Germanwings-Absturz: Pilotenwitwe will trauernden Kindern helfen

150 Menschen verloren beim Germanwings-Absturz 2015 ihr Leben. Die Witwe des Piloten Patrick Sondenheimer sagt, sie erhielt damals "Unvorstellbares" an Unterstützung – deshalb will sie jetzt anderen helfen.

35 Jahre alt war Patrick Sondenheimer, als er das Cockpit der Germanwings-Maschine mit der Flugnummer 9525 bestieg. Es war der 24. März 2015 – der Tag, an dem sein Co-Pilot Andreas Lubitz die Maschine auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen gegen ein Bergmassiv steuerte. 150 Menschen waren an Bord. Alle starben.

Hilfe für Kinder und Jugendliche in Trauer

Patrick Sondenheimer hinterließ zwei Kinder, seine Ehefrau Anne Katharina Sondenheimer wurde zur Witwe. Die Hilfe, die sie in der schweren Zeit nach dem Absturz erhielt, will sie jetzt weitergeben: Zweieinhalb Jahre nach dem Verlust ihres Mannes hat sie einen Stiftungsfonds in seinem Namen gegründet. Insbesondere Kinder und Jugendliche in Lebens- und Trauerkrisen sollen dadurch Halt bekommen.

"Nach dem Tod meines Mannes haben meine beiden Kinder und ich sehr viel Unterstützung bekommen", sagte Sondenheimer der "Rheinischen Post". Professionelle Trauer-Begleitung habe der Familie Stärke und Orientierung gegeben – Hilfe, die die zweifache Mutter auch anderen zukommen lassen möchte. Im Blick hat sie dabei vor allem Kinder, deren Eltern sich professionelle Unterstützung ansonsten nicht leisten könnten.

"Junge Menschen, deren Welt wackelt"

Der Stiftungsfonds richtet sich demnach vor allem an Kinder und Jugendliche, die einen nahen Angehörigen verloren haben, und die im Seelsorgebezirk der katholischen Pfarrgemeinde St. Margareta in Gerresheim – Sondenheimers Heimatort – und Vennhausen leben. Sondenheimer:

Die Kollegen meines Mannes haben Unvorstellbares geleistet. Es wurde viel gespendet. Das möchte ich nun gerne jungen Menschen und ihren Familien zuteilwerden lassen – jungen Menschen, deren Welt durch den Verlust eines ihnen nahestehenden Menschen wackelt und wieder gefestigt werden muss.

Ein erstes Projekt soll beispielsweise Flüchtlingskindern helfen, schlimme Schicksalsschläge zu verarbeiten.

Heute am "Ewigkeitssonntag" wird an die Verstorbenen, und an die Vergänglichkeit des Lebens gedacht und die Hoffnung auf...

Gepostet von Bürgerstiftung Gerricus am Sonntag, 26. November 2017

Den Fonds gründete die Witwe unter dem Dach der Bürgerstiftung Gerricus. Die Entscheidung, den Stiftungsfonds nach ihrem Mann zu benennen, sei eine sehr persönliche gewesen, sagte Sondenheimer der "RP": "Aber ich sehe es als Auftrag, mit seinem Namen etwas aufzubauen, das uns zusammenhält."

kia
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