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Gesellschaft Wie gehe ich mit Impfverweigerern um?

Mutter umarmt Tochter mit Impfpflaster
© Rido / Shutterstock
Mindestens 109 Millionen Impfdosen der Corona-Schutzimpfungen wurden in Deutschland bereits verabreicht. Die Zahl ist immens, aber es muss noch besser gehen! Wenn wir die Pandemie weiterhin zurückdrängen wollen, ist Solidarität gefragt, und es ist nur mit einer hohen Impfquote möglich, bei der jede Impfung zählt. 

Mit der Corona-Schutzimpfung können wir uns vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen oder zumindest den Verlauf deutlich mildern. Die Impfung ist Retter in der Not, denn sie holt uns Stück für Stück die Normalität zurück in den Alltag. Voraussetzung dafür ist aber eine hohe Impfquote. Laut RKI sollte diese für die 12 bis 59-Jährigen bei mindestens 85 Prozent liegen, und für Personen ab 60 Jahren ist sogar eine Impfquote von 90 Prozent notwendig. Ein Grund mehr, das Gespräch mit Impfskeptiker:innen zu suchen.

Gibt es keine Impfpflicht?

Eine Impfpflicht ist in Deutschland nicht vorgesehen. In anderen Ländern lockt man mit Prämien, hierzulande wird das Problem eher liberal angegangen. Das ist erst einmal völlig in Ordnung. Aber eine Frage stellt sich: Wie schaffen wir es, die Impfskeptiker:innen zu überzeugen?
Die Antwort lautet: durch bessere, niedrigschwelligere Aufklärung und Impfanreize. Vollständig geimpfte Personen erlangen ihre Freiheiten zurück, wohingegen ungeimpfte Personen, zumindest teilweise, vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden. Beispielsweise mit der 2G-Regel (genesen oder geimpft), die in vielen Inneneinrichtungen bereits gilt, bleibt ihnen der Eintritt verwehrt. Zudem ist die staatliche Kostenübernahme von Corona-Schnelltests seit dem 11.Oktober 2021 ausgesetzt.

Und zum Thema Aufklärung: Wir alle können zur Aufklärung beitragen, indem wir mit verunsicherten Personen in unserem Umfeld sprechen. Dabei kann es aber auch einmal schwer werden, eine gemeinsame Basis zu finden. 

Wann ist eine Diskussion zwecklos?

Mit Impfgegner:innen zu diskutieren, ist oft mühsam und teilweise aussichtslos. Viele sind davon überzeugt, dass sie einzig und allein die Wahrheit zu kennen glauben. Dabei nehmen sie die Realität verzerrt wahr und verdrängen auch gerne ein paar Fakten. Einige Impfgegner:innen gehen davon aus, dass große Pharma-Konzerne, Politiker:innen oder der Staat sich gegen die Menschheit verschwört und diese mit der Impfung gezielt krank und willenlos macht und dabei riesige Summen an Geld verdient. Das ist eine extreme Denkweise und nur wenige Menschen glauben an solche Verschwörungstheorien. Da Impfgegner:innen selten umzustimmen sind, sollten wir den Fokus auf die Impfskeptiker:innen legen.

Warum haben Menschen Angst vor der Corona-Schutzimpfung?

  • Angst vor schlimmen Nebenwirkungen
  • Angst vor Unfruchtbarkeit
  • Sorge, dass die Impfstoffe nicht gründlich genug geprüft worden sind
  • Schwangere und Stillende haben Angst dem Kind zu schaden
  • Angst vor Langzeitschäden 

Wie verhalte ich mich denn jetzt am besten?

Um zu verstehen, warum manche Menschen der Impfung kritisch gegenüberstehen, müssen wir diesen offen zuhören und ihre Bedenken zur Kenntnis nehmen. Laut zu werden hilft hier selten! Versuche, verständnisvoll auf mögliche Ängste zu reagieren und offen dein Wissen zu teilen. Dabei kannst du auch deine eigenen Erfahrungen mit der Impfung einbeziehen. Wir haben sechs gute Gründe für die Corona-Schutzimpfung aufgelistet, die auch die oben aufgelisteten Sorgen widerlegen.

6 Gründe für die COVID-19 Impfung, die die meisten Sorgen widerlegen

1. Vorbeugen ist immer besser als die Erkrankung

Denn jeder kann sich mit dem Corona-Virus infizieren und auch junge Menschen können einen schweren Verlauf erleiden oder sogar von Spätfolgen, sogenannten "Long-COVID-Symptomen" wie Atemnot oder Erschöpfungszuständen betroffen sein. Mit der Corona-Schutzimpfung kann dem vorgebeugt werden. 

2. Die Impfstoffe sind sicher, schwere Nebenwirkungen selten 

Hingegen der Bedenken einiger Menschen haben alle in Deutschland zugelassenen Impfstoffe die Prüfverfahren durchlaufen und entsprechen den EU-Sicherheitsstandards. Wie bei allen anderen Impfstoffen auch. Diesmal wurde mit Hochdruck daran gearbeitet, daher ging es um einiges schneller. Schwere Nebenwirkungen nach der Impfung treten selten auf, nur bei 0,02 Prozent. (Im Vergleich: schwere Verläufe der Krankheit treten im Durchschnitt bei 14 Prozent der Menschen auf, die an einer COVID-19-Infektion erkrankt sind.)

3. Schutz der Mitmenschen und Entlastung des Gesundheitssystems

Zum einen ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen geimpft sind, damit sich das Virus nicht mehr so schnell ausbreitet. Mit der Impfung schützen wir nicht nur uns selbst, sondern auch unsere Mitmenschen. Insbesondere die, die sich krankheitsbedingt nicht impfen lassen können. Zum anderen hat ein niedrigeres Infektionsgeschehen die Folge, dass die Wahrscheinlichkeit für Mutationen sinkt. Insgesamt wird natürlich auch das gesamte Gesundheitssystem entlastet, weil weniger Menschen schwere Verläufe erleiden.

4. Keine Auswirkungen auf Fruchtbarkeit und Schwangerschaft

Es gibt keinen Nachweis darauf, dass sich Impfstoffe negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken, weder bei Frauen noch bei Männern. Die Bedenken können demnach widerlegt werden. Auch Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, Stillenden und Frauen mit Kinderwunsch wird die Impfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen. 

5. Normalität am Arbeitsplatz, mehr Platz für Freizeit und Reisen

Nur durch die Impfung ist es möglich Schritt für Schritt zur Normalität zurückzukehren. Damit Kinder wieder unbeschwert in die Schule gehen können, Studierende nicht mehr ausschließlich Online-Vorlesungen besuchen müssen, wir uns mal wieder auf einen Kaffee mit der Arbeitskollegin treffen können und ausgelassen Omas 80. Geburtstag nachfeiern. All das wird mit zunehmender Impfquote erleichtert. Mit vollständigem Impfnachweis ist es auch deutlich einfacher zu reisen. 

6. Impfstoffe waren noch nie so leicht zugänglich

In punkto Impftermin gibt es keine Ausreden mehr, denn mittlerweile wird an ganz vielen verschiedenen Orten geimpft. Am besten informierst du dich bei deinem Hausarzt oder deiner Hausärztin. Halte auch nach lokalen Impfaktionen Ausschau.

Quellen: zusammengegencorona.de, rki.de, bundesgesundheitsministerium.de

Brigitte

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