Michelle Obama über ihre Ehe, Fehlgeburten und Kinderwunsch

Michelle Obama spricht im BRIGITTE-Interview offen über ihre Startschwierigkeiten in der Ehe, ihre Fehlgeburt und ihre Kinderwunschbehandlungen.

Michelle & Barack: Eine Liebe fürs Leben

Michelle Obama traf ihren späteren Ehemann Barack 1989, gleich nach der Uni in ihrem ersten Anwalts-Job. Er war Hospitant ihrer Abteilung; zum ersten Kuss kam es auf der Bordsteinkante vor einem Baskin-Robbins-Eisladen. Sie heirateten 1992, die Töchter Malia und Sasha kamen 1998 und 2001 auf die Welt.

BRIGITTE-Chefreporterin Meike Dinklage traf Michelle Obama zum Interview in New York und befragte die ehemalige First Lady auch zu ihrem Familienleben.

BRIGITTE: Sie beschreiben, wie Sie in den ersten Jahren Ihrer Ehe das Essen warm und die Kinder wach hielten, bis Ihr Mann spät abends nach Hause kam. Und wie Sie erst lernen mussten, von Ihrem Mann unabhängig zu werden. Überraschend, dass Sie  das – trotz eigener Karriere – erst für sich verstehen mussten.

Michelle Obama: Das stimmt.

Aber Sie mussten es.

Ja, auf jeden Fall. Egal, wie stark man ist – die gesellschaftlichen Normen formen uns. Sie formten mich. Ich habe mit diesen Normen gerungen.

Weil Ihre Mutter einen ganz anderen Weg gegangen ist?

Meine Mutter war eine traditionelle Hausfrau und Mutter. Sie war zufrieden damit. Doch es gab Zeiten, in denen sogar sie Zweifel hatte. Sie hat mir einmal offenbart, dass sie mit dem Gedanken gespielt hat, meinen Dad zu verlassen. Als mein Bruder diese Passage las, sagte er mir: „Das wusste ich gar nicht!“ Und ich antwortete: „Ja, weil wir Frauen über solche Sachen sprechen.“ Ich glaube, meine Mutter wollte, dass ich verstehe, dass es Teil einer Ehe und des Frauseins ist, stets alles zu hinterfragen. Auf jeden Fall war es für mich so, ich wusste nicht, wie ich mich fühlen würde. Ich habe noch nicht einmal gewusst, dass ich nicht wissen würde, wie ich mich fühlen könnte. Du bist eine junge, arbeitende Frau auf deinem Weg. Aber du weißt nicht, wie sich die Ehe anfühlt. Und bis du Kinder hast, weißt du nicht, wie diese Kinder dein Herz in Besitz nehmen und deine Entscheidungen beeinflussen.

In Ihrem Buch sprechen Sie sehr offen über Ihre Fehlgeburt und Ihre Hormonbehandlungen, die Sie machten, um schwanger zu werden – wollten Sie damit ein Tabu brechen?

Ja, ganz sicher. Erst, als ich damals selbst davon gesprochen habe, erfuhr ich, dass es anderen Frauen ähnlich geht. Aber niemand hat sich geoutet. Ich dachte: Wow, wenn es so vielen so geht, warum fühlt es sich so einsam an? Eine Frau, die das durchmacht, fühlt sich allein, wie eine Versagerin, ist unsicher. Diese Erfahrung isoliert dich. Daran müssen wir Frauen arbeiten – wir müssen all unsere Geschichten mit der nächsten Generation teilen, die guten, die schlechten.

Haben Sie dabei auch an Ihre beiden Töchter gedacht?

Ich möchte, dass sie verstehen, wie Schwangerschaft wirklich funktioniert. Wie schwierig es sein kann, dass die biologische Uhr existiert. Information ist Macht, ist für Frauen in allen Kulturen auf dieser Erde die wichtigste Sache, die wir unseren Kindern weitergeben können. Das Wissen über ihre Menstruation, ihre Körper, wie es ist zu gebären, die Menopause. Frauen sprechen nicht darüber. Wie können wir also erwarten, dass diese Tabus gebrochen werden? Wir lernen als Frauen zu verstecken, wer wir sind. Das ist der Kern meines Buches: Finde deine Wahrheit. Und ich möchte mit dieser Botschaft ein Vorbild sein.

VIDEOTIPP: 5 Highlights aus dem BRIGITTE-Interview mit Michelle Obama

Michelle Obama: 5 Highlights aus dem BRIGITTE-Interview

TIPP: Das sehr persönliche Gespräch mit Michelle Obama über ihre Ehekrisen, Muttergefühle und ihren Einsatz für Frauenrechte weltweit lest ihr in der BRIGITTE 25/18, ab 21. November 2018 am Kiosk.

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