Tötung Osama bin Ladens: Darf Merkel gratulieren?

"Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten", so reagierte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Nachricht, dass ein US-Kommando Al-Qaida-Chef Osama bin Laden hingerichtet hatte. Wie sehen Sie das - darf sie sich so darüber äußern?

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Er war der meistgesuchte Mann der Welt, hat zahllose Muslime zum bewaffneten Kampf angestiftet, Tausende Menschen fielen seinem Terrornetzwerk Al-Qaida zum Opfer. Osama bin Laden war kein guter Mensch. Doch auch Verbrecher haben Menschenrechte, sie haben das Recht auf einen fairen Gerichtsprozess und dürfen nicht gezielt erschossen werden. Haben die Vereinigten Staaten mit ihrer Militäraktion also gegen das Völkerrecht verstoßen? Das sieht nicht nur Altkanzler Helmut Schmidt so. Nach der Bekanntgabe über die Hinrichtung Bin Ladens mehren sich die kritischen Stimmen. Zumal nun bekannt wurde, dass Osama bin Laden unbewaffnet war.

Angela Merkel muss sich wegen ihrer Reaktion auf die Tat ebenfalls Kritik anhören, auch aus der eigenen Partei. Sie war am Tag nach der Tötung sichtlich erfreut vor die Kameras getreten, hatte US-Präsident Obama ihren "Respekt" ausgedrückt und gesagt: "Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten." Dieser Satz stieß vielen sauer auf. Darf man sich öffentlich über die Tötung eines Menschen freuen und dazu gratulieren? Noch dazu als Kanzlerin eines demokratischen Rechtsstaats? Merkels CDU-Kollege Siegfried Kauder hätte es nicht so formuliert. "Das sind Rachegedanken, die man nicht hegen sollte. Das ist Mittelalter", kritisierte der Vorsitzende des Bundestags-Rechtsausschusses seine Chefin in einem Interview.

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miro
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