Nach öffentlicher Fahndung: Polizei fasst Kinderschänder (24)

Es war ein ungewöhnlicher Schritt – doch er brachte Erfolg: Nachdem das BKA Fotos eines kleinen missbrauchten Mädchens veröffentlichte, meldete sich die Mutter. Der Täter ist offenbar ihr Lebensgefährte.

Blonde Haare, Ponyfrisur, trauriger Blick: Immer wieder tauchten in den vergangenen Monaten Videos desselben kleinen Mädchens in einschlägigen kinderpornographischen Foren auf. Weil die Polizei ansonsten keine Spur zum Täter hatte, entschlossen sich die Ermittler zu einem ungewöhnlichen Schritt. Sie gingen mit Fotos des Opfers an die Öffentlichkeit. Die Befürchtung: Das Kind sei womöglich noch immer andauerndem sexuellen Missbrauch ausgesetzt. Wenige Stunden später zeigte die außergewöhnliche Maßnahme Erfolg. Opfer und Täter wurden identifiziert. 

Es ist der Lebensgefährte der Mutter

Schreckliche Bestätigung – der mutmaßliche Kinderschänder stammt aus dem "persönlichen Nahbereich des kindlichen Opfers", teilt das Bundeskriminalamt (BKA) mit. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll es sich um den Lebensgefährten der Mutter des kleinen Mädchens handeln. Die Mutter selbst hatte sich mit ihrer Tochter sowie den Großeltern des Kindes auf einer Polizeistation gemeldet. Die Familie stammt nach "Bild"-Informationen aus dem Landkreis Wesermarsch bei Bremen in Niedersachsen.

Der Tatverdächtige ist laut BKA 24 Jahre alt und deutscher Staatsbürger. Er wurde festgenommen. Die Beamten durchsuchten außerdem die Wohnung des Verdächtigen und stellten Beweismittel sicher.

BKA bittet: Bilder löschen!

Generalstaatsanwaltschaft und BKA bedankten sich für die große Unterstützung bei der Öffentlichkeitsfahndung: "Dank Ihrer Hilfe konnten Opfer und Täter identifiziert werden", heißt es in einem Facebook-Post. Die Ermittler bitten darum, jetzt alle geteilten Bilder des betroffenen Kindes "aus Gründen des Opferschutzes" zu löschen.

Mindestens neun Mal soll der Verdächtige das Kind missbraucht haben, teilweise schwer. Die Taten ereigneten sich zwischen Oktober 2016 und Juli 2017. Das Opfer ist laut Polizei vier Jahre alt. "Es wurde von einem Polizeipsychologen untersucht und ist jetzt wieder in elterlicher Obhut", sagte Staatsanwalt Georg Ungefuk laut "Bild". Möglicherweise folgen weitere medizinischen Untersuchungen.

kia
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