Das Maya-Bay-Prinzip: Dieses Foto zeigt, was im Urlaub bei uns schief läuft

Ein Mann will seine Freundin im Meer fotografieren. Doch dann sieht er etwas, das er weitaus bemerkenswerter findet. Und nun gibt sein Post auch unserer Autorin zu denken. Im Video seht ihr die lustigsten Bilder, die das "Problem" illustrieren!

Boyfriends of Instagram
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Es ist so weit: Wir müssen mal wieder ein ernstes Wörtchen über Instagram reden. Und über Whatsapp, Facebook und sonstige Smartphone-Applikationen, die uns dazu animieren, ständig uns und unser Leben für Fotos in Szene zu setzen und dabei auszublenden, was überhaupt um uns herum passiert. Okay, das klingt jetzt wie meine Mutter, aber dieses Foto wird euch sicher auch erschrecken (oder einfach nur amüsieren, wenn ihr nicht so schreckhaft seid wie ich).

Ein x-beliebiger Instagram-Boyfriend

Das Bild wurde von einem Lewy-G bei Reddit geteilt, er schreibt dazu: "Ich war gerade dabei, ein Foto von meiner Freundin im Meer zu machen, als ich feststellte: Genau das gleiche tat auch jeder andere Instagram-Boyfriend." Also entschied Lewy-G kurzerhand, die Kamera statt auf seine Freundin auf den anderen Instagram-Boyfriend zu halten. Und den anderen und den anderen und posiert da hinten nicht noch eine vierte Frau? Oder tut sie das Undenkbare und badet in dieser atemberaubenden Kulisse, ohne dass es jemand dokumentiert? 😱

Das Foto entstand an einem der Instagram-Hotspots schlechthin, genau wie dieses: 

dieses: 

und zum Beispiel dieses: 

Noch krassere Beispiele kannst du dir oben im Video ansehen.

Vielleicht kennst du die Kulisse außerdem aus dem Kino: Es handelt sich um die Bucht Maya Bay auf der thailändischen Insel Koh Phi Phi Leh alias "The Beach", also der Strand aus dem gleichnamigen Film mit Leonardo DiCaprio, der in der jüngeren Vergangenheit jährlich um die zwei Millionen Thailand-Touristen wie ein Magnet anzog. Und Maya Bay ist nicht das einzige Fotomotiv, an dem tausende Menschen ihr Leben ... äh ... ihr Smartphone ausrichten.

"Wie war der Urlaub?"

"Er bescherte mir 3.000 Likes!"

Weltweit gibt es diese Instagram-Hotspots, an denen Insta-Pilgerer teilweise sogar Schlange stehen, nur um dort ein Selfie zu schießen oder eben ihren Instagram-Boyfriend oder wen auch immer abdrücken zu lassen. Welche Erfahrungen sie mit diesem Schnappschuss verbinden? Hmm, wahrscheinlich in erster Linie so und so viele Likes und Kommentare wie 😍 und "will ich auch mal hin".

Gefühlt ist es keine zwei Wochen her, da hat sich alle Welt über das Klischee vom asiatischen Touristen amüsiert (das es zugegebenermaßen nicht umsonst gab #justsaying). Und nun leben viele Menschen selbst dieses Klischee, nur dass sie ihre Kamera nicht auf jeden Moment draufhalten, weil ihnen ihre drei Urlaubstage im Jahr so kostbar sind, sondern weil ihre Urlaubstage für sie erst kostbar werden, wenn sie dafür Likes bekommen. Wie kann es sein, dass Menschen sich und ihre Lebenszeit dafür hergeben, etwas zu tun oder einen Ort zu bereisen, weil es oder er bei anderen gut ankommt?

Erinnerungen kann man nicht inszenieren

Denn dieses Maya-Bay-Prinzip beschränkt sich ja längst nicht nur auf Urlaubsfotos und Reiseziele, nein! Fängt ein Influencer an, Fotos von dicken Fluff-Pancakes zu posten, stürmen tausende Leute die einschlägigen Pfannkuchenläden der Metropolen und bestellen sich die Dinger – und zwar oft nicht mal, um sie zu essen, sondern nur, um Bilder davon zu posten, die neben 30.000 ähnlichen Uploads unter #fluffypancakes bei Instagram landen. Und die Pancake-Reste? Die wandern dann eben in den Müll, weil sie genauso wie die Reise zum Maya Bay gar nicht gemacht wurden, um erlebt zu werden und in Erinnerung zu bleiben.

Was soll's. Wir werden vermutlich sowieso noch ein paar Jahre brauchen, um uns an den Umgang mit Likes und Instagram-Hypes zu gewöhnen. Aber was wir vielleicht aus dem aktuellen Beitrag von Lewy-G mitnehmen können: Erinnerungsfotos sind schön und gut, aber dafür sind zunächst einmal Erfahrungen und Erlebnisse nötig, an die uns die Bilder später erinnern. Um solche Erfahrungen zu machen, müssen wir das Smartphone leider gelegentlich aus der Hand legen und unserem Gefühl folgen. Sonst sind wir und unsere Leben irgendwann so austauschbar wie unsere Urlaubsfotos.  

    

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