Spa-Chefin Christina Haneberg: Entspannung für gestresste Mütter

Christina Haneberg eröffnete 2011 das "Mama-Spa" in Stuttgart - den ersten Wellnesstempel, der spezielle Behandlungen für (werdende) Mütter anbietet.

Christina Haneberg

Wer sie ist: Wer sich in der Modewelt auskennt, spitzt bei ihrem Namen die Ohren. Bekannt wurde Christina Haneberg als Mitbegründerin des deutschen Labels "Blutsgeschwister". Nachdem sie 2009 die Marke verließ, hatte sie schon die nächste Idee: 2011 eröffnete sie das "Mama-Spa" in Stuttgart, das erste Spa seiner Art. Hier bekommen Schwangere und Mütter eigens für sie entwickelte kosmetische Behandlungen, Massagen und Wellnessangebote.

Woher sie kommt: Eigentlich wollte Christina Haneberg, geboren 1973 in Stuttgart, immer etwas Kreatives studieren. Doch weder bei Anglistik noch bei Kunstgeschichte fühlte sie sich wohl. Darum wechselte sie das Fach und studierte Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in Stuttgart und Toronto. Bei verschiedenen Praktika sammelte sie Erfahrungen in der freien Wirtschaft. Diese konnte sie gut gebrauchen, als sie kurz nach dem Studium gemeinsam mit ihrer Freundin Karin Ziegler das Modelabel "Blutsgeschwister" gründete. Karin Ziegler war für die Entwürfe zuständig, Christina Haneberg übernahm die Geschäftsführung. Auch, wenn das Label in der Anfangszeit oft kurz vor der Insolvenz stand, gelang "Blutsgeschwister" 2004 der internationale Durchbruch. Dennoch entschloss sich Christina Haneberg 2009, das Label zu verlassen. "Ich war mit meinem ersten Kind schwanger und damit hatte für mich ein neuer Lebensabschnitt begonnen", erzählt die Stuttgarterin. Ihre Anteile von Blutsgeschwister investierte sie gleich in ihre neue Geschäftsidee: Das Mama-Spa.

Was sie bewegt: Die Idee zu ihrem Spa kam ihr, als sie im siebten Monat gemeinsam mit Freunden eine leichte Wanderung unternahm. "Danach war ich verspannt und wollte mich massieren lassen. Aber überall wurde mir gesagt, dass Massagen für Schwangere zu riskant sind, weil sie Wehen auslösen könnten." Nach einiger Recherche fand Christina Haneberg heraus, dass es zwar Massagetechniken für Schwangere gibt, dass diese aber bisher in Deutschland kaum angeboten wurden. Daraufhin gründete Christina Haneberg das "Mama-Spa". Hier bekommen Schwangere ein Wellnessprogramm, das auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Die Temperatur der Whirlpools, die angebotenen Teesorten im Wellnessbereich, die Lagerung bei der Massage oder die Biokosmetik - alles ist auf Schwangere ausgerichtet. Zudem werden Massagen angeboten, die von Ärzten und Hebammen entwickelt wurden, und Yoga-Kurse für Schwangere. Trotzdem, betont Christina Haneberg, ist das Spa nicht nur für werdende Mütter, sonder für alle Mamas gedacht. "Schließlich braucht man meist noch mehr Entspannung, wenn das Kind da ist", weiß die zweifache Mutter aus Erfahrung. Darum gibt es im Spa eine professionelle Kinderbetreuung, die im Preis inbegriffen ist.

Was sie für die Zukunft plant: Mittlerweile beschäftigt Christina Haneberg elf Mitarbeiter und konnte sich einen festen Kundenstamm aufbauen. "Die Anforderungen an uns Frauen sind sehr hoch. Wir sollen Beruf, Kinder, Haushalt, Partnerschaft und das soziale Leben unter einen Hut bringen. Dabei ist es leicht, sich selbst zu verlieren", findet Christina Haneberg. Mit ihrem Spa möchte sie Müttern helfen, bei sich selbst zu bleiben und sich als Frauen zu fühlen. Da das Konzept in Stuttgart so gut ankommt, plant Christina Haneberg gerade ihre zweite Filiale, die sie in München oder in Berlin eröffnen wird.

Über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Als Christina Haneberg ihrem Mann erklärte, dass sie plane, sich mit dem Mama-Spa selbstständig zu machen, war sie gerade mit ihrem ersten Kind schwanger. "Mein Mann hat die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen und gesagt: 'Christina, bitte nicht noch eine Baustelle!'", erzählt die Stuttgarterin. Trotzdem unterstützte er sie in ihrem Plan. Mittlerweile ist Christina Haneberg Mutter von zwei kleinen Kindern. Familie und Beruf zu vereinbaren sei aber nicht einfach. "Nur wenn man Abstriche in der Work-Life-Balance macht, geht's", erzählt Christina Haneberg. Außerdem hätten sie und ihr Mann die volle Unterstützung ihrer Familie, wofür Christina Haneberg sehr dankbar ist: "Ohne unser Großeltern-Netzwerk ginge gar nichts."

Text: Teresa Pfützner
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