Angela Merkel will keine EU-Frauenquote - warum nur?

Die Bundesregierung will die Frauenquote in Brüssel stoppen. Wir fragen uns: Warum hemmt gerade eine Frau wie Angela Merkel die Frauenförderung?

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Deutsche Frauen kämpfen für eine Frauenquote - denn Führungspositionen sind hierzulande immer noch Männersache. Initiativen wie ProQuote im Medienbereich und ProQuote Medizin sind ganz vorn dabei, denn es ist Zeit, dass bei Entscheidungen auch die weibliche Sicht wahrgenommen wird.

Da verwundert es sehr, dass ausgerechnet eine Frau nun die geplante EU-Frauenquote kippen will. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, hat die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel ihre Vertreter in Brüssel offiziell angewiesen, die "Ablehung des Richtlinienvorschlags" voranzutreiben. Der Vorschlag der EU-Justizkommissarin Viviane Reding sieht vor, dass mindestens 40 Prozent der Aufsichtsräte für das jeweils "unterrepräsentierte Geschlecht" vorgesehen sind. Das sind in der Regel Frauen. Und dieser Entwurf ist schon ein abgeschwächter Kompromiss.

Laut der "SZ" hat Angela Merkel vor allem Angst um nationale Interessen und sieht keine Rechtsgrundlage für die vorgeschlagene Quotenregelung. Mit ihrer Ablehnung einer EU-Frauenquote folge sie dem Vorschlag des Familienministeriums. Das Arbeitsministerium, das bislang für eine EU-Frauenquote war, soll seinen Widerstand aufgegeben haben.

Es sind also drei Frauen - Bundeskanzlerin Angela Merkel, Familienministerin Kristina Schröder und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen - die sich in dieser Sache nicht einig werden können. Und es stellt sich die Frage: Warum machen sich Frauen in Deutschland mal wieder gegenseitig das Leben schwer?

Natürlich gibt es gute Argumente gegen eine Quote - so wäre es selbstverständlich wünschenswert, wenn Frauen auch ohne Zutun des Gesetzgebers häufiger Spitzenpositionen einnehmen würden. Aber wir haben in den vergangenen Jahren gesehen, wie wenig sich ohne Quote bewegt. Die "freiwillige Selbstverpflichtung" der Dax-Vorstände - von der Familienministerin Kristina Schröder 2011 noch begeistert war - hat keine Trendwende eingeläutet. Wir sollten zusammenhalten, laut werden und die Quote als hilfreiches Mittel ansehen, damit sich in deutschen Unternehmen etwas ändert.

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Text: biaech
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