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#neueoffenheit In Würde altern? Alke spricht über ihre Beauty-Eingriffe

#neueoffenheit: Alke von Kruszynski
Beauty-Eingriffe sind für Alke von Kruszynski auch deshalb Alltag, weil sie PR für eine Dermatologin macht.
© Jewgeni Roppel
Alke von Kruszynski, 61, kann mit dem Satz "In Würde altern" nichts anfangen. Stattdessen hilft sie der Natur lieber nach.

Das erste Mal etwas machen lassen habe ich mit Mitte 40. Ich habe damals auch als Beauty-Journalistin gearbeitet und nach einem Interview mit einer plastischen Chirurgin habe ich erzählt, dass mich die Nasolabialfalte stört. Ich bin sehr schlank und schmal und in meiner Familie ist das frühe Altern genetisch verankert. Sie hat gesagt: Muss ja nicht, können wir machen.

Warum die Möglichkeiten nicht ausschöpfen?

Ich habe danach nicht gedacht, was als nächstes dran ist. Das kam sukzessiv, immer wenn ich der Meinung war, etwas stört mich so richtig. Und ja, die Entscheidungen hatten definitiv eine Karrierekomponente.

Altersdiskriminierung trifft Frauen früher und stärker als Männer. Den Begriff "in Würde altern" finde ich deshalb total übergriffig. Das wird Frauen doch extrem schwer gemacht!

Also habe ich beschlossen: Wenn es das ist, was mir den Job so lange wie möglich erhält, trickse ich halt. Und wo fängt Tricksen denn überhaupt an? Indem ich mir die Zähne richten, die Haare färben oder die Wimpern verlängern lasse? Dass man nutzt, was da ist in Sachen Schönheit, ist vollkommen legitim und so alt wie die Menschheit. Ich habe von Anfang an offen über die Eingriffe gesprochen. Ich finde es schließlich auch bei anderen heuchlerisch, wenn sie sagen "Das ist meine gesunde Ernährung".

Ich stehe auch deshalb dazu, weil ich mich für eine durch und durch feministische Frau halte. Ich nehme mir die Freiheit zu tun, was für mich das Richtige ist, und entziehe mich diesen im Grunde genommen verlogenen und paternalistischen gesellschaftlichen Beurteilungen. Wobei ich keine Lanze breche für jeden Eingriff in jedem Alter: Ich habe weitgehend das angepasst, was vorzeitig altert. Da ist irgendwann eine natürliche Grenze erreicht.

Das letzte, was ich habe machen lassen, war vor einem guten halben Jahr die Tränenrinne unter den Augen. Durch das Auffüllen sieht man sofort ein bisschen weniger müde und erschöpft aus. Und wenn es keine Geldfrage wäre, würde ich vermutlich übermorgen einen Termin für die Kinnlinie vereinbaren, also das, was ganz Hollywood hat. Ich kenne zwei Frauen, die das haben machen lassen, und es sieht mega aus. Sie sind happy, wenn sie morgens in den Spiegel schauen. Da wäre bei mir gerade noch Luft nach oben.

Protokoll: Ante Kunstmann Brigitte

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