Gelber Schein: Warum du bald keine Krankmeldung mehr brauchst

Krank zu Hause bleiben ohne gelben Schein? Das soll bald Realität werden – denn die Krankmeldung soll digital werden. Was das für uns bedeutet …

Wer krank ist, muss spätestens nach drei Arbeitstagen den berühmten "Gelben Schein" beim Arbeitgeber und der Krankenkasse vorlegen – so kennen wir das. Doch damit ist wohl bald Schluss, denn die Krankmeldung soll digitalisiert werden.

Wie geht Krankmelden ohne Gelben Schein?

Ein aktueller Gesetzentwurf sieht vor, dass der Arzt die Krankmeldung nur noch digital an die Krankenkasse übermittelt. Der Arbeitgeber kann die Arbeitsunfähigkeit dann bei der Kasse abfragen und bekommt auch eine Bestätigung – digital und papierlos.

Der Gelbe Schein hätte damit ausgedient: Keine Zettelchen mehr aufbewahren oder rumschicken, keine Vorlage mehr beim Arbeitgeber. Ziel des Gesetzentwurfs ist es, die Krankmeldung weniger bürokratisch zu machen.

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Wie sieht das aus mit dem Datenschutz?

Auch wenn noch nicht alles bis ins Detail ausgetüftelt ist: Klar ist natürlich, dass die digitale Krankmeldung über verschlüsselte Leitungen erfolgen soll. Für Arbeitnehmer soll außerdem mehr Schutz der Privatsphäre ein weiterer Effekt sein: Statt eines Arztstempels soll die digitale Krankmeldung nur noch durch eine siebenstellige Arzt-ID legitimiert werden – so kann der Arbeitgeber nicht mehr sehen, ob zum Beispiel ein Gynäkologe oder eine Orthopädin die Krankschreibung veranlasst hat. Und auch die genaue Diagnose bleibt natürlich weiterhin Privatsache.

Wann geht's los?

Ab wann der Gelbe Schein wirklich ausgedient hat, ist noch nicht klar. Bislang handelt es sich nur um einen Gesetzentwurf, der Teil eines größeren Pakets für Bürokratieabbau ist. Außerdem sind noch einige Voraussetzungen ungeklärt, so muss zum Beispiel erstmal die digitale Infrastruktur geschaffen und ein Portal erstellt werden, auf das alle Ärzte, Kassen und Arbeitgeber Zugriff haben.

Bis dahin werden wir weiterhin im Krankheitsfall den guten alten Gelben Schein in die Hand gedrückt bekommen – und müssen ihn dann an den Arbeitgeber und die Krankenkasse weiterleiten …

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