Golden Globes: Darum wollen so viele Stars Schwarz tragen

Bei der Golden-Globes-Verleihung im Januar werden wohl vor allem schwarze Outfits am roten Teppich zu sehen sein. Dahinter steht eine wichtige Geste.

Golden Globes 2018
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Was ist los?

Bei der bevorstehenden Golden-Globes-Zeremonie werden wohl alle nominierten Schauspielerinnen schwarz gekleidet sein, um auf sexuelle Belästigung aufmerksam zu machen – das berichtet zumindest das amerikanische "People"-Magazine.

Wer macht alles mit?

Unter den Schauspielerinnen im Wettbewerb sind Jessica Chastain, Meryl Streep, Michelle Williams, Sally Hawkins, Emma Stone und Margot Robbie. Ob sich alle an die Absprache halten werden, wissen wir natürlich erst hinterher. Aber die Stimmung in der Glamour-Welt ist eindeutig gekippt: Seit dem Fall Harvey Weinstein haben viele Stars aus Hollywood Situationen von Belästigung und sexueller Gewalt ans Licht gebracht.

Schwarz gegen Missbrauch und Belästigung - ein schönes Zeichen!

Naja, es gibt auch Kritik: Rose McGowan, eine von Weinsteins Opfern, äußerte Vorbehalte gegen diese Initiative. Die Schauspielerin, die für ihre Rollen in "Charmed" und "Planet Terror" bekannt ist, schireb auf Twitter: "Schauspielerinnen wie Meryl Streep, die glücklich mit dem monströsen Schwein gearbeitet haben, werden in einer stillen Protestgeste Schwarz zu den Golden Globes tragen. EUER SCHWEIGEN ist das Problem. (...) Ihr bekommt euren Lohn, ohne mit der Wimper zu zucken, und nichts ändert sich. Eure Heuchelei ekelt mich an. Vielleicht solltet ihr alle Marchesa tragen."

Was zur Hölle ist "Marchesa"?

Das ist die Mode-Marke von Georgina Chapman, der Ex-Frau des ehemaligen Produzenten Harvey Weinstein. Inzwischen hat McGowan die Tweets aber gelöscht - Streep hatte ihr öffentlich widersprochen und darauf verwiesen, wie gut Männer wie Weinstein darin sind, ihre Geheimnisse zu verbergen. Streep konnte zumindest glaubhaft belegen, dass sie, trotz ihrer Zusammenarbeit mit Weinstein, wirklich keinen Funken Ahnung davon hatte, wie er mit anderen Frauen umging - und wie sehr sie die Enthüllungen schockiert haben.

Was sagen denn eigentlich die nominierten Männer dazu?

Die stehen hinter den Frauen - und schließen sich der Protestaktion an. Wobei es bei den Männern natürlich weniger auffällt, weil die ohnehin einen schwarzen Smoking zu solchen Award-Shows anziehen. Es sei denn, sie denken sich etwas besonders auffällig-schwarzes aus, um sich gezielt vom Smoking-Look abzusetzen. Das wäre mal eine echte Überraschung am roten Teppich: Lauter Männer in schwarzen Rollkragenpullis!

Und das soll was bringen? 

Weiß man natürlich erst hinterher. Es sorgt zumindest dafür, dass die ganze #metoo-Problematik weiter im Auge der Öffentlichkeit bleibt, und die notwendigen Diskussionen weiter geführt werden. Die Solidaritätsinitiative könnte auch bis zu den Oscars fortgesetzt werden, deren Verleihung im März nächsten Jahres stattfinden wird. Warten wir es ab!


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