Tierquälerei: Neues Gesetz soll Hummer schützen

Seit jeher werden Hummer dadurch gegart, dass sie lebendig in kochendes Wasser geworfen werden. Nun soll die Quälerei durch ein Gesetz verbessert werden. 

Hummer, Kochtopf
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Hummer schmecken köstlich, aber ihre Zubereitung sorgt bei Köchen und Gourmets häufig für ein ungutes Gefühl. Die Vorstellung bei vollem Bewusstsein in kochendes Wassser geworfen zu werden (sofern Hummer denn ein Bewusstsein haben), ist schließlich ganz schön grausam, egal, wie lecker das Endergebnis ist. Das soll sich jetzt ändern!

Das Gesetz für den Hummer-Schutz

In der Schweiz gibt es nun eine Regelung, die vorschreibt, wie Hummer ab sofort zubereitet werden müssen. Um des Tierschutzes willen sollen die Tiere nämlich betäubt werden, bevor sie in den heißen Kochtopf wandern. Möglich wäre diese Maßnahme etwa mit Hilfe von Elektroschocks. Die von Tierschützern geforderte Maßnahme wurde nun von der Schweizer Regierung beschlossen und tritt ab dem 1.März in Kraft.

"Schmerzempfinden, wie bei einem Hund"

Experten gehen davon aus, dass Krebse hochentwickelte Nervensysteme haben und dadurch Schmerz empfinden können. Eine Narkose soll den Tieren daher viel Leid ersparen. Außerdem dürfen noch lebende Hummer in der Schweiz nur noch gekühlt, nicht aber in eiskaltem Wasser oder auf Eis transportiert werden. Robert Elwood, Zoologieprofessor der Queen's University in Belfast, sagte beispielsweise dem "Spiegel": "Ich kann nicht beweisen, dass Krebse Schmerz empfinden. Aber ich kann sagen: Die Art und Weise, wie Krebse reagieren, deutet auf die Existenz eines Schmerzempfindens hin. Sie zeigen all das Verhalten, das man zum Beispiel bei einem Hund erwarten würde, der auf gleiche Weise mit Stromstößen malträtiert würde."

Und in Deutschland?

Bei uns bleibt es weiterhin erlaubt, Hummer ohne Betäubung oder andere Maßnahmen zur Schmerzlinderung direkt zu Kochen oder zu dämpfen. Immer wieder versuchen Online-Petitionen eine entsprechende Gesetzesänderung auch in Deutschland einzuführen, konkrete Anzeichen dafür gibt es aber noch nicht. 

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