Mädchen sagten vor 50 Jahren ihre Zukunft voraus – so geht es ihnen heute

Als Kinder malen wir uns doch alle unsere Zukunft aus – doch sind das nur Spinnereien oder lassen sich daraus tatsächlich Vorhersagen ableiten? Finden wir's heraus!

Spannendes Experiment: 1969 hat die "National Child Development Study" mehrere Tausend Elfjährige ihre Zukunft vorhersagen lassen. Die Kinder haben damals selbst aufgeschrieben, wie ihr Leben mit 25 aussehen wird, verwahrt wurden die Prognosen im Forschungsinstitut.

Heute, fast 50 Jahre später, durften die Teilnehmer ihre kindlichen Prognosen wieder lesen und sie mit der Wirklichkeit abgleichen – hier sind die Geschichten von drei Frauen. 

Sally Seth-Smith

Als Sally Seth-Smith elf Jahre alt war, stand ihr Berufswunsch schon fest: Krankenschwester – genau wie ihre Mutter! So schrieb sie damals in ihrer Vorhersage: "Ich sitze auf dem Gang während meiner Nachtschicht als Krankenschwester."  

Doch für die fürsorgliche Frau, die schon als Kind ihre Teddys und Puppen interessierte, hatte das Schicksal etwas anderes in petto, als das damalige Rollenbild für Mädchen vorsah... 

Sally kommt nach ihrem Vater

Sally Seth-Smith studierte Medizin und trat nicht in die Fußstapfen ihrer Mutter, sondern in die ihres Vaters – seit 30 Jahren arbeitet sie als Ärztin. 

Hinsichtlich ihrer Karriere lag Sally also gar nicht so schlecht. Und sonst? Naja: Unter anderem sagte das Mädchen voraus, dass England so neutral wie die Schweiz würde (mit dem Brexit ist es ja auf einem guten Weg), dass Russland nicht mehr in andere Länder einmarschiert und dass die Menschen nichts mehr zu essen hätten. 

Und: Vermutlich unter dem Eindruck der ersten Mondlandung im Jahr 1969 prophezeite Seth-Smith voraus, dass heute 2.000 Menschen auf dem Mond leben würden. Davon wissen wir jetzt zwar nichts, aber möglich wär's... 🤷‍♀️

Jackie Adkins 

Jackie Adkins hat sich als Elfjährige nicht besonders weit aus dem Fenster gelehnt: Ihre Prognose war nur drei Absätze lang, in einem davon schrieb sie über ihr 25-jähriges Ich: "Ich arbeite als Friseurin und suche eine Immobilie für meinen eigenen Laden."

Haare schneiden war immer Adkins Leidenschaft – doch die Britin konnte sich ihren Berufswunsch nie erfüllen. Als sie 19 war, starb ihr Vater, und so konnte sie sich die Ausbildung zur Friseurin nicht leisten. 

Ansonsten hoffte die nun 60-Jährige 1969, dass sie viele Kinobesuche mit Freundinnen erleben würde und samstags shoppen ginge – check und check!

Was sie mit elf nicht ahnte: Adkins heiratete mit 25 ihre große Liebe. Seit 35 Jahren geht sie mit ihrem Mann Paul durch Dick und Dünn. Die beiden haben drei Kinder und verbringen viel Zeit mit Reisen. Das Haare Schneiden hat Adkins trotzdem nie aufgegeben: Ihr Leben lang hat sie ihre Leidenschaft als Hobby ausgelebt und Freunde und Familie frisiert.  

Claire Davis

Obwohl sie sich nicht mehr daran erinnern kann, jemals in die Medizin gehen zu wollen, gab Claire Davis mit 11 Krankenschwester als Berufswunsch an. Darüber hinaus war sie sich sicher, viele Haustiere zu haben.

"Ich habe einen Hund und eine Katze und die beiden verstehen sich super und streiten nie. Zusätzlich habe ich einen Papagei und ein Kaninchen", schrieb sie 1969. Und: Die Wochenenden würde sie ganz bestimmt mit Reiten verbringen.

Sagen wir mal so: Die Elfjährige Claire lag leeeiicht daneben. Sie studierte Kunst, schlug dann aber eine soziale Karriere ein. Nach einigen Jahren als Sozialarbeiterin entschied sie mit Ende 30, sich erstmal um ihre Familie zu kümmern.

Später arbeitete sie als Kunstlehrerin. "Als ich schrieb, dass ich Krankenschwester werde, muss ich gehofft haben, dass ich Menschen einmal helfen würde", sagt die 60-Jährige über ihren Brief. "Meine Mutter war sehr sozial und ich glaube, das hat mich maßgeblich geprägt." Haustiere hatte Davis tatsächlich immer einige – ihre Leidenschaft für Tiere hat sie nie verloren.

So schlecht lagen die meisten Mädchen mit ihren Prognosen über ihr Leben in vielen Fällen also nicht. Was die Geschichten aber auch zeigen: Es ist völlig okay, den Lebensplan immer wieder zu ändern und anzupassen. Wichtig ist nur, sich selbst und seinen Leidenschaften immer treu zu bleiben!   

sus
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