Milchbubi goes Maniac: Der Abtreibungs-Rap des Stadtrats Julien Ferrat

Stadtrat Ferrat (25) aus Mannheim schockt im Video seines Abtreibungs-Raps mit drastischen Bildern. Und mit frauenfeindlichen Botschaften.

Julien Ferrat ist Stadtrat in Mannheim. In seiner Freizeit rappt er.

Donald Trump trompetet seine Gefühlsregungen via Twitter in die Welt, der deutsche Stadtrat Julien Ferrat (25) via Youtube. Nun hat der eine nicht viel mit dem anderen gemein, zumal in Sachen weltpolitischer Bedeutung.

Doch nicht nur beim Einsatz der Sozialen Medien im Dienste der eigenen Meinung, auch inhaltlich gibt es zumindest eine Parallele zwischen den beiden: Der 25-jährige Lehramtsstudent, der für die Familien-Partei im Mannheimer Gemeinderat sitzt, kämpft wie der US-Präsident gegen Abtreibung.

Abtreibung als Trend?

Während Trump als eine der ersten Amtshandlungen die US-Gelder für alle internationalen Organisationen einfrieren ließ, die über Schwangerschaftsabbrüche informieren, sprechsingt Ferrat unbeholfen auf Youtube gegen Abtreibungen - und zeigt drastische Bilder eines Eingriffs.

In dem Clip zu seinem Rap "Der Konflikt" sind Szenen eines Schwangerschaftsabbruchs zu sehen, auch das winzige Händchen eines abgetriebenen Föten. Auf Mannheim24.de rechtfertigt Ferrat das Zurschaustellen der entsetzlichen Bilder mit den Worten: "Ich möchte dem Trend entgegenwirken, dass Abtreibung verharmlost wird. Von vielen wird eine Schwangerschaftsunterbrechung inzwischen als Verhütung 2.0 angesehen. Um zu verdeutlichen, dass dem nicht so ist, habe ich mich entschieden, den Abtreibungsvorgang zu visualisieren" (zum unzensierten Video).

Tatsache ist: Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Und die Erfahrung zeigt, dass kaum eine Frau eine solch schwerwiegende Entscheidung auf die leichte Schulter nimmt. Manche leiden lebenslang.

Alles wird gut - im Video

Im Song "Der Konflikt" geht es um das Mädchen Eileen, das aus einer zerrütteten Familie stammt und auf der verzweifelten Suche nach Liebe ungewollt schwanger wird. Alle raten ihr zur Abtreibung.

Am Schluss dann ein Happy End wie aus der Windelwerbung: Eileen bekommt das Baby und der liebende Vater kümmert sich um Mutter und Kind. Dass eine Eileen im echten Leben vielleicht keine Ausbildung machen und so in die lebenslange Armut rutschen könnte, dass sie mit einem Kind womöglich völlig überfordert wäre, das Baby eventuell gar nicht möchte oder es vernachlässigen würde, spielt keine Rolle.

Ebenfalls unerwähnt bleibt: Es gibt Frauen, die vergewaltigt wurden, die ihr Leben durch eine Schwangerschaft riskieren würden, die kein schwerbehindertes Kind zur Welt bringen möchten, die überhaupt kein Kind zur Welt bringen möchten - und die sich das Recht auf Selbstbestimmung schwer erkämpft haben.

"Ich steck mein Ding in jedes Loch rein"

Dass ein 25-Jähriger, der seine feuchten Fantasien in aller Öffentlichkeit preisgibt, sich nicht unbedingt zum Frauenversteher eignet, zeigte jedoch schon sein Rap "Mannheimer Ghetto" , der im vergangenen Herbst für eine Provinzposse sorgte (das Video wurde auf Druck des Gemeinderats gelöscht). Darin sonderte Ferrat in frauenfeindlicher Gangsta-Rap-Manier Zeilen wie diese ab:

Ich hab ein großes Selbstbewusstsein

und steck mein Ding in jedes Loch rein

Ich bin Mannheimer Stadtrat

und bang die Bitches jede Nacht hart

Ob Ferrat "die Bitches" auch mal bei der "Pussy grabbt," wie der Kollege aus Amerika, ist nicht überliefert. Wir hoffen jedoch, dass er bei seinen nächtlichen Streifzügen 1A respektive 1.0 verhütet. Sonst gibt es bald lauter kleine Juliens in Mannheim, die keinen Papa haben. Weil der nachts um die Häuser zieht, um "Huren zu knallen", statt sich zu kümmern oder wenigstens den Unterhalt aufzutreiben.

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