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Schwierigkeiten in der Schule Viertklässler:innen können schlecht lesen & schreiben

Schüler:innen erledigen Aufgaben im Unterricht
© Christian Schwier / Adobe Stock
In jedem Unterrichtsfach ist es wichtig, um zu lernen und zu verstehen: Lesen und Schreiben. Doch die Kompetenzen der Schüler:innen scheinen sich bundesweit zu verschlechtern.

Die Schule ist nicht immer einfach und jedes Kind hat sein eigenes Tempo und seine eigenen Kernfähigkeiten. Während manche im sprachlichen Bereich besser sind und sich gerne mit Fächern wie Deutsch, Englisch oder vielleicht Französisch beschäftigen – glänzen anderen in naturwissenschaftlichen oder künstlerischen Themengebieten vielleicht mehr.
Etwas grundlegendes haben aber die meisten Fächer gemeinsam: Das unterrichtete Thema kommt meistens mit einem Lehrbuch und Texten, mit deren Hilfe Schüler:innen lernen. Gerade in den weiterführenden Schulen wird das immer relevanter. Laut der Analyse des IQB-Bildungstrends, der alle fünf Jahre in Schulen erhoben wird, nehmen die Kernkompetenzen der Viertklässler:innen beim Lesen und Schreiben aber im Vergleich zu den Studien zuvor weiterhin ab.

Wie es in deutschen Schulen aussieht

Der Bildungstrend fokussiert sich auf die Fächer Deutsch und Mathematik in der vierten Klassenstufe und erfasst, neben der von den Schüler:innen abgegebenen Übungsaufgaben Informationen von Lehrer:innen, Schulleitungen sowie den Kindern selbst und deren Familien. Im Vergleich der Ergebnisse von 2016 zu 2021 wurde nun festgestellt, dass der Regelstandard bei den Schüler:innen in den untersuchten Fächern schlechter ausfiel. Diese Befunde zeigten sich allgemein in allen Ländern. Nur in Bremen, Hamburg und Rheinland-Pfalz blieben die Ergebnisse (unabhängig von ihrem Niveau) eingermaßen gleich. Für die Untersuchung wurden Viertklässler:innen an allgemeinbildenden Schulen einschließlich Förderschulen einbezogen. Insgesamt nahmen 26.844 Schüler:innen der vierten Jahrgangsstufe aus 1.464 Schulen teil. 

Am schlechtesten schnitten die Schüler:innen im vergangenen Jahr in Berlin, Bremen und Brandenburg ab. Sie verfehlten den Mindeststandard teilweise mit mehr als zehn Prozentpunkten in den getesteten Bereichen Lesen, Zuhören, Orthografie und Mathematik. Damit liegen sie noch unter dem Bundesdurchschnitt. Nordrhein-Westfalen verfehlte ebenfalls in allen Bereichen den Mindeststandard, allerdings weniger stark ausgeprägt. 


Am besten waren die Schüler:innen im Ländervergleich in Bayern und Sachsen. In Bayern erreichten sie durchgehend signifikant positive Abweichungen vom jeweiligen Bundesdurchschnitt. In Sachsen fielen ebenfalls fast alle Kompetenzbereiche, mit Ausnahme von Orthografie, signifikant höher aus als in Deutschland insgesamt.

Beste Schüler:innen hängen andere deutlich ab

Vergleicht man die besten Werte mit den schlechtesten, liegen die Schüler:innen in den weniger starken Bundesländern recht weit zurück. Der Kompetenzunterschied zwischen dem Land mit dem höchsten und dem mit dem niedrigsten Mittelwert entspricht ungefähr einem Schuljahr Lernzeit im Lesen und Zuhören sowie etwa zwei Dritteln eines Schuljahres in der Orthografie, so heißt es im IQB-Bildungstrend 2021. Im Fach Mathematik entspreche der Unterschied etwas mehr als drei Viertel eines Schuljahres. 

Bundesweit gesehen liegt dieser Kompetenzrückgang im Zuhören bei einem halben Schuljahr (-28 Punkte), im Lesen bei ungefähr einem drittel Schuljahr (-22 Punkte), in der Orthografie einem viertel Schuljahr (-27 Punkte) und im Fach Mathematik bei etwas mehr als einem viertel Schuljahr (-21 Punkte). Im Jahr 2021 liegt der Anteil an Schüler:innen, die den Mindeststandard in Deutschland nicht erfüllen konnten, insgesamt zwischen gut 18 Prozent (Zuhören) und etwa 30 Prozent (Orthografie). In einigen Ländern sind die Anteile sogar höher. Kinder mit Zuwanderungshintergrund oder sozial benachteiligte Kinder erzielten außerdem in allen untersuchten Kategorien schlechtere Ergebnisse als ihre Mitschüler:innen.

Schlechte Ergebnisse als Folge der Pandemie?

Der in diesem Jahr vorgestellte IQB-Bildungstrend bezieht sich auf eine Erhebung aus dem Jahr 2021. 2020 kam es pandemiebedingt bundesweit zu Schulschließungen und das Ausweichen auf Home Schooling, das sowohl Kinder als auch Eltern an ihre Grenzen brachte. Unter anderem, wegen der nicht gut ausgebauten Digitalisierung der Schulen bis dahin aber auch, weil Eltern neben der Arbeit nun ihre Kinder bei Schulaufgaben mehr unterstützen und betreuen mussten. Möglicherweise hat der schnelle Übergang vom normalen Schulbetrieb in den Corona-konformen einen Einfluss auf die jetzigen Ergebnisse gehabt. Auch der Austausch mit Gleichaltrigen für Nachfragen oder gemeinsames Lernen fand nicht in dem gleichen Ausmaß statt, wie zuvor.

Die Datenerhebung des IQB fand in den Monaten April bis August 2021 statt. Für viele Schüler:innen startete der Präsenzunterricht nur wenige Wochen vor der Erhebung.

Verwendete Quelle: IQB

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei ELTERN.

lkl

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