H&M lässt schwarzen Jungen als "Affe" posieren und erntet Mega-Shitstorm

Für ein Werbefoto, das einen kleinen Jungen mit dunkler Hautfarbe zeigt, kassiert H&M heftig Kritik. Musiker The Weeknd kündigte der Modekette die Zusammenarbeit auf – das umstrittene Kleidungsstück flog dafür weltweit aus dem Sortiment.

H&M Webshop: Junge mit Pullover
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Ein grüner Pulli und das Kind, das ihn trägt, bescheren dem Mode-Riesen H&M gerade mächtig Ärger. Der Vorwurf: Rassismus. Dabei geht es vor allem um das Zusammenspiel von Pullover-Print und Hautfarbe des Models.

Der Hoodie trägt die Aufschrift "Coolest Monkey in the Jungle" ("Coolster Affe im Dschungel"). Umstritten ist dabei nicht der Text an sich – aber die Inszenierung auf dem Werbefoto: Im britischen Online-Shop posierte darin nämlich ein kleiner Junge mit dunkler Hautfarbe. Kritiker sehen darin eine rassistische Diskriminierung des Jungen. Der Begriff "Affe" sei gemeinhin als verunglimpfende Bezeichnung für Schwarze konnotiert.

Nachdem User auf das zweifelhafte Bild aufmerksam machten, hagelte es bei Twitter Kritik für den Mode-Konzern. Für Empörung sorgte auch, dass ein anderer Pulli aus derselben Kollektion von einem hellhäutigen Jungen präsentiert wird – dieses Modell wiederum trägt die Aufschrift "Survival Expert", also "Überlebens-Experte". 

Musiker The Weeknd, der bei H&M eine eigene Kollektion herausgebracht und auch selbst für das Label gemodelt hatte, kündigte an, seine Zusammenarbeit mit dem Konzern zu beenden. Er sei "geschockt und beschämt", schrieb der kanadische R&B-Musiker ("Starboy") bei Twitter. "Ich fühle mich zutiefst beleidigt und werde nicht mehr mit H&M zusammenarbeiten."

H&M entschuldigte sich mittlerweile für die Aktion. "Wir verstehen, dass viele Menschen verärgert über das Bild sind", zitiert die "Washington Post" den Mode-Händler. "Es tut uns aufrichtig leid, dass das Bild gemacht wurde, und wir bedauern auch den tatsächlichen Abdruck." Man habe das Werbefoto aus dem britischen Webshop entfernt sowie auch den Hoodie weltweit aus dem Sortiment genommen.

Wie es zu dem Zusammenspiel von Pullover-Print und Model kommen konnte, werde laut H&M untersucht. Medien-Berichten und Twitter-Usern zufolge war der Pullover bis Montagnachmittag weiterhin im Shop erhältlich. 

 

 


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