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Rossmann, Kik & Co. Wieso Drogerieprodukte & Kleidung bald teurer werden

Frau läuft durch eine leere Drogerie
© eldar nurkovic / Shutterstock
Durch anhaltende Lieferengpässe aus Asien werden Produkte in Deutschland bald teurer werden. Das meinen führende Handelsketten.

Das Coronavirus will einfach nicht aufhören, unser Leben zu beeinflussen. In diesem Fall geht es aber nicht um nächtliche Ausgangsbeschränkungen oder Quarantäneauflagen – zumindest nicht unsere. Mitte Mai gab es im Süden von China einem erneuten Corona-Ausbruch im Hafen Yantian. Seitdem herrschen dort strikte Hygiene- und Quarantänemaßnahmen. Es sind weniger Arbeiter vor Ort, alles läuft langsamer. Die Folge: Bestellte Ware staut sich im Hafen von Asien. Leere Container gibt es kaum noch. Plätze auf Containerschiffen sind hart umkämpft. Transportkosten schnellen in die Höhe.

Innerhalb eines Jahres haben sich die Transportkosten für einen Standardcontainer mit 40 Fuß vervierfacht. Erst Anfang Juli stiegen die durchschnittlichen Transportkosten innerhalb nur einer Woche um fast 16 Prozent. Der Marktforscher Drewy nennt das einen Rekordanstieg. 

So beeinflusst das Deutschland

Egal ob Kleidung, FFP2-Masken, Schuhe & Co. – viele unserer Produkte in Deutschland ordern deutsche Händler wie Kik und Rossmann aus Asien. Durch die Engpässe im Frachtverkehr kommt die bestellte Ware nicht oder nicht rechtzeitig in den Lagern und somit ultimativ auch in unseren Läden an. 

„Wir haben große Schwierigkeiten, Frachtkapazitäten für unsere Bestellungen auf den Schiffen zu bekommen“, sagt Patrick Zahn, Chef des Textildiscounters Kik, dem Handelsblatt. „In der wichtigsten Zeit des Jahres fehlt uns die Ware.“ Keine Ware, kein Verkauf – und somit Verluste. Für den Kik-Chef ist klar: „Preiserhöhungen im Handel werden da nicht zu vermeiden sein. Das ist ein Angriff auf unser Geschäftsmodell.“ Auch Raoul Rossmann, Chef der gleichnamigen Drogeriekette sagt: "Es wird immer schwieriger, die Waren aus Asien pünktlich in die Läden zu bekommen."

Das Institut für Weltwirtschaft (ifW) schätzt, dass allein in diesem Jahr die beschädigten globalen Lieferketten der deutschen Volkswirtschaft rund 25 Milliarden Euro kosten.

Das Weihnachtsgeschäft ist in Gefahr

Doch nicht nur die aktuelle Ware ist durch das Corona-Container-Chaos betroffen. Die Händler planen vor und müssten eigentlich jetzt ihre Bestellung für das Weihnachtsgeschäft in Asien aufgeben. Marcus Diekmann, der Geschäftsführer des Fahrradhändlers Rose Bikes, rechne besonders für das Weihnachtsgeschäft mit einer "Mega-Preissteigerung". Auch einer der größten deutschen Onlinehändler, die Berlin Brands Group (BBG) mit einem Umsatz von 334 Millionen Euro, äußerte sich besorgt.

verwendete Quellen: Chip, Handelsblatt

Brigitte

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