Krippe macht klug!

Gute Nachricht für berufstätige Mütter: Laut einer neuen Studie haben Krippenkinder deutlich höhere Bildungschancen.

Letzten Sonntag bei "Anne Will" waren sich Christa Müller, Hausfrau und Gattin des Extrem-Linken Oskar Lafontaine, und Michaela Freifrau Heereman, ihrerseits Diplom-Theologin, noch einig: "Kinderbetreuung verursacht Schäden". Diese Worte dürften ihnen nach der gerade veröffentlichten Bertelsmann-Studie nicht mehr so einfach über die Lippen gehen...

Die Studie beleuchtete jetzt den Einfluss, den ein Krippenbesuch von Kleinkindern bis zu drei Jahren auf die spätere Bildungsbiographie hat. Das beachtliche Ergebnis: Der Besuch einer Kinderkrippe erhöht die Wahrscheinlichkeit , dass die Kinder später ein Gymnasium besuchen. Dies gelte vor allem für Kinder aus benachteiligten Familien, etwa Kinder mit Migrationshintergrund oder geringer Bildung der Eltern. Da ein Gymnasialabschluss die Chancen auf ein höheres Lebenseinkommen nachweislich verbessert, ist es auch von volkswirtschaftlichen Nutzen, wenn möglichst viele Kleinkinder die Krippe besuchen.

Im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hatte das Schweizer Institut "BASS" die Bildungskarrieren von mehr als tausend repräsentativ ausgewählten Kindern untersucht, die zwischen 1990 und 1995 in Deutschland geboren wurden. Von den Krippenkindern schaffte später genau die Hälfte den Sprung in ein Gymnasium. Von den Nicht-Krippenkindern gelang das nur etwas mehr als einem Drittel. Noch deutlicher war der Unterschied, wenn die Eltern Migranten waren oder einen Hauptschulabschluss hatten.

Wie das Bertelsmann-Vorstandsmitglied Dr. Johannes Meier bei der Vorstellung der Studie am Montag betonte, erhöhe der gezielte Ausbau frühkindlicher Bildung die Chancengleichheit und ermögliche so auch den "bildungsfernen Schichten" mehr Teilhabe.

Der von der Bundesregierung geplante weitere Ausbau der Krippenplätze ergibt vor diesem Hintergrund auch im Hinblick auf den langfristigen volkswirtschaftlichen Nutzen einmal mehr Sinn.

Das Ergebnis der Studie dürfte den Gegnern des Beutreuungsgeldes neuen Aufwind geben. Kritiker fürchten, dass die so genannte "Herdprämie" sozial schwache Eltern motivieren könnte, ihre Kinder aus der Krippe zu nehmen, um das Betreuungsgeld zu kassieren.

Die Inhalte der Studie werden am 13. März 2008 auf dem Kongress "Kinder früher fördern: Wirksamere Bildungsinvestitionen" auf der Leipziger Buchmesse mit Politikern und Experten diskutiert.

Text: Denise Klink Foto: Frommann/laif
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