Brandenburg will Masernimpfung für Kitakinder verpflichtend machen

Impfpflicht für Kitakinder: Wer in Brandenburg sein Kind in eine Kita oder zu einer anderen Betreuung geben möchte, muss künftig eine Masernimpfung vorweisen.

Brandenburg greift durch: In diesem Bundesland sollen Eltern ihre Kinder in Zukunft gegen Masern impfen lassen müssen, berichtet unter anderem die "Tagesschau". Diese regionale Sonderregelung soll gelten, bis bundesweit verpflichtende Regelungen existieren.

Die Impfpflicht ist allerdings nicht ab sofort gültig. Wie der "Spiegel" berichtet, hat der Landtag in Brandenburg hat am Donnerstag (11. April) einem entsprechenden Antrag von SPD, Linken und CDU mit großer Mehrheit zugestimmt. Jetzt muss der Landtag Regelungen schaffen, um den Beschluss umzusetzen.

In dem Antragsschreiben heißt es unter anderem: "Die Masern zählen nach wie vor zu den gefährlichsten Kinderkrankheiten". Impfungen seien eine äußerst wirksame Präventionsmaßnahme. Dennoch komme es immer wieder zu Erkrankungen. "Zahlreiche Ausweitungen der freiwilligen Impfberatung haben damit offenbar das Ziel, diese Krankheit zu besiegen, verfehlt."

So gefährlich können die Masern sein

Dem Antrag zufolge haben mehr als 70.000 Kleinkinder in Deutschland keinen Masernschutz. Vielen jungen Erwachsenen fehle auch die notwendige Zweitimpfung gegen die hoch ansteckenden Masern. Eine Erkrankung mit Masern kann zu einer Entzündung des Gehirns mit bleibenden Schäden und sogar zu Todesfällen führen.

Dem Robert Koch-Institut zufolge sind dieses Jahr bereits 263 Menschen an den Masern erkrankt, die aktuellen Zahlen reichen bis zum 24. März. Eigentlich sollte die Infektionskrankheit in Europa bis 2015 ausgerottet sein. Die WHO (World Health Organisation) warnt: Wer sich und seine Kinder nicht impfen lässt, bringt damit diejenigen in Gefahr, die sich nicht impfen lassen können. Dazu zählen zum Beispiel Kinder, die selbst zu jung sind, um geimpft zu werden. So breiten sich die Masern immer wieder aus.

Eltern, die sich der Impfpflicht für ihre Kinder nicht unterwerfen wollen, so heißt es in dem Antrag, "haben die Möglichkeit, ihre Kinder in eigener Verantwortung zu betreuen. Dadurch würde der wirksame Schutz der gesamten Bevölkerung vor Infektionskrankheiten gestärkt, ohne die Gegner einer Schutzimpfung zum Impfen zu zwingen."

Ob eine Impfpflicht auch für weitere Infektionskrankheiten verpflichtend werden soll, will Brandenburg nun in einem weiteren Schritt prüfen. Außerdem soll das Bundesland über den Bundesrat eine Initiative einbringen, um eine bundesweite Impfpflicht voranzutreiben. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey signalisierte bereits Zustimmung für eine Impfpflicht für Kita-Kinder: "Dies ist keine leichtfertige Entscheidung, sondern das Ergebnis einer sorgfältigen Abwägung", sagte die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Es gehe darum, Kinder vor einer lebensgefährlichen Krankheit zu schützen.

Nach dem Vorstoß von Brandenburg prüfen bereits weitere Bundesländer die Einführung einer Masern-Impfpflicht, darunter beispielsweise Nordrhein-Westfalen. 

Warum so viele Menschen skeptisch gegenüber Impfungen sind und was an den Gerüchten dran ist, erläutern wir unter anderem in diesem Artikel: WHO: Impfgegner zählen zu den größten Gesundheitsgefahren!

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mh
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