Ein Tag bei "Lockengelöt" – aus alt mach cool!

Wie macht man aus einem Skateboard einen Eierbecher? Oder aus Schallplatten eine Schüssel? Redakteurin Anna hat einen Tag lang für das Upcycling-Unternehmen Lockengelöt gebastelt.

Ganz ehrlich: Wenn ich ein Skateboard sehe, denke ich nicht als Erstes an einen Eierbecher. Dabei ist das total clever! Denn wo landen alte Skateboards? Klar, im Müll! Eine Tatsache, die Carsten Trill und Dennis Schnelting aus Hamburg nicht hinnehmen wollten. Vor 15 Jahren kam ihnen die Idee, etwas Besonderes aus Dingen zu gestalten, die niemand mehr braucht: alte Skateboards, Schallplatten, Ölfässer, Bücher ... "Wir lieben es, aus Dingen, die sonst übersehen werden, was Neues zu entwerfen", sagt Carsten. Das Ladenkonzept für "Lockengelöt" war geboren. 

Ich fand das Konzept so cool, dass ich mir dachte: Da mach ich doch mal einen Tag mit! Denn die Stücke, die Lockengelöt herstellt, sind nicht nur mega stylisch, sondern auch noch nachhaltig. Die perfekte Kombi also!

Dann bau doch mal einen Eierbecher!

Gesagt, getan – und so machte ich einen Tag "Praktikum" bei Lockengelöt. Meine Aufgabe: Einen Eierbecher aus einem alten Skateboard bauen. Mein erster Gedanke: Okay, wie soll das gehen? Aber dann wurde ich zur echten Handwerkerin. Ich habe geschraubt, geschliffen, gefräst – und heraus kam ein stylischer Eier ... ach was ein Frühstücks-Accessoire! Immer an meiner Seite: Jessica und Michael, die auch ein fester Bestandteil des 5-köpfigen Lockengelöt-Teams sind.

Also ich muss sagen: Ich bin stolz auf meinen Skateboard-Eierbecher. Zu wissen, dass dafür kein extra Plastik hergestellt werden musste, sondern Material verwendet wurde, das auf dem Müll gelandet wäre, macht das Ganze noch viel besser!

Wo Lockengelöt die Skateboards herbekommt? "Wir haben ein Recyclingnetzwerk von im Moment 35 Skaterläden und Hallen in Deutschland aufgebaut, dort stehen Sammelboxen von uns, in die Skater ihre alten Boards entsorgen können", sagt Carsten. "Für jedes fünfte abgegebene Skateboard pflanzen wir neben dem Upcycling noch einen Baum". Ihre Schallplatten und Bücher bekommt das Team von Lockengelöt meistens aus Privathaushalten, die Fässer stammen aus der Industrie.

Ich war total begeistert, von der Kreativität des Teams: Ihre Maschinen entwickelt Mitbegründer Dennis selbst. Mein Highlight: Der Schallplatten-Ofen, in dem die Tonträger erwärmt und zum Beispiel zu Schüsseln geformt werden. Wenn sie fertig sind bimmelt nämlich ein kleines Kinderkeyboard, das die Melodie von "Old McDonald had a Farm" spielt.

Lockengelöt-Ofen

Lampen und Haushaltsgegenstände aus Schallplatten, Schmuck und Eierbecher aus Skateboards, Couchtische aus Fässern, Garderoben aus Bücher – das ganze coole Zeug gibt’s im Lockengelöt-Shop im Hamburger Karoviertel und natürlich online zu kaufen. Meinen Eierbecher im Speziellen übrigens nicht, denn den durfte ich behalten!

Mein Fazit: Cooles Upcycling-Projekt, an dem sich viele Unternehmen ein Beispiel nehmen könnten. Ich habe gerne bei Lockengelöt "grün gemacht" – und werd ab jetzt bei Skateboards definitiv öfter mal an Eierbecher denken ...



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