Glück: Warum es ab 30 bergab geht – und wie wir das Beste draus machen!

Zweimal im Leben steht unser Glück im Zenit, sagen Forscher, ansonsten sind wir eher so semi-zufrieden. Müssen wir das einfach so hinnehmen? Wir finden, nein! 

Orang-Utans und Menschen haben (unter anderem) eines gemeinsam: Unsere "Glückskurve" ist ein U. Ihr versteht nur Bahnhof? Okay, passt auf:

Ich bin zum Beispiel 31 und habe damit eine der zwei glücklichsten Phasen meines Lebens bereits hinter mir. Laut Statistik sind wir alle nämlich mit um die 20 am glücklichsten und dann noch mal mit ungefähr 60. 

Mit Anfang 40 sind wir auf dem Tiefpunkt

In der Lebensmitte, also spätestens ab 30, rauscht das Glück abwärts wie eine Achterbahn (Jippiiieeeh! Freier Fall!), bis wir Anfang 40 unseren absoluten Tiefpunkt erreichen. Nur, wenn wir älter als 75 werden (was wir ja tunlichst vermeiden sollen, um das Rentensystem zu schonen 🙄), müssen wir mit einem erneuten Abwärtstrend unserer Glückskurve rechnen.

Deshalb also ein U! Bei Orang-Utans sind die Altersmarken natürlich andere, aber um das Down bei der Lebenshälfte kommen offenbar auch sie nicht herum.

Glückskurve ist bei allen Menschen gleich

Dieses Phänomen haben Forscher schon vor fünf Jahren beschrieben und es soll aus Statistiken von Menschen in mehr als 50 Nationen und in allen gesellschaftlichen Schichten hervorgehen. Bis heute ist nicht ganz klar, woran es liegt, dass wir uns den Großteil unseres Lebens in einem Abwärtstrend befinden.

Einige Forscher vermuten, dass es uns auf die Stimmung schlägt, wenn wir ab 30 dabei zusehen müssen, wie ein Kindheitstraum nach dem anderen zerplatzt. Bei mir ist tatsächlich so gut wie keiner meiner Kindheits- und Jugendträume wahr geworden. Ich bin weder Tierärztin noch habe ich 15 Hunde, und wenn mir jemand doof kommt, nimmt mich das immer viel mehr mit, als ich es von einem Erwachsenen erwartet hätte ... 

Eine weitere mögliche Erklärung für diese traUrige Glückskurve ist, dass uns ab 30 die sogenannte "Rushhour des Lebens" aufs Gemüt schlägt. Schließlich kommt in dieser Phase viel auf uns zu: Familie gründen, Karriere machen, Nest bauen, die Welt bereisen, selbstbewusst und stark werden und und und. 

Wie wir der Kurve entkommen können: Weniger vergleichen!

Aber ganz egal, was die Gründe sind – gegen diesen verhängnisvollen Abwärtstrend aufbäumen können wir uns ja wohl so oder so! Findet zum Beispiel die Autorin Andrea Micus. Als Titel ihres neuen Buches wählte sie deshalb von vornherein schon mal die gute Nachricht: "Warum es ab der Lebensmitte nur noch bergauf geht" (hätte ich auch drauf kommen können, aber ich bin ja gerade im Sinkflug 🤷‍♀️).

Zum Teil aus Beispielen und echten Geschichten abgeleitet, gibt Micus in ihrem Ratgeber Tipps, wie wir unsere Glückskurve bezwingen können. Einer davon erscheint selbst mir hilfreich: Wir sollten uns weniger mit anderen vergleichen

Warum uns Vergleiche in die Irre führen

Wenn ich das nämlich tue – mich mit anderen vergleichen – macht mich das tatsächlich unzufrieden. Eine Freundin macht eine Wahnsinnskarriere, eine andere hat längst eine eigene Familie und eine dritte reist auf Kosten ihrer Eltern ständig um die Welt. Da kommt mir mein Leben gleich verplant und armselig vor – obwohl ich eigentlich jeden Tag total gerne aufstehe und mich auf alles freue, was vor mir liegt.

Der Grund, warum uns Vergleichen so in die Irre führt, ist, dass die meisten nach außen hin immer so tun, als hätten sie alles im Griff und wüssten genau, warum sie auf der Welt sind. Wir wollen halt leider immer stark wirken, aber in Wahrheit kennt nun mal niemand den Sinn unseres Lebens. Alle müssen improvisieren! Und das ist eine Erkenntnis, an die wir uns gar nicht oft genug erinnern können. 

Denn sie bedeutet – glücklicherweise – auch, dass wir nicht wirklich etwas falsch machen, geschweige denn unsere Zeit verschwenden können (außer, wir ärgern uns, weil andere ihr Leben scheinbar besser im Griff haben). Und ist das nicht eindeutig Grund genug, ständig im Glück zu schwelgen? Dass wir uns munter ausprobieren können und jeder Entscheidung dadurch einen Sinn geben, dass wir sie getroffen haben? Ich finde, schon! Und den Orang-Utans sollten wir's vorsichtshalber auch mal so sagen.

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