VG-Wort Pixel

Manifest zum Muttertag Wusstest du, dass bereits deine Großmutter schwanger mit dir war?

Manifest zum Muttertag: Zala Pušnik
© Fotografie Lebzelt/Eva-Maria Kügerl
Raus aus den Tabus, hinein in die weibliche Kraft! Was uns Frauen über Generationen hinweg verbindet...

Wir befinden uns wieder einmal in einer Debatte, in der öffentlich darüber diskutiert wird, ob und wie die wundersamen Funktionen des weiblichen Körpers "diskret" und möglichst verborgen vonstatten gehen. Pinke Handschuhe sind es dieses Mal, die als ultimativer Lösungsvorschlag präsentiert und darüber hinaus auch honoriert wurden. So, als ob die Besonderheiten, mit denen Frauen vom männlichen Körper abweichen, ein Makel wären. Aber das ist nicht die Welt, in der wir wirklich leben.

Denn: Die gesamte menschliche Gesellschaft entsteht und wächst mit der Kraft von Frauen. Und diese Kraft der Frauen beruht unter anderem auf den wundersamen Besonderheiten ihres Körpers. Wir Frauen können Mütter sein. Mütter, die selbstbestimmt leben und in sich selbst neues Leben entstehen lassen. Wir Frauen sind beschenkt mit der Urkraft des Lebens, die allen Menschen innewohnt und deren Ursprung der Ursprung der Menschheit selbst ist.

Mein Körper gehört nur mir!

Wir Frauen sind stolz auf unsere Körper und lieben sie. Der Zyklus, der in uns pulsiert, erinnert uns immer wieder von Neuem an unser unerschöpfliches Potential des Lebens. Unsere Yoni und die Kraft in unserem Schoß ist das Tor zur Unendlichkeit, in ihr manifestiert sich unsere einzigartige Frauenkraft. Das ist eine Kraft, für die wir uns nicht schämen sollten. In der Welt, in der wir leben, sind unsere Körper wunderschöne, einzigartige Instrumente. Sie repräsentieren Stärke, Mut zur Individualität und das Versprechen von Liebe. Diese Gaben werden von einer Generation zur nächsten weitergegeben, speziell von einer Frau zur nächsten. Nicht nur im übertragenen Sinn, sondern in unsere DNA!

Die Kraft von Generationen

Wusstest du, dass bereits deine Großmutter schwanger mit dir war? Als deine Mutter in den Eierstöcken deiner Großmutter heranwuchs, wurden in ihr bereits die Ei-Anlagen für dich kreiert. Ist das nicht unglaublich?! Durch Erkenntnisse der Zellforschung wissen wir heute, dass nicht nur die DNA sondern auch die Erfahrungen und emotionalen Erlebnisse unserer Ahninnen in uns weiterschwingen. Mitochondriale Körperzellen speichern Erinnerungen, die über viele Generationen zurückreichen bzw. weitervererbt werden. 

Mama gestern, heute und morgen

Es ist an der Zeit, innezuhalten und in unsere Kraft zu kommen. Tief in unserer DNA sind wir mit unseren mütterlichen Ahninnen verbunden, mit ihren Traumata, ihren Schmerzen und ihren Leiden, aber auch mit ihren Stärken, ihrem Mut, ihrem Einfallsreichtum und ihrer Weisheit. Du bist deine Mutter, deine Großmutter, deine Urgroßmutter, ... Alles was die Frauen vor dir erlebt haben, alle Glaubenssätze, denen sie folgten, jegliche Form der Unterdrückung, die sie erlebten, trägst auch du in dir. Du hast jetzt die Macht, alte Muster zu durchbrechen. Wenn du jetzt Frieden mit dir und deiner Weiblichkeit schließt, schließt du den Frieden auch mit deinen Ahninnen. Schau also nicht weg, wenn es um künstlich hervorgerufene Scham, rosarote Handschuhe oder heimliche Menstruation geht, sondern ehre die Schätze deiner Weiblichkeit und deiner Sexualität.

Der Muttertag erinnert uns daran, unsere eigene Mutter zu ehren und alle mütterlichen Ahninnen. Wenn du deine Mutter ehrst, dann ehrst du zugleich auch dich, deine (künftige) Tochter und deine (künftige) Enkelin. Ist das nicht wundervoll? Viva la Vulva! Viva la Mamma!

About

Mag. Zala Pušnik (47) ist Hebamme und Lehrende an der FH für Hebammenwissenschaften in Kärnten, Feministin, Yogini, Partnerin von Oliver, Mutter von vier Söhnen und Tochter von Draga. Zu Beginn des Jahres 2021 hat sie den Instagram Account @demwunderraumgeben ins Leben gerufen, in dem sie Frauen - und auch Männer – an ihre individuellen Stärken erinnert und sie mit anregenden Gedanken in ihre Kraft holt, um sie an die nötige Dosis Selbstliebe zu erinnern. Als Reaktion darauf erlebt sie wahre Begeisterungsstürme.

Manifest zum Muttertag: Grafik
© Dem Wunder Raum geben

Das zentrale Element dieser Initiative sind die weiblichen Genitalien, dargestellt als Yoni. Sie symbolisieren die schöpferische Urkraft des Universums. Denn: Ohne Frauenkraft kein Leben! Jüngste Idee, die sie derzeit umsetzt, ist eine eigene kleine Modelinie: nachhaltig produzierte Pullis und Tshirts mit Bildern der Yoni und Sprüchen wie "I love Yonis“ oder "Let’s talk about the stork“. Online ist Zala Pušnik unter www.zala-hebamme.at zu finden.


Mehr zum Thema