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Good News Statt aussetzen: Hier bekommen verzweifelte Hundehalter:innen jetzt Hilfe

Ein Hund sitzt angebunden in einem Park
© Martina Berg / Adobe Stock
Good News: Hundehalter-Notruf: Bitte setzt eure Hunde nicht einfach aus +++ Diese App sagt die UV-Belastung voraus +++ Statt auf Palmöl soll auf sicheres und nachhaltiges Hefeöl gesetzt werden +++ Deutsche Bahn muss die Anrede "Divers" anbieten

Die schönsten Nachrichten im BRIGITTE-Good-News-Ticker für Juni 2022

Die Nachrichten zeigen häufig den Schrecken dieser Welt – aktuell zum Beispiel die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg. Doch es gibt nicht nur die dunklen Seiten, unsere Welt hält so viel Schönes für uns bereit. Wir wollen die kleinen Alltäglichkeiten feiern und euch etwas Positives mit auf den Weg geben. Es ist Zeit für Good News – wenn nicht jetzt, wann dann?

24. Juni 2022

Hundehalter-Notruf: Bitte setzt eure Hunde nicht einfach aus

Die Ferien stehen bevor und wie jedes Jahr wird der Familienurlaub vielen Hunden zum Verhängnis – sie werden ausgesetzt, weil sie auf einmal zu einer Last geworden sind. Wenn sie Glück haben, werden sie vor Tierheimen festgebunden, viele von ihnen verhungern und verdursten jedoch in der Natur oder werden von einem Auto überfahren. Um diesem Elend entgegenzuwirken, hat die Hundetrainerin und Verhaltensberaterin Nadine Seeger den Hundehalter-Notruf ins Leben gerufen.

Am 24. Juni und am 2. und 9. Juli jeweils von 10 bis 15 Uhr können sich verzweifelte Hundehalter:innen unter der Nummer 0211-78178985351 melden und dort anonym und kostenlos mit insgesamt zehn Hundetrainer:innen über die Probleme mit ihrem Hund sprechen und sich beraten lassen. Es ist schwer, sich selbst einzugestehen, dass man sich mit einem Hund übernommen hat, und vielleicht reagieren Familie und Freunde darauf eher mit Unverständnis, anstatt ihre Hilfe anzubieten.

Wenn man selbst das Gefühl hat, dass man der Situation nicht mehr Herr wird oder dem Tier nicht mehr gerecht, dann sollte man sich überlegen, es in ein Tierheim zu geben oder sich an eine Tierschutzorganisation zu wenden, die einem bei der Weitervermittlung helfen können. Wer noch einmal alles daran setzen möchte, das Leben mit dem Hund in die richtigen Bahnen zu lenken, der:die kann sich bei den Hundetrainer:innen melden. Denn vieles im Zusammenleben mit den Vierbeinern ist hartes und regelmäßiges Training, was am Ende aber mit viel Liebe bezahlt wird.

Weitere Informationen findet ihr auf der Seite: hundehalter-notruf.de

23. Juni 2022

Eine App warnt vor zu starker Sonneneinstrahlung

Hitzewellen und Dürren werden immer häufiger und sorgen für extreme Sommermonate. Das ist nicht nur ein Problem der südlichen Länder, auch Deutschland ist von Hitze zunehmend betroffen. Die Sommer werden heißer und die UV-Strahlung steigt. Dadurch erhöht sich auch das Risiko für Hautkrebs. Setzen wir uns ungeschützt der starken Strahlung aus, verbrennt unsere Haut, was als eine der Hauptursachen für Hautkrebs gilt.

Um die Haut zu schützen, ist Sonnencreme sehr wichtig, aber oft kann die UV-Belastung nicht genau eingeschätzt werden, weshalb es trotzdem zu Verbrennungen kommt. Für dieses Problem hat die WHO und UNO-Organisation für Meteorologie eine UV-Warn-App namens "Sunsmart" entwickelt. Diese weist die Nutzer:innen auf zu starke Sonneneinstrahlung hin, indem sie eine fünftägige Voraussage für verschiedene Standorte bietet. Außerdem hat die App eine Benachrichtigungsfunktion, wenn Sonnenschutz notwendig wird. 

22. Juni 2022

Auf Palmöl verzichten: Jetzt kommt Hefeöl

Palmöl wird unter anderem für Nahrungsmittel, Kosmetik sowie Treibstoffe verwendet und gilt damit als eines der meistgenutzten Pflanzenöle überhaupt, wodurch der Bedarf sehr groß ist. Jedoch ist es sehr schlecht für unsere Umwelt und damit für das Klima. Um Platz für die Ölpalmen zu schaffen, werden ganze Regenwälder von internationalen Konzernen abgeholzt. Dadurch wird auch viel Kohlendioxid freigesetzt, welches großen Schaden anrichtet. 

Umso schöner, dass das Hamburger Start-up Colipi Biotech eine Lösung entwickelt hat, die dem entgegenwirken möchte, indem sie Öl aus Hefen herstellen. Dieses Öl kann für den normalen Gebrauch verwendet werden und würde damit Palmöl komplett ersetzen. Mit anderen pflanzlichen Ölen wäre das nämlich nicht so einfach möglich. Um das Öl zu gewinnen, werden die Hefen zunächst mit Biomasse gefüttert. Nach einiger Zeit werden diese dann im Bioreaktor fett und beginnen Öl zu produzieren, was dann hervorragend für Lebensmittel und Co. genutzt werden kann.

Am heutigen Tag des Regenwaldes sind das besonders schöne Nachrichten, denn wir brauchen Pflanzen sowie Bäume zum Leben und ihre Sicherung sollte für uns deutlich wichtiger werden. Mit dem Projekt von Colipi Biotech soll bis 2050 das Öl in riesigen Bioreaktoren produziert und so sicheres sowie nachhaltiges Hefeöl angeboten werden.

Deutsche Bahn muss die Anrede "Divers" anbieten

Wer bisher ein Bahnticket im Internet gekauft hat, konnte ausschließlich zwischen der Anrede "Herr" und "Frau" auswählen. Nach einem Gerichtsurteil muss die Deutsche Bahn künftig eine geschlechtsneutrale Ansprache anbieten, dazu hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt das Unternehmen jetzt verpflichtet. Grundlage des Urteils war die Klage einer Person, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zuordnet.

Ab dem 1. Januar 2023 sei es daher zu unterlassen, "die klagende Person nicht binärer Geschlechtszugehörigkeit dadurch zu diskriminieren, dass diese bei der Nutzung von Angeboten des Unternehmens zwingend eine Anrede als Herr oder Frau angeben muss". Die Bahn muss die Anrede "Divers" im Onlinebuchungssystem nun ergänzen. Aufgrund der erforderlichen technischen Umstellung wurde dem Unternehmen eine Frist bis Ende des Jahres eingeräumt. Bei der Ausstellung von Fahrkarten am Schalter, Schreiben des Kundenservices, Werbung und gespeicherten Daten müsse das Urteil sofort umgesetzt werden. Das OLG-Urteil ist nicht anfechtbar.

21. Juni 2022

Kreml-Kritiker Dmitri Muratow versteigert seine Friedensnobelpreismedaille 

Der russische Journalist Dmitri Muratow hat seine Friedensnobelpreismedaille für unglaubliche 103,5 Millionen US-Dollar (ca. 98,5 Millionen Euro)  versteigert. Gekauft hat die Medaille ein unbekannter Bieter über das Telefon. Das Geld aus der Auktion soll einem guten Zweck dienen und über das UN-Kinderhilfswerk UNICEF an geflüchtete ukrainische Kinder gehen.

Das Ziel Muratows ist es, dass die traumatisierten und teilweise verwaisten sowie obdachlosen Kinder unterstützt werden. Er sagte dazu, dass es als ein Beispiel für wohlhabende Menschen dienen solle, um diese anzuregen, ebenfalls wertvolle Besitztümer für die Ukrainer:innen zu versteigern. Das Preisgeld über ca. 470.000 Euro, das er für den Nobelpreis bekommen hat, soll ebenfalls gespendet werden. 

20. Juni 2022

So entsteht Trinkwasser aus Luft und Sonne 

In Tunesien und Marokko hat rund jede:r Fünfte keinen Zugang zu frisch aufbereitetem Trinkwasser. Um dem entgegenzuwirken, hat sich das französisch-tunesische Start-up "Kumulus Water" mit dem "Kumulus" vorgenommen, vor allem Schulen und Gemeinden in Nordafrika mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Dieses Gerät, was aussieht wie ein kleiner Roboter, zieht sich das Wasser aus der Luft. Im Prinzip imitiert es damit den Morgentau. Die Luft strömt von außen in den Filter, um dort zunächst von Schadstoffen gesäubert zu werden und schließlich in das Gerät selbst geleitet wird, damit das Wasser abkühlen kann und kondensiert. So wird dann nämlich der Tau nachgebildet.

Die erste Maschine steht in einer tunesischen Grundschule, die besonders von Wasserknappheit getroffen ist und lediglich verunreinigtes und damit gesundheitsschädliches Regenwasser zur Verfügung hat. In dem Pilot-Projekt werden die Schüler:innen mit bis zu 30 Litern sauberem Wasser am Tag versorgt. Das Gerät muss noch von der Regierung genehmigt werden und wenn das so weit ist, kann es die Wasserknappheit immens sinken lassen und vor allem die betroffenen Länder unterstützen.

15. Juni 2022

Der Superwurm: Dieses Tier kann Styropor verdauen 

Forscher:innen an der australischen University of Queensland entdeckten, dass der sogenannte Superwurm gerne Styropor isst und diesen auch noch gut verdauen kann. Die kleinen Tierchen haben ein bestimmtes Enzym im Magen, welches es ihnen ermöglicht, diesen Stoff im Körper problemlos zu verarbeiten. In der Studie bekamen die Superwürmer über drei Wochen lang entweder Styropor, Kleie oder gar keine Nahrung. Es zeigte sich, dass die Tiere, die Styropor aßen, sogar zunahmen und dieses Essen gut vertrugen. 

Diese Erkenntnis könnte Recycling revolutionieren und bietet neue Anhaltspunkte darüber, wie dieses große Problem neu betrachtet werden kann. Es sollen nun nicht direkt Anlagen entstehen, in denen die Würmer Plastik essen sollen. Aber das besondere Enzym im Körper der Tiere soll identifiziert und dann in größerem Maße eingesetzt werden. Dafür soll das Plastik klein gemacht werden und dann dem entsprechenden Enzym vorgesetzt werden – ganz wie bei den Super-Tierchen.

13. Juni 2022

Tierpark Hagenbeck: Diese Tiere haben Nachwuchs bekommen 

Im Tierpark Hagenbeck wurde Anfang Juni der kleine Lorenzo geboren. Bei dem süßen Tier handelt es sich um ein Alpaka, das mit seiner Farbe besonders auffällt. Das Jungtier ist nämlich schneeweiß, und nur ein einziger schwarzer Fleck ziert das sonst helle Fell. Ende Mai wurde das erste Alpaka-Baby des Jahres geboren, und mit etwas Glück kommen noch weitere dazu. 

Mindestens genauso süß, aber deutlich gefährlicher, wenn sie groß werden, sind die zwei sibirischen Tigerbabys, die ebenfalls im Mai das Licht der Welt erblickten. Die beiden Kleinen sind eine besonders schöne Freude, weil sie die ersten Nachkommen seit fünf Jahren sind. Tigermama Maruschka kümmert sich liebevoll um ihr Glück, und auch die Besucher:innen durften schon einen Blick auf sie werfen. 

9. Juni 2022

Flying Hope e.V.: So helfen Pilot:innen Familien mit kranken Kindern 

Der Flying Hope e.V. ist ein Verein, der durch Charity-Flüge Familien mit kranken Kindern unter die Arme greift. Die Kinder werden kostenlos mit dem Flugzeug zu Behandlungen, in Hospize, Krankenhäuser oder in den Urlaub innerhalb Deutschlands geflogen. Seit der Gründung 2010 fliegen die Pilot:innen wöchentlich und verzeichnen bisher 550 Flüge, die für die Familien große finanzielle Entlastungen darstellen.

Mittlerweile hat der Verein rund 200 Mitglieder sowie 30 aktive ehrenamtliche Pilot:innen, die Kindern mit schweren Erkrankungen oder Behinderungen dadurch eine besondere Möglichkeit bieten. Das Prinzip stammt aus den USA, wo es Familien aufgrund von fehlender Krankenversicherung oder zu hohen Kosten nicht möglich ist, dringende Flüge einfach zu unternehmen.

8. Juni 2022

Bienen haben ihre eigenen Fachärzt:innen 

Wie wichtig Bienen sind, wissen wir alle. Sie bestäuben Pflanzen, sorgen für Honig und sind damit unersetzbar für unser Ökosystem. Um diese besonderen Tierchen zu schützen, gibt es Fachärzt:innen, die sich auf die Insekten spezialisiert haben. Es handelt sich dabei um rund 17 Tierärzt:innen in Deutschland, die sich derzeit schon mit der Gesundheit und Sicherung von Bienen befassen, welche zu den wichtigsten Nutztieren zählen. Mit ihrer Arbeit unterstützen die Fachpersonen den Erhalt der Insekten, wodurch auch Honig als wichtiges Lebensmittel bewahrt wird. 

Um die Insekten zu untersuchen, greifen die Mediziner:innen nicht auf klassische Mittel zurück, da die Bienen nicht einzeln betrachtet und untersucht werden können wie etwa Pferde, Hunde und Katzen. Vielmehr achten sie auf das soziale Gefüge und wie sich die Bienen in der Natur verhalten. Hier stellen sich die Bienenärzt:innen Fragen wie: Haben die Insekten genug Futter? Fliegen sie ruhig? Wo befindet sich das Bienennest und wie ist der Zustand der Waben? Anhand dessen schauen die Spezialist:innen, wie es den Bienen geht und ob diese eventuell Medikamente brauchen, um Krankheiten vorzubeugen.

3. Juni 2022

Zum CSD wird über dem Bundestag jetzt die Regenbogenflagge gehisst

Nach Angaben der Pressestelle des Parlaments hat das Bundespräsidium entschieden, das ab jetzt zum Christopher Street Day die Regenbogenfahne gehisst werden soll. Ebenfalls am Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie, der am 17. Mai stattfindet, sollen die bunten Farben über dem Bundestag leuchten. Vor wenigen Monaten hatte das Bundesinnenministerium offiziell genehmigt, dass die Regenbogenflagge zu bestimmten Anlässen vor Dienstgebäuden des Bundes gehisst werden darf.

Aus Präsidiumskreisen wurde bekannt, dass der Beschluss für den Bundestag einstimmig war. Es wird demnach das erste Mal sein, dass der Bundestag auf dem Gebäude eine andere Flagge hisst als die deutsche oder die europäische. "Ja, die Flagge kommt auf den Turm", teilte die Vizepräsidentin des Bundestags, Katrin Göring-Eckardt (Grüne), am Donnerstag mit. Sie sei ein weltweites Zeichen für Akzeptanz und Vielfalt. Es sei bereits überfällig, dass am Reichstag ein sichtbares Zeichen gesetzt werde, "dass unser Land ein Land der Freiheit, Vielfalt und Demokratie ist, das sexuelle und geschlechtliche Vielfalt schützt und sich gegen jede Form der Diskriminierung stellt".

1. Juni 2022

Innen- und Außenpolitik in Australien werden mit Frauen besetzt

In Australien ist das Kabinett um den neuen Premierminister Anthony Albanese vereidigt worden. Mit zehn der insgesamt 22 Ministerien werden so viele von Frauen geführt wie nie zuvor. Wie bereits in Deutschland sind die Ämter der Innen- und Außenministerien mit Clare O’Neil und Penny Wong jetzt weiblich besetzt. Mit Linda Burney steht zudem erstmals eine Frau mit indigenen Wurzeln dem Ministerium für australische Ureinwohner:innen vor.

"Feminismus versucht, Strukturen, die auf Gewalt setzen, zu zerschlagen", sagt die Aktivistin Kristina Lunz im Gespräch mit der "Deutschen Welle". Eine feministische Außenpolitik setze den Fokus auf eine friedliche Konfliktlösung und nicht auf Aufrüstung. 

Margot Wallström prägte den Begriff der "feministischen Außenpolitik“.  Sie wurde 2014 zur schwedischen Außenministerin ernannt und setzte sich weltweit für Frauenrechte ein. Sie forderte, dass Frauen gleichermaßen repräsentiert sein müssen – in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie förderte Frauen im Regierungsapparat, gewährte Mittel für feministische Projekte im Ausland – kurz: Sie entwarf eine feministische Außenpolitik und wurde damit zu einer Vorreiterin für andere Länder.

Noch mehr Good News gefällig?

Für noch mehr gute Laune schaut doch einfach in unseren Good-News-Ticker aus Mai.

Verwendete Quelle: zeit.de, dw.de, enorm-magazin.de, flyinghope.de, hagenbeck.de, goodnews-magazin.de, hundehalter-notruf.de

slr / lhu Brigitte

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