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Good News Die "Geselligen Bänke": Hier wird euch zugehört

Ein Baum steht unter einem großen alten Baum
© Dmitry Naumov / Shutterstock
Good News: Die "Geselligen Bänke": Hast du ein Ohr für mich? +++ Es hoppelt wieder auf den Feldern +++ 90-Jährige holt nach 70 Jahren ihren Schulabschluss nach +++ Legosteine sollen nachhaltiger werden.

Die schönsten Nachrichten im BRIGITTE-Good-News-Ticker für April 2022

Die Nachrichten zeigen häufig den Schrecken dieser Welt – aktuell zum Beispiel die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg. Doch es gibt nicht nur die dunklen Seiten, unsere Welt hält so viel Schönes für uns bereit. Wir wollen die kleinen Alltäglichkeiten feiern und euch etwas Positives mit auf den Weg geben. Es ist Zeit für Good News – wenn nicht jetzt, wann dann?

27. April 2022

Hast du ein Ohr für mich?

Zuhören – das ist etwas, was in unserer schnelllebigen Gesellschaft häufig vernachlässigt wird. Viel zu viele Termine strukturieren unseren Tag, der immer zu wenige Stunden zu haben scheint. Doch wie oft sehnt man sich selbst nach jemandem, der einfach mal zuhört – meistens geht es einem danach deutlich besser.

Menschen, die wirklich zuhören können, sind rar, einer von ihnen ist Christoph Busch aus Hamburg. Er hat das Projekt des Zuhör-Kiosk in Hamburg in der U-Bahn-Station Emilienstraße ins Leben gerufen.

Eigentlich hatte er den alten Kiosk gemietet, um dort an seinen Geschichten zu schreiben. Er wollte die vorbeieilenden Passanten beobachten und erhoffte sich Inspiration von ihnen. Kurzerhand hängte er ein Schild auf mit der Aufschrift: "Ich höre Ihnen zu. Jetzt gleich. Oder ein anderes Mal." Bald ist der heute 75-Jährige nur noch mit Zuhören statt mit Schreiben beschäftigt.

Jetzt hat er sein Angebot erweitert und fordert Menschen auf, sich gegenseitig zuzuhören: Im Eimsbütteler Park stehen jetzt zwei moosgrüne "Gesellige Bänke" mit der Aufschrift "Setzen Sie sich gerne dazu".

Die Idee kam von einer Besucherin des Zuhör-Kiosks, die erzählte, dass sie gern mit anderen Menschen ins Gespräch käme, sich jedoch nie jemand zu ihr setzen würde, wenn sie auf einer Parkbank säße. Meist sei das zwar höflich gemeint, weil man sich nicht aufdrängen wolle, meinte sie. Doch sich auf der Bank dazu zu setzen, bedeutet nicht zwangsläufig, auch ein Gespräch zu führen. Manchmal tut es einfach gut, gemeinsam zu schweigen.

22. April 2022

Es hoppelt wieder auf den Feldern und Wiesen

Auf Deutschlands Wiesen und Feldern hoppelt es wieder – der Positivtrend bei Feldhasen hält an. Einige mögen jetzt denken, dass es doch viele Hasen auch im Stadtbereich gibt. Das sind jedoch meistens Kaninchen, diese leben auf engem Raum und vermehren sich sehr schnell. Der Feldhase steht in Deutschland auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten. Im Frühjahr 2021 wurden pro Quadratmeter 16 Tiere gezählt ­– einer der besten Werte seit Beginn der bundesweiten Zählungen vor 20 Jahren. 2017 war der absolute Tiefstand.

Der Lebensraum des heimischen Feldhasen ist jedoch weiterhin bedroht. Durch die Landwirtschaft werden die Flächen kleiner, auf denen sie leben können. Hinzu kommt der Verlust der Nahrungsgrundlage. Teilweise flüchten die Langohren sogar in die Städte, da ihnen die Monokulturen der Landwirtschaft zu schaffen machen. Brachliegende Flächen an oder in der Stadt sind häufig lange ungedüngt und bieten den Hasen eine gute Flora für ihre Nahrung.

20. April 2022

90-Jährige holt nach 70 Jahren ihren Schulabschluss nach

Es ist nie zu spät, etwas Neues zu lernen und sich seine Träume zu erfüllen. In Dolianova auf Sardinien sitzt neuerdings eine ganz besondere Schülerin auf der Bank der Abendschule: die 90-jährige Anunnziata Murgia. Anders als ihre Mitschüler:innen schaut sie auf ein langes und erfülltes Leben zurück, was die meisten anderen erst noch vor sich haben. Sie ist längst in Rente, aber eines liebt sie besonders: Neues zu lernen. Deshalb holt die Süditalienerin nach mehr als 70 Jahren ihren mittleren Schulabschluss nach. "Meine Klassenkameraden sind wie meine Enkelkinder", sagte sie dem "Guardian".

Geschichte ist ihr Lieblingsfach. Nicht verwunderlich, ist sie doch teilweise Zeitzeugin der verheerenden geschichtlichen Ereignisse. Im Zweiten Weltkrieg musste sie die Schule abbrechen, stattdessen lernte sie nähen, wie viele andere Frauen dieser Zeit. Doch neben ihrem Beruf als Näherin gab sie das Lernen nie auf und bildete sich privat immer weiter, erzählt sie. Ihre Lehrer:innen beschreiben sie als passionierte Schülerin, die sich aktiv am Unterricht beteiligt. Sie selbst sagt: "Ich werde alles geben."

19. April 2022

Legosteine sollen nachhaltiger werden

Wer kennt sie nicht, die bunten Steinchen, die häufig im gesamten Kinderzimmer rumfliegen und nachts für Schmerzen unter den Füßen bei den Eltern sorgen: die Legosteine. Bisher hat das Unternehmen mehr als 500 Milliarden Plastikbausteine produziert. Doch immer häufiger kommt jetzt auch im Spielzeuggeschäft die Frage nach der Nachhaltigkeit auf. Auch das Unternehmen Lego überlegt jetzt, wie man die Plastiksteinchen ökologischer herstellen könnte.

Das Ziel sei es, möglichst bald vom erdölbasierten Plastik für die Steine wegzukommen. Lego-Chef Niels B. Christiansen hofft, bis 2030 ein organisches Material gefunden zu haben, das das Plastik ersetzen kann, so die "Tagesschau". Geforscht werde aktuell an Pflanzenfasern wie Bambus und Flachs. Biegbare Lego-Teile werden bereits jetzt aus Zuckerrohr hergestellt.

Einen Vorteil haben die Plastiksteinchen dennoch: Durch ihre Langlebigkeit werden sie häufig von Generation zu Generation weitergegeben – Wiederverwerten ist eben auch nachhaltig.

13. April 2022

Pinguine, Wale und Robben zählen als Job

Wie wäre es mal mit Pinguine-Zählen in der Antarktis? Klingt nach einem Traumjob für dich? Der kann jetzt wahr werden. Der "UK Antarctic Heritage Trust" stellt neue Mitarbeiter:innen ein: eine:n Stützpunktleiter:in, eine:n Geschäftsführer:in und eine:n allgemeine:n Assistent:in in Port Lockroy. Insgesamt verbringt man fünf Monate von November bis März auf der Basis A – einer historischen britischen Basis auf der winzigen Insel Goudier vor der Antarktischen Halbinsel.

Zu den Aufgaben gehören die Verwaltung des Geschenkeladens und des Postamtes des "British Antarctic Territory", die Überwachung der jährlichen Wartung und Instandhaltung der Gebäude und Artefakte sowie die Beobachtung von Wildtieren für den "British Antarctic Survey". Die Arbeit ist körperlich und mental herausfordernd, kann aber auch ein Abenteuer werden: Von Oktober bis Februar herrscht Sommer in der Antarktis, das bedeutet, dass es fast den ganzen Tag hell ist. Die Durchschnittstemperatur liegt zwischen -10 und -60 Grad. Im Sommer können die Temperaturen auf bis zu 0 Grad steigen.

Wer sich für einen dieser Jobs bewerben möchte, kann sich hier informieren.

11. April 2022

Meilenstein: In US-Reisepässen gibt es jetzt das "X"

Ab dem 11. April können US-Amerikaner:innen bei der Beantragung eines Reisepasses ein X als Geschlechtsangabe wählen. Das sei ein Meilenstein und man habe erreicht, "allen Bürgern unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität besser zu dienen", so Außenminister Antony Blinken. Das Ministerium sei damit die erste Bundesbehörde, die das möglich macht.

Das "X" steht für das, was umgangssprachlich häufig als das dritte Geschlecht bezeichnet wird. Es umfasst aber eher unterschiedliche, nicht binäre Identitäten, unabhängig von den biologischen Geschlechtsmerkmalen eines Menschen.

8. April 2022

Erste schwarze Richterin am Supreme Court

Erstmals wird jetzt eine schwarze Frau Richterin am Obersten Gericht – Supreme Court – der USA. Der Senat bestätigte Ketanji Brown Jackson mit 53 von 100 Stimmen für das Amt. Präsident Jo Biden hatte sie im Februar vorgeschlagen. Er bezeichnete Jackson als eine der "klügsten Juristinnen unseres Landes" und als "historische Kandidatin".

Jackson ist seit 2013 Richterin und arbeitet seit 2021 am Berufungsgericht im Hauptstadtbezirk District of Colombia. Sie hat in Havard studiert und war bereits als Rechtsanwältin tätig.

"Ich stehe hier auf den Schultern von Generationen von Amerikanern, die nie auch nur annähernd eine solche Chance hatten. Ich hoffe, dass das Vertrauen schafft und die Menschen dazu inspiriert zu verstehen, dass unsere Gerichte so sind wie sie", hatte Jackson bei einer Anhörung im Senat im März gesagt.

Die Mehrheit am Supreme Court bleibt jedoch konservativ. Bidens Amtsvorgänger Donald Trump hatte drei Richter:innen im Obersten Gericht platziert, sodass aktuell sechs der neun Richter:innen als konservativ gelten. Jackson wird die 116. Richterin am Supreme Court. Bislang hatten 108 weiße Männer, zwei schwarze Männer, vier weiße Frauen und eine Latina das Amt inne, listet der TV-Sender CNN auf.

5. April 2022

Weinkorken bitte nicht wegschmeißen!

Ein Gläschen Wein, tolle Gespräche und vielleicht noch etwas Gutes zu essen dazu – so könnte ein perfekter Abend mit Freund:innen aussehen. Und wenn ihr jetzt noch dieses kleine Detail beachtet, dann könnt ihr dabei sogar noch etwas für die Umwelt tun: Schmeißt den Weinkorken auf keinen Fall einfach in den Müll. Denn er kann recycelt werden und in einem neuen Leben als Dämmstoff für Wände und Böden durchstarten.

Geschätzt werden in Deutschland jährlich mehr als 1,2 Milliarden Naturkorken aus Weinflaschen gezogen. Die meisten von ihnen landen im Hausmüll. Nur etwa zehn bis 15 Prozent werden recycelt.

Um die außergewöhnlichen Eigenschaften des Naturstoffes nicht einfach in die Verbrennung zu fahren, hat der Naturschutzbund in Hamburg die "KORKampagne" ins Leben gerufen. Aus den anfallenden Korken könnten insgesamt 32.000 Kubikmeter ökologisch wertvolles Dämmgranulat für den Hausbau werden.

Wenn schon die alten Römer Kork als Trittdämmung für ihre Sandalen genutzt haben und er als Hitzeschutz in Spaceshuttles verbaut ist, sollten wir ab sofort darauf achten, einen so wichtigen Rohstoff nicht einfach in den Müll zu werfen.

Noch mehr Good News gefällig?

Für noch mehr gute Laune schaut doch einfach in unseren Good-News-Ticker aus März.

Verwendete Quellen: nabu.de, tagesschau.de, faz.net, nypost.com, sueddeutsche.de, jagdverband.de, nabu.de, abendblatt.de

slr Brigitte

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