"Brave Girls Want": Kampf gegen Tussi-Klischees

Das internationale Bündnis "Brave Girls Want" fordert, dass Frauen und Mädchen in den Medien klischeefrei und gleichberechtigt präsentiert werden. Für ihre Kampagne wollen sie jetzt den Times Square in New York erobern.

Alles begann auf Twitter. Die Australierin Inês Almeida, Gründerin der "Brave Girl Alliance", startete einen Aufruf mit dem Hashtag #BraveGirlsWant. Ihre Frage an die Netzgemeinde: Was wollen mutige Mädchen heute eigentlich? "Heldinnen", kam als Antwort von der Twittergemeinschaft, "ein positives Körperbild", "Bildung", "weibliche Vorbilder" und "Vielfalt".

Das bestätigte die Meinung Almeidas und ihrer Mitstreiterinnen. Denn was sie bekämpfen wollen, sind Stereotypen in Medien und Supermarktregalen, die Mädchen nicht nur dumm dastehen lassen, sondern auch ihre Kindheit sexualisieren. "Die Botschaften, die Medien, Werbung und sogar Spielzeuge täglich an Kinder senden, sind leuchtend, bunt und sehr einnehmend. Sie lenken unsere Wünsche und Bestrebungen." Und die Botschaften, die an Mädchen gesendet werden, gefallen den Aktivistinnen gar nicht. Sie haben die Nase voll von Mädchenfiguren in Filmen und Büchern, die glitzern und gut aussehen, aber keine intelligenten Ideen haben. Sie wollen keine Puppen mehr für ihre Töchter kaufen, die pinken Plüsch tragen, aber nie mit einem nützlichen Werkzeug angeboten werden. "Wir möchten, dass die Hersteller ihre Produkte überdenken und sicherstellen, dass sie Mädchen beibringen stark, intelligent und abenteuerlustig zu sein."

Kampagnen-Video der "Brave Girls Alliance"

Über Twitter konnten sie schon viele Leser und Unterstützer in aller Welt erreichen, doch um die breite Masse auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, möchten die "Mutigen Mädchen" ihre 140-Zeichen-Botschaften nun auf dem Times Square sehen. Dort sind am Tag bis zu 460.000 Fußgänger unterwegs, Hunderttausende passieren in Autos und Bussen die überdimensionalen Werbetafeln, viele Medienhäuser und Spielzeugunternehmen haben hier ihren Sitz. Genau die richtigen Zuschauer.

Ihre Botschaften an Medien und Unternehmer sollen über eine Werbetafel am Times Square laufen – doch die zu mieten ist nicht billig. Sieben Tage lang möchte die Organisation den digitalen Banner im Oktober 2013 mit Forderungen befüttern, je vier Minuten zu jeder vollen Stunde zwischen sechs Uhr morgens und zwei Uhr nachts. Das kostet rund 20.000 Dollar, dazu kommen Ausgaben für die Organisation von Flashmob-Aktionen oder Material für die Kampagne. Darum sammeln die Aktivistinnen auf einer Crowdfunding-Plattform Geld für ihre Kampagne. Wer spendet, kann seine eigene Meinung auf der Reklametafel anzeigen lassen: ein Tweet kostet 25 Dollar, drei Kurzbotschaften gibt es für 50 Dollar.

Wenn es der "Brave Girls Alliance" gelingt, New Yorks Times Square zu erobern, möchten sie weitere Städte in Angriff nehmen: London ist ein Ziel der Internetheldinnen, Toronto und sogar das weltbekannte Opernhaus in Sydney.

Text: kvs
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