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Good News Kommt jetzt endlich die Antibabypille für den Mann?

Antibabypille
© areeya_ann / Shutterstock
Good News: Kommt jetzt endlich die Antibabypille für den Mann? +++ Faszinierend: Bei den Orcas haben die Omas das Sagen +++ Buckelwale stehen in Australien nicht mehr auf der Liste bedrohter Arten

Die schönsten Nachrichten im BRIGITTE-Good-News-Ticker für März 2022

Die Nachrichten zeigen häufig den Schrecken dieser Welt – aktuell zum Beispiel die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg. Doch es gibt nicht nur die dunklen Seiten, unsere Welt hält so viel Schönes für uns bereit. Wir wollen die kleinen Alltäglichkeiten feiern und euch etwas Positives mit auf den Weg geben. Es ist Zeit für Good News – wenn nicht jetzt, wann dann?

25. März 2022

Die Antibabypille für den Mann? Lange kann es nicht mehr dauern!

Eine gute Nachricht in Sachen Verhütung. Neben Kondomen oder Sterilisation soll es bald eine weitere Verhütungsmethode für den Mann geben, denn in naher Zukunft könnte für ihn die Antibabypille auf den Markt kommen.

In der Entwicklung hat es Fortschritte gegeben. Wissenschaftler:innen von der Universität Minnesota gaben bekannt, dass die Pille innerhalb einer Studie an Mäusen getestet wurde und die Wirksamkeit des Mittels YCT529 bereits zu 99 Prozent erfolgreich war – ganz ohne Nebenwirkungen. Bisherige Forschungen haben meist starke unerwünschte Effekte vorausgesagt. Mit Verhütungsmethoden durch das Geschlechtshormon Testosteron wurden etwa Gewichtszunahmen, Depressionen sowie erhöhte Cholesterol-Werte festgestellt, die mit einem Risiko für Herzkrankheiten einhergehen. 

Voraussichtlich wird es klinische Studien an Menschen im dritten oder vierten Quartal diesen Jahres geben. Die Professorin Gunda Georg ist optimistisch, dass die Antibabypille für Männer schon in den nächsten fünf Jahren auf den Markt kommen könnte. Die Forschung wurde durchgeführt, indem den Versuchstieren das Mittel YCT529 vier Wochen lang oral verabreicht wurde. Dadurch sank die Spermienanzahl drastisch. Vier bis sechs Wochen nach der Absetzung des Mittels waren die Mäuse wieder zeugungsfähig. 

Wo genau liegt denn der Unterschied zwischen der Antibabypille für die Frau und für den Mann? Vor allem darin, dass die Antibabypille für Frauen hormonell wirkt. Bei der Pille für Männer wird die Spermienproduktion verändert. Das Mittel YCT529 dockt an das Protein Retinsäure-Rezeptor Alpha an. 

Verwendete Quelle: acs.org

21. März 2022

Faszinierende Fakten über Orcas: Hier haben die Omas das Sagen

Orcas, oder auch Schwertwale genannt, sind sogenannte Zahnwale und gelten als die größten Tiere innerhalb der Familie der Delfine. Bis zu 50 Orcas leben in einer Familiengruppe zusammen – sie wird auch Schule oder Pod genannt und umfasst bis zu vier Generationen. Angeführt wird die Gruppe von dem ältesten weiblichen Wal, der sogenannten Walkuh. Sie verfügt über die größte Erfahrung, zeigt der Gruppe, wo man Nahrung findet und wie man sich in verschiedenen Situationen verhält.

Das Wissen über Jagdtechniken, soziale Interaktion, Nahrungs- und Paarungsgebiete oder Wanderrouten geben die erwachsenen Tieren über Generationen an die jungen Wale weiter. Orcas sind sehr soziale Tiere und nehmen sogar neue Mitglieder in ihren Pod auf. So wurden laut der Tierrechtsorganisation Peta 2019 zwei aus der Gefangenschaft freigelassene Schwertwale in einer wild lebenden Orca-Gruppe gesichtet.

Zu einem intakten Sozialverhalten gehört auch eine gewisse Kommunikation. Orcas können miteinander sprechen, jede einzelne Gruppe kommuniziert dabei in ihrem eigenen Dialekt. Vor allem bei der Jagd scheinen sie sich abzusprechen. Die Schwertwal-Sprache besteht hauptsächlich aus unterschiedlichen Lauten, die von Pfeiftönen über bestimmte Rufe bis hin zu Klicklauten oder Klatschgeräusche reichen.

Orcas sind sehr intelligente Tiere. Ihr Gehirn ist viermal größer als das der Menschen. Und anders als viele andere Tiere können sich Orcas im Spiegel erkennen. Hinzu kommt, dass die Tiere mit einer breiten Palette an Emotionen aufwarten können: So sind sie zu Frustration, Angst, Freude, Liebe und Wut fähig – und das ist nur eine kleine Auswahl.

17. März 2022

Australien streicht Buckelwale von der Liste bedrohter Tierarten

Endlich mal andersrum – Australien streicht die Buckelwale von seiner Liste bedrohter Tierarten. Die Schutzmaßnahmen, um jede Form der Waljagd zu unterbinden, haben sich als erfolgreich erwiesen. Auf dem Höhepunkt der globalen Walfangindustrie gab es in australischen Gewässern nur noch rund 1.500 Buckelwale. Heute wird die Population auf rund 40.000 Tiere geschätzt.

Umweltministerin Sussan Ley sagte in einer Mitteilung: "Hier geht es nicht darum, Schutzmaßnahmen für Buckelwale aufzuheben, die immer noch eine geschützte Art sind, sondern um die Anerkennung des Erfolgs der herausragenden Erhaltungsbemühungen, die unternommen wurden."

Die Walfangindustrie im frühen 20. Jahrhundert hat viele Walarten, insbesondere den Buckelwal, an den Rand des Aussterbens gebracht. Erst 1986 folgte das internationale Walfangmoratorium, an das sich die meisten Staaten hielten. Das Moratorium zeigte Wirkung: Bereits 2019 verkündeten Forscher:innen der University of Washington im Fachjournal Royal Society Open Science, dass die Buckelwale im Südwestatlantik wieder jene Bestandsgröße erreicht hatten, die es vor der Ära des industriellen Walfangs gab. Der weltweite Bestand wird auf etwa 80.000 Tiere geschätzt.

16. März 2022

Ehepaar macht aus eigenem Haus eine Rettungsstation für Faultiere

In San Antonio in Venezuela hat das Ehepaar Haydee und Juan Carlos Rodriguez aus ihrem Haus kurzerhand ein Rettungs- und Pflegezentrum für verletzte und kranke Faultiere gemacht. Die meisten Tiere kommen verletzt durch Stromschläge oder andere Unfälle zu ihnen. Im Haus von Haydee und Juan Carlos können sie sich erholen, bevor sie wieder in die Freiheit entlassen werden.

Die pelzigen Bewohner leben mit dem Ehepaar zusammen im Haus, bevölkern Küche, Balkon und Co. und lassen sich gerne mal von einem Ort zum anderen tragen. Es gibt Klettergerüste und Spielzeug zur Beschäftigung.

Faultiere sind faszinierende Wesen, die ersten eindeutigen Fossilfunde stammen aus einem Erdzeitalter vor etwa 30 Millionen Jahren, dem Oligozän. Früher, etwa vor 20.000 Jahren, gab es sogar Riesenfaultiere wie das Megatherium americanum – sie wurden so groß wie Elefanten.

Faultiere sind sehr langsame Zeitgenossen: Wenn sie sich durch einen Baum hangeln, dann sind sie mit Geschwindigkeiten von acht bis zehn Metern pro Minute unterwegs – am Boden sind sie sogar noch langsamer. Die meiste Zeit bewegen sie sich aber eigentlich überhaupt nicht, denn sie schlafen bis zu Dreiviertel des Tages.

Sie fressen hauptsächlich Blätter, manchmal auch Blüten, Früchte oder sogar Eier und kleine Tiere – je nach Art. Nicht nur ihre Bewegungen sind langsam, sie haben auch einen der langsamsten Stoffwechsel unter den Säugetieren. Zum Verdauen brauchen sie fast eine Woche und müssen sich dementsprechend nur selten entleeren.

Faultiere leben in den Baumkronen der tropischen Regenwälder von Mittelamerika bis zum südlichen Brasilien, daher ist ihr Lebensraum durch die immensen Rodungen der tropischen Wälder sehr gefährdet. Vom Aussterben bedroht sind die meisten Arten zwar nicht – zwei Arten des Dreifingerfaultiers gelten jedoch als gefährdet.

14. März 2022

Wie Musik jetzt bei Angststörungen helfen kann

Dass Musikhören viele Menschen entspannt, ist erst einmal nichts Neues. Es hilft, nach einem stressigen Tag wieder runterzukommen oder uns in traurigen Phasen aufzuheitern. Doch nicht nur beim alltäglichen Stress kann Musik hilfreich sein. Ein kanadisches Forschungsteam hat jetzt gezeigt, dass sie auch Menschen helfen kann, die unter Angststörungen leiden.

In der Studie wurden 160 Menschen mit Angstzuständen beobachtet. Sie sollten zusätzlich zu ihren angstlösenden Medikamenten täglich 30 Minuten Musik hören und sogenannten binauralen Klängen lauschen. Binaural bedeutet: mit beiden Ohren. Sie sind eine für dritte nicht hörbare Wahrnehmung, die empfunden wird, wenn beiden Ohren Schall mit leicht unterschiedlicher Frequenz direkt zugeführt wird. Um diese Klänge wahrnehmen zu können, muss man also Kopfhörer verwenden.

Binaurale Klänge sind eine Art Sinneseindruck. Im Gehirn entsteht ein neuer und dazu pulsierender Ton, dessen Frequenz etwa im Mittelwert zwischen den beiden Ausgangstönen liegt. Diese Klänge sollen helfen, Angststörungen zu behandeln, da mehrere Areale im Gehirn stimuliert werden. Die Forschenden fanden heraus, dass sich dadurch besonders bei leichten Angststörungen eine Verbesserung zeigte – aber auch das normale Abspielen von Musik bereits eine angstlösende Wirkung aufwies.

Die Forschung wird nun weitergeführt, um herauszufinden, mit welcher Art und Dauer des Musikhörens auch Menschen mit schwereren Angstzuständen geholfen werden kann.

11. März 2022

Deutsche Bahn stellt 300 Busse für die Verteilung Geflüchteter bereit

Die Zahl der Menschen, die aus der Ukraine flüchten, steigt täglich. Viele von ihnen kommen jetzt auch in Deutschland an. Die Deutsche Bahn stellt mithilfe seiner mittelständischen Partner:innen bis zu 300 Busse bereit, mit denen kurzfristig täglich 13.000 Menschen flexibel weiterbefördert werden können.

In Kooperation mit den deutschen und polnischen Behörden hat die Deutsche Bahn somit eine zusätzliche Unterstützungsmöglichkeit geschaffen. Die Busse sind zwischen Warschau und Deutschland, innerhalb Deutschlands und in Richtung anderer europäischer Nachbarländer unterwegs. Rund 20 Busse stehen täglich am Berliner Hauptbahnhof zur Verfügung, um die Menschen, die dort mit Zügen ankommen, an unterschiedliche Orte Deutschlands zu fahren.

Auf Abruf können kurzfristig bis zu 50 weitere Busse bereitgestellt werden. Weitere Busse bringen Geflüchtete unter anderem von Berlin nach Paris. Bereits zuvor hatte die Deutsche Bahn einen Shuttleverkehr eingerichtet, der zwischen dem Grenzbahnhof Frankfurt/Oder und Berlin unterwegs ist. Die Züge fahren sechsmal täglich und können insgesamt rund 5.000 Reisende aufnehmen. Damit verdoppelt die Deutsche Bahn das normale Angebot zwischen der polnischen Grenze und Berlin.

10. März 2022

Panamas Natur hat ab sofort eigene Rechte

Um die Natur zu schützen, hat sie in Panama jetzt eigene Rechte auf Existenz, auf Fortbestehen und auf Wiederherstellung bekommen. Dieses Gesetz hat Laurentino Cortizo, der Präsident Panamas, kürzlich unterzeichnet und stellt damit die Grundlage für den Umwelt- und Klimaschutz dar – so kann bei Verletzung oder Nichtachtung auch Anklage erhoben werden.

Umweltaktivist:innen hoffen jetzt auf eine Wende in Panama und begrüßen das Gesetz. Die Wälder sind gekennzeichnet von einer massiven Abholzung. Pro Jahr werden rund 80.000 Hektar Wald gerodet – jedoch nur 2.000 Hektar wieder aufgeforstet. Das Problem sind häufig illegale Rodungen durch Holzfäller:innen und Bauern oder Bäuerinnen, die Brandrodungen betreiben, um die Flächen anderweitig zu nutzen.

Ähnliche Gesetze wie jetzt in Panama gibt es unter anderem in Mexiko, Bolivien und Neuseeland. Das Gute: Wenn die Natur eigene Rechte hat, kann auf diese auch geklagt werden. Das macht es wiederum deutlich einfacher, Fälle von Umweltverschmutzung vor Gericht zu bringen.

Noch produziert Panama einen Großteil an Energie aus fossilen Brennstoffen, vor allem mit Öl. Bis 2030 sollen 15 Prozent der Energie nachhaltig gewonnen werden.

9. März 2022

Bundeskabinett beschließt Abschaffung des Werbeverbots für den Abbruch von Schwangerschaften

Das Bundeskabinett hat den Weg für die Abschaffung des umstrittenen Paragrafen 219a freigemacht. Der Paragraf, der die "Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft" verbietet, soll dem Beschluss von Mittwoch zufolge aufgehoben werden. Bislang führte er unter anderem dazu, das Ärzt:innen keine ausführlichen Informationen über Schwangerschaftsabbrüche öffentlich anbieten durften, ohne eine Strafverfolgung befürchten zu müssen.

Der Gesetzentwurf von Bundesjustizminister Marco Buschmann muss nun noch von Bundestag und Bundesrat beraten werden. Der FDP-Politiker nannte es im ZDF-"Morgenmagazin" einen "untragbaren Zustand", dass das deutsche Recht es Ärzt:innen verbiete, sachlich zu informieren und mit dem Staatsanwalt oder der Staatsanwältin drohe.

Bundesfrauenministerin Anne Spiegel (Grüne) nannte die Abschaffung von Paragraf 219a am Mittwoch "überfällig". "Ärztinnen und Ärzte sollen künftig über ihre medizinischen Leistungen zu Schwangerschaftsabbrüchen informieren können, ohne Strafverfolgung oder Stigmatisierung befürchten zu müssen. Damit stärken wir das Selbstbestimmungsrecht von Frauen nachhaltig."

8. März 2022

Weltfrauentag: In kleinen Schritten zur Gleichberechtigung

Jedes Jahr am 8. März stehen Frauen für ihre Rechte ein, schauen zurück auf das, was sie in Sachen Gleichberechtigung schon erreicht haben und kämpfen für das, was noch vor ihnen liegt. Ein guter Zeitpunkt, um auch die kleinen Schritte zu würdigen.

Beinahe jede Frau hat nachts Angst, allein nach Hause zu gehen. Viele halten bereits auf dem Weg von der Bahn bis zur Haustür ihren Schlüssel in der Hand, um sich notfalls verteidigen zu können. Die beste Option wäre natürlich, mit dem Taxi bis nach Hause zu fahren, doch das ist teuer. In München gibt es deshalb seit 2021 wieder das Frauen-Nacht-Taxi, das mit 5-Euro-Gutscheinen von der Stadt bezuschusst wird. Jeder Frau ab 16 Jahren stehen Gutscheine zu, das gilt auch für trans:Frauen, Frauen mit dem Geschlechtseintrag "divers" und non-binäre Frauen. Voraussetzungen: Der Gutschein gilt im Zeitraum von 22 Uhr bis 6 Uhr und die Fahrt muss bei einer Wohnadresse enden. Frauen-Nacht-Taxen gibt es übrigens auch in anderen Städten wie Mannheim und Heidelberg.

Seit 2021 gibt es in einigen Städten Spaniens den Beschluss, dass sich Frauen mit Menstruationsbeschwerden krankmelden dürfen. Ohne Frage: für die Arbeitgeber:innen bedeutet der Ausfall von Arbeitskräften an mehreren Tagen im Jahr weniger Produktivität und weniger Umsatz. Daher ist das Konzept, dass sich in Spanien für den Menstruationsurlaub überlegt wurde, ein fairer und trotzdem gleichberechtigter Ansatz: Wer während der Periode frei nehmen muss, darf das auch – unter der Bedingung, dass die Arbeit an einem anderen Tag nachgeholt wird. 

Der US-Fußballverband USSF will zukünftig seine Frauen- und Männer-Nationalmannschaft gleich bezahlen. Der Verband bot den beiden Vereinigungen der Frauen (USWNT) und Männer (USMNT) "identische Vertragsvorschläge" an, um dem Ziel nahe zu kommen, "die A-Nationalmannschaften der Männer und der Frauen in einer einzigen Tarifvertragsstruktur zusammenzufassen". 

7. März 2022

Jeder fünfte Dax-Vorstand ist weiblich

Die Personalberatung Russel Reynolds Associates hat eine Analyse der Vorstandsgremien der Dax-40-Vorstände vorgenommen. Das Ergebnis ist erfreulich: Der Frauenanteil in Dax-Unternehmen steigt. Dax 40 sind die umsatzstärksten deutschen Aktienunternehmen im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse. Sie gelten als die wertvollsten deutschen Unternehmen, und seit 2021 gehören statt 30 mittlerweile 40 Firmen dazu. Unter den Top 10 sind unter anderem das IT-Unternehmen SAP, Volkswagen, Airbus, Allianz und die Deutsche Post.

Seit August vergangenen Jahres besagt die gesetzliche Regelung bezüglich der Frauenquote (FüPoG II), dass bei börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Firmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten und mehr als drei Vorstandsmitgliedern bei Neubesetzung darauf geachtet werden muss, dass mindestens eine Frau im Vorstand sitzt.

Im Jahr 2021 legte der Anteil der Frauen in den 40 größten börsennotierten Unternehmen um rund ein Viertel oder fast vier Prozentpunkte von 15,3 auf 19,1 Prozent zu. "Mit den bereits bekannt gegebenen Neubesetzungen wird der Frauenanteil in Dax-40-Vorständen voraussichtlich zum 1. April 2022 erstmals auf über 20 Prozent steigen", heißt es in der Mitteilung von Russel Reynolds Associates. Insgesamt waren im Jahr 2021 42 Prozent aller neu in den Dax 40 bestellten Vorstände Frauen. Die Personalberatung prognostiziert, dass bei gleichem Tempo die Quote in zwei Jahren bei über 30 Prozent liegen könnte.

Drei Unternehmen (Continental, Fresenius MC und Siemens Healthineers) haben im Vorstand bereits einen Frauenanteil von 40 Prozent. Vier kommen auf über 30 Prozent (Daimler, Deutsche Telekom, BASF und RWE). Insgesamt liegen 21 von 40 Dax-Unternehmen auf oder über 20 Prozent.

Es gibt jedoch auch eine Kehrseite: Zwei der Dax-40-Unternehmen erfüllen die gesetzlich geltende Frauenquote noch nicht. Acht der Dax-40-Unternehmen haben weiterhin keine Frau im Vorstand. Hier zeigt sich die begrenzte Wirkung des FüPoG II: Nur zwei dieser acht Unternehmen müssen bei der nächsten Vorstandsberufung eine Frau in die Runde holen (dabei handelt es sich um die Unternehmen Sartorius und MTU). Bei den anderen sechs greift das Gesetz nicht, da sie nicht mitbestimmt sind (dabei handelt es sich um die Unternehmen Brenntag, HelloFresh, Linde und Porsche) oder der Vorstand nur aus drei Mitgliedern besteht (Delivery Hero und Symrise).

3. März 2022

UN-Beschluss: Weltweite Plastikverschmutzung soll gestoppt werden

Kaum ein Meereslebewesen – egal ob in der Tiefsee oder der Antarktis – ist frei von Kunststoff. Nicht nur die offensichtlichen Abfälle wie Dosenhalter, in denen sich Schildkröten und andere Tiere verfangen, sind problematisch, sondern besonders das Mikroplastik, das die Tiere in ihren Organismus aufnehmen. Um eine weitere Verunreinigung der Meere zu verhindern, haben auf der fünften UN-Umweltversammlung (UNEA) im kenianischen Nairobi die 193 Mitgliedsstaaten ein ambitioniertes Abkommen gegen die Plastikverschmutzung an Land und Meer auf den Weg gebracht.

Ein paar Zahlen: Jährlich werden rund 400 Millionen Tonnen Plastik weltweit produziert. Nur neun Prozent davon werden recycelt. Etwa 19 bis 23 Millionen Tonnen Plastikmüll landen pro Jahr in Flüssen, Seen und Meeren – was zwei Lkw-Ladungen pro Minute entspricht.

Das jetzt beschlossene Abkommen ist rechtlich bindend und soll unter einem internationalen Verhandlungsmandat bis Ende 2024 fertig ausgehandelt werden. Ziel ist es, den Neueintrag von Plastik in die Umwelt nun Schritt für Schritt zu reduzieren, bis er ganz gestoppt ist. Und zwar ohne die von beispielsweise Japan geforderte Beschränkung auf Seen, Flüsse und Meere, sondern auch in die Luft und das Land, wo vor allem Mikroplastik ein Problem ist.

Zwar konnten sich die Staaten nicht auf ein generelles Verbot von Einwegplastik einigen, wie vom WWF gefordert, dafür wollen sie den gesamten Lebenszyklus von Plastikprodukten regeln. Das beginnt bereits beim Produktdesign und geht bis hin zum Aufbau einer umweltverträglichen Abfallwirtschaft und funktionierenden Recyclingsystemen. Erst in zweiter Linie wird es darum gehen, das bestehende Plastik aus den Meeren wieder herauszuholen. Das größte Problem bei solchen weitreichenden Abkommen sind meist die Kontrolle und die Sanktionen. Statt schwammiger Formulierungen, wie sie die USA zunächst einbrachten, soll es nationale Berichte geben und der Umsetzungsfortschritt regelmäßig kontrolliert werden.

2. März 2022

Airbnb will Wohnungen für Geflüchtete aus der Ukraine bereitstellen

Der CEO der Reiseplattform Airbnb Brian Chesky und seine Mitgründer Joe Gebbia und Nathan Blecharczyk gaben am 28. Februar 2022 bekannt, dass sie über ihre Plattform kostenlose Unterkünfte für bis zu 100.000 Geflüchtete bereitstellen wollen. Diese Unterkünfte sollen vor allem in jenen Ländern bereitgestellt werden, in denen die meisten Geflohenen eintreffen. Sie hätten jetzt vorerst Polen, Ungarn, Deutschland und Rumänien eine Zusammenarbeit angeboten.

Finanziert werden soll die Aktion über drei Schienen: Gelder aus dem börsennotierten Unternehmen selbst, den Spenden des Airbnb.org Refugee Fund und über die beteiligten Gastgeber:innen. Letztere können sich unter Airbnb.org informieren, wie sie an der Aktion teilnehmen können.  

1. März 2022

Erste Erfolge bei der Forschung zu antibiotikaresistenten Bakterien

Bakterien: Sie sind kaum zu sehen, können aber einen erheblichen Schaden anrichten. Immer wieder hört man von antibiotikaresistenten Erregern, gegen die wir Menschen kaum etwas ausrichten können. Die Prognose: Bis 2050 sollen Superbakterien für weltweit zehn Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich sein. Ein Paradebeispiel für die Evolution. Forscher:innen der University of Texas in Austin haben einen neuen Weg gefunden, gegen diese Superbakterien vorzugehen. Dabei nahmen sie ein bestimmtes Protein ins Visier, das die Erreger nutzen, um Resistenzen zu entwickeln.

Das Forscherteam wählte den Ansatz, die Produktion der Resistenzproteine von vornherein zu verhindern. Durch einen Faltprozess wird ein ganz bestimmtes Protein unterdrückt – das sogenannte DsbA. So konnte das Team die Resistenz gegen existierende Antibiotika entfernen. Diese Methode funktionierte bei unterschiedlichen Bakterien. Darunter auch E-coli, K. pneumoniae und P. aeruginosa. Diese sind gemeinsam für einen großen Teil aller superbakteriellen Infektionen verantwortlich.

Zwar können die Chemikalien, mit denen die Forscher:innen das resistente Protein deaktivierten, nicht sicher am Menschen angewandt werden, sie konnten jedoch zeigen, dass der Mechanismus funktioniert.

Verwendete Quellen: trendsderzukunft.de, trendingtopics.eu, zeit.de, PM Russel Reynolds Associates, tagesspiegel.de, watson.de, nur-positive-nachrichten.de, deutschebahn.com, instagram.com, zdfheute, wwf.de, minister.awe.gov.au, goodnews-magazin.de, peta.de

slr Brigitte

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