Ikea: Diskriminierungs-Klage wegen Katalog ohne Frauen

Ein Ikea-Katalog ohne Frauen hat dem schwedischen Möbelunternehmen eine Klage wegen Diskriminierung von Frauen eingebracht.

Schlechte Nachrichten für Ikea: Nachdem in einem Sonderkatalog des schwedischen Möbelunternehmens für streng-religiöse Juden bewusst auf Fotos von Frauen verzichtet wurde, muss sich das Unternehmen jetzt in Israel mit einer Klage auseinandersetzen. 

Die Klage in Höhe von mehreren Millionen Euro wurde laut der Tageszeitung "Haaretz" am Jerusalemer Bezirksgericht eingereicht.

Botschaft des Männer-Katalogs: "Frauen haben keinen Wert"

In der Sammelklage einer orthodox-jüdischen Israelin sowie des reformjüdischen "Israel Religious Action Center" (IRAC), das sich gegen religiöse Diskriminierung engagiert, heißt es, der völlige Ausschluss von Frauen und Mädchen aus dem Katalog sende "eine ernste und schwierige Botschaft, dass Frauen keinen Wert haben". 

Der Ausschluss habe das Potenzial, dem sozialen Status von Frauen in der Gesellschaft, insbesondere der ultraorthodoxen, zu schaden, heißt es in der Klage. Gefordert wird eine Entschädigungszahlung von umgerechnet je 365 Euro für rund 10.000 geschädigte Frauen.

Im neuesten Katalog sind nur noch Möbel zu sehen

Der umstrittene Katalog war im Jahr 2017 für einige Zeit in mehreren Ikea-Filialen in Israel verteilt worden. Darin waren nur Abbildungen von Männern zu sehen, außerdem knüpfte der Katalog auch textlich und thematisch an die strengreligiös-jüdische Lebenswelt an.

Ikea Israel hatte dem Bericht zufolge den Sonderkatalog mit der Nachfrage aus jenem Milieu begründet, das Fotos von Frauen in der Werbung als unkeusch ablehne. 

Nach den Protesten hat Ikea den beanstandeten Katalog durch eine Version ersetzt, in der nur noch Möbel gezeigt werden. 

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IKEA
mh
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