"Granny Aupair": Im Alter ins Ausland

Michaela Hansens Agentur "Granny Aupair" gibt Seniorinnen die Möglichkeit, als Au-pair ins Ausland zu gehen und hat schon 500 Seniorinnen den Traum von einem Leben im Ausland erfüllt.

Michaela Hansen mit ihrem Enkel Karl

Wer sie ist: Michaela Hansen, Chefin und Gründerin von "Granny Aupair", bietet Frauen 50 plus die Möglichkeit, für längere Zeit als Au-pair ins Ausland zu gehen. Seit der Gründung der Firma 2009 sind rund 500 Frauen in über 40 Länder gereist. Dass es nie zu spät ist für ein neues Abenteuer weiß Michaela Hansen, selbst vierfache Großmutter, aus eigener Erfahrung: Ihr mehrfach ausgezeichnetes Projekt "Granny Aupair" gründete sie mit 48 Jahren.

Woher sie kommt: Michaela Hansen wäre lieber zehn Jahre früher auf die Welt gekommen. "Ich habe mich immer als Spät-Hippie betrachtet und hätte die echte Hippie-Zeit gern miterlebt", schwärmt die Hamburgerin. Nach einer Ausbildung zur Bürokauffrau reiste sie mit 19 Jahren in alter Hippie-Tradition nach Indien und lebte drei Monate in einem Ashram. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland bekam sie mit 20 ihr erstes Kind, mit 21 folgte das zweite. Obwohl sie alleinerziehend war, studierte sie Soziologie und Kriminologie. Schließlich gründete sie mit ihrem heutigen Mann Manfred eine PR-Agentur. Alle beruflichen Entscheidungen traf Michaela Hansen spontan nach ihrem Bauchgefühl. "Wenn ich etwas sehe oder höre, das mich berührt und begeistert, dann mache ich das auch. Meist bin dann davon auch nicht mehr abzubringen", erzählt sie. Genau so war es auch mit ihrer Idee zu "Granny Aupair".

Was sie verändert: Die Idee kam Michaela Hansen, als sie 2009 an einem Sonntagnachmittag die TV-Doku "Auf und Davon" anschaute, die junge Au-pairs auf ihren Reisen durchs Ausland begleitete. "Ich konnte so etwas nie machen, weil ich sehr früh eigene Kinder bekommen habe. Während ich diese Doku ansah, habe ich mich gefragt, ob ich auch in meinem Alter noch Au-pair werden kann", erzählt Michaela Hansen. Im Internet konnte sie keine Angebote finden, also beschloss sie, selbst eine Agentur für Frauen über 50 zu gründen. Sie investierte alle Ersparnisse in den Aufbau ihrer Firma.

So funktioniert Granny Aupair: Auf der Internetseite des Unternehmens können sowohl ältere Frauen als auch Gastfamilien ein Profil erstellen und Kontakt zueinander aufnehmen. Beide Seiten profitieren von dem Programm: Die "Au-pair Omas" bekommen die Möglichkeit, im Ausland zu leben und die Gastfamilien wissen, dass ihr Kind eine Betreuerin hat, die Lebenserfahrung mitbringt. Die einzigen Kosten, die entstehen, ist ein Mitgliedsbeitrag für die Zeit, in der man nach einer Granny oder nach einer Familie sucht. "Wir verändern damit das Bild vom Alter und von Rentendasein vollkommen", sagt Michaela Hansen. "Früher galt die Auffassung, dass man ab 60 nur noch den Keller entrümpelt, Golf spielt oder gärtnert. Aber wir bieten neue Herausforderungen." Bisher hat nur jede zehnte Au-pair-Oma ihren Aufenthalt abgebrochen.

Wie sie ihr Unternehmen führt: Mittlerweile beschäftigt Michaela Hansen neun Mitarbeiter. Einen autoritären Führungsstil lehnt sie ab. "Ich war selbst jahrelang Angestellte und habe autoritäres Gehabe immer gehasst. Ein Chef hat mir dauernd das Gefühl gegeben, dass ich nichts kann. Irgendwann fängt man selbst an, das zu glauben." Eine motivierende Atmosphäre, in der Mitarbeiter ihre eigenen Ideen einbringen können, ist für sie ein Geheimnis ihres Erfolges.

Was sie plant: Granny Aupair wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zum Beispiel von der Initiative des Bundes "Deutschland - Land der Ideen". Solche Auszeichnungen bestätigen Michaela Hansen, dass ihre Idee die Menschen begeistert. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass "Granny Aupair" noch internationaler wird: "Ich träume davon, dass wir nicht nur Grannys aus Deutschland ins Ausland vermitteln, sondern Seniorinnen aus aller Welt." Viele ihrer Grannys seien übrigens "Wiederholungstäterinnen": Noch während sie bei einer Familie im Ausland sind, suchen sie nach der nächsten.

Mehr über das Granny-Aupair-Programm erfahren Sie unter: www.granny-aupair.com

Text: Teresa Pfützner
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