Homeoffice während Corona: "Mein Hund hat das Ladekabel zerfleischt" und andere Ausreden

Trotz kürzestem Arbeitsweg der Welt zu spät gekommen? Kein Problem, vom gefräßigen Hund bis hin zur explodierten Kaffeemaschine liefern wir euch die besten Ausreden fürs Homeoffice, die man euch gerade noch glauben könnte.

Wenn das Homeoffice irgendetwas Gutes an sich hat, dann, dass der Morgen um einiges entspannter geworden ist. Müsste ich heute eigentlich Haare waschen und deshalb 15 Minuten früher aufstehen? Wurst. Hatte ich mental ein ganzes Outfit geplant, nur um dann festzustellen, dass der dafür zwingend notwendige Pullover in der Wäsche ist? Macht nichts. Ist die Bahn auf meiner Strecke mal wieder super unzuverlässig? Total egal.

Für Menschen, die keine Kinder haben, die wegen der Schul- und Kitaschließungen ebenfalls zu Hause sind, bedeutet Arbeit von zu Hause im Zweifel: 20 Minuten vor Dienstbeginn aus dem Bett klettern, vielleicht mal ganz kurz den Schlaf aus den Knochen duschen, Jogginghose anziehen, Kaffee machen und Laptop anschmeißen.

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Aber auch, wenn die unmittelbare Nähe zum Arbeitsplatz die Gefahr, sich wegen eines Staus zu verspäten oder auf dem Weg ins Büro von einem besonders süßen Welpen abgelenkt zu werden, minimiert, kann auch im Homeoffice einiges passieren. Hier daher ein paar gut gemeinte Tipps, mit denen ihr kleinere Malheurs, Snooze-verschuldete Verspätungen und wegen "5 Minuten Netflix"-Pausen verpasste Deadlines wegargumentieren könnt. 

Diese Home-Office Ausreden glaubt dir jeder

Der beste Freund des Menschen – in allen Situationen

Du hast einen sehr verspielten Hund? Oder eine besonders aufmerksamkeitsintensive Katze? Oder vielleicht einen rauflustigen Iguana? Perfekt! Hiermit steht dir eine riesige Bandbreite an glaubwürdigen Ausreden offen: Früher hat dein Hund immer deine Hausaufgaben gefressen? Heute hat er das Ladekabel zerfleischt. Und du musstest natürlich erst mal in den Keller und nach einem neuen schauen. Und, also, das ist dir jetzt ein bisschen peinlich, das so zu sagen, aber der Keller ist halt nicht besonders aufgeräumt, kennt man ja, und deshalb hat die Suche ein bisschen länger gedauert.

Und nachdem du endlich eins gefunden hattest und es stolz nach oben getragen hast, hat dein Kater eine halbtote Maus aus dem Garten ins Wohnzimmer geschleppt, die musste natürlich erst mal reanimiert werden, das dauert auch. Und in der ganzen Aufregung hast du vergessen die Terrassentür wieder zuzumachen und Rolf, dein Iguana, ist in den Garten ausgebüxt und du musstest ihn suchen und er hatte sich ausgerechnet bei der ängstlichen Nachbarin von nebenan im Baumhaus verschanzt und dann kam die Feuerwehr und, naja, dann war eigentlich auch schon Feierabend.

Wie gesagt, da gibt es viele Möglichkeiten.

Die meisten Unfälle passieren im Haushalt

Laut dem Robert-Koch-Institut passiert etwa ein Drittel der Unfälle, die jährlich in Deutschland gemeldet werden, im Haushalt. Menschen stürzen beim Putzen, verheddern sich beim Saugen mit den Beinen im Kabel und verbrennen sich beim Nudeln kochen. Statistisch gesehen ist es also gar nicht so unwahrscheinlich, dass dir heute früh beim Kaffee kochen die Kanne runtergefallen ist und du dir ein bisschen die Hand verbrüht hast und vielleicht sogar in eine oder zwei kleine Scherben getreten bist – ohne Hausschuhe, versteht sich. Nur zu schlimm darf die Verletzung nicht sein, sonst will am Ende noch jemand einen Beweis sehen. Aber "Sorry für die Verspätung, Chef, mir ist doch tatsächlich vorhin beim Butterbrot schmieren das Butterfass auf den großen Zeh gefallen. Das musste ich erst mal ordentlich kühlen – ist aber zum Glück nichts Schlimmeres passiert!" wird niemand anfechten. Wie auch?

Lass der Fantasie freien Lauf

Im Grunde lautet die Devise: Anything goes. Es darf nur nicht zu ausgelutscht und nicht zu abgedreht sein. Irgendwo zwischen den Extremen liegt der Heilige Gral der Ausreden. Ich schreibe diesen Text eigentlich auch nur, weil ich heute Morgen fünf Minuten zu spät im Team-Chat aufgetaucht bin – weil mir zehn Minuten vorher die Kaffeemaschine explodiert war. Ein bisschen. Eigentlich war nur zu viel Druck drauf und dann ist die beim Kochen mit einem Knall aufgegangen und hat ein kleines bisschen gespritzt und ich musste mich kurz beruhigen und das dann wegwischen und dann war der Spuk auch schon wieder vorbei. Auf jeden Fall zweifelte man den Wahrheitsgehalt meiner Geschichte an. Aber wie sagte es schon Jonathan Frakes von "X-Factor – Das Unfassbare" so schön: "Konnten Sie die Wahrheit von der Lüge unterscheiden? Manchmal passieren Dinge, denen die Begriffe wahr und gelogen nicht gerecht werden. Sie sind für uns Menschen einfach unvorstellbar."

So. Und jetzt müsstet ihr mich mal bitte 20 Minuten entschuldigen. Mein Kanister Desinfektionsmittel ist umgekippt und ich hab nicht genug Klopapier, um die Sauerei aufzuwischen. Und Rolf den Iguana hab ich auch schon wieder verdächtig lange nicht gesehen. 

Quelle: Robert Koch Institut

Dieser Artikel ist ursprünglich auf stern.de erschienen. 

Jule Schulte
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