicher gern eine generelle Maskenpflicht ab Herbst in den Innenräumen verhängt, das lehnte die FDP allerdings ab. Der Kompromiss: Die Entscheidungsgewalt wird auf die Länder geschoben. Das Konzept teilt sich in die "Winterreifen", also die allgemeingültigen Regeln, die vom Bund oder den Ländern festgelegt werden und in die "Schneeketten", also die verschärfenden Maßnahmen, falls die Lage akut wird.

Vom Bund wird unter "Winterreifen" angeordnet, dass Reisende im Fern- und Flugverkehr eine FFP2-Maske tragen müssen, das Personal mindestens eine medizinische Maske. Bei Besuchen in Kranken- und Pflegeeinrichtungen muss weiterhin eine FFP2-Maske getragen und ein Test gemacht werden. Ausnahmen vom Test: "Frisch" geimpft oder genesene Personen (vor maximal drei Monaten). Die Länder entscheiden, ob im ÖPNV weiterhin eine Maske getragen werden soll, sowie allgemein in Innenräumen, Restaurants und Schulen.

Die "Schneeketten" kommen dann zum Einsatz, wenn eine konkrete Gefahr für das Gesundheitssystem vorliegt. In diesem Fall ordnet der Bund das Tragen einer Maske in Innenräumen und Restaurants an sowie das Testen vor einem Besuch. Auch bei Außenveranstaltungen soll dann wieder eine Maskenpflicht gelten und das Abstandsgebot.

2. August 2022

Jedes zweite Unternehmen klagt über Fachkräftemangel

Ob Einzelhandel, Bau oder Dienstleister – in Deutschland fehlt es an Fachkräften. Einer Erhebung des Münchner ifo Instituts zufolge waren im Juli 49,7 Prozent der Betriebe betroffen. "Immer mehr Unternehmen müssen ihre Geschäfte einschränken, weil sie einfach nicht genug Personal finden", sagt ifo-Arbeitsmarktexperte Stefan Sauer. Der bisherige Rekord lag mit 43,6 Prozent im April dieses Jahres.

Mit 54,2 Prozent ist der Bereich der Dienstleistungen am stärksten vom Fachkräftemangel betroffen, gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe mit 44,5 Prozent der Unternehmen, die über einen Mangel klagen. Darunter befinden sich mit 58,1 Prozent Nahrungsmittelhersteller. Der Einzelhandel war mit 41,9 Prozent betroffen, der Bau mit 39,3 Prozent, und im Großhandel ist ein Mangel bei 36,3 Prozent der Unternehmen zu sehen.

Noch mehr News

Das waren die News im Juli.

Verwendete Quellen: ifo.de, twitter.de, zeit.de, destatis.de, rnd.de, tagesthemen.de

slr Brigitte

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