Vagina-Box: Fummeln für Frauenrechte?

Die Performance-Künstlerin Milo Moiré möchte Menschen zeigen, wie einvernehmlicher Sex geht - indem sie ihnen erlaubt, ihre Vagina zu berühren.

Mit ihrer provokanten Performance „Mirror Box“ will die Künstlerin Milo Moiré eine gesellschaftliche Reflexion über Sexualität anstoßen. Auf ihrer Website formuliert sie ihre Frage so: „Was passiert, wenn eine Frau ihre Sexualität öffentlich zur Schau stellt, die Initiative ergreift und dabei klare Regeln für den intimen Austausch vorgibt?“

Die Regel: "Du hast 30 Sekunden – und du musst mir in die Augen schauen"

Milo Moiré trägt bei ihren Auftritten wahlweise einen trapezförmigen Rock mit einer verspiegelten Oberfläche oder eine verspiegelte Busen-Box. In beiden befindet sich eine Öffnung, durch die Passanten ihre Brüste oder Vagina berühren dürfen.

Per Megaphon lädt sie Menschen auf der Straße dazu ein: „Ich stehe hier für die Rechte der Frau und die sexuelle Selbstbestimmung“, sagt sie den Leuten. „Frauen haben die gleiche Sexualität wie Männer, aber wir entscheiden, wann wir berührt werden und wann nicht. Heute haben Sie die Chance, für 30 Sekunden in die Box zu fassen, fühlen Sie sich frei.” Ihre Regel: „Du hast 30 Sekunden – und musst mir in die Augen schauen.“

Inspiriert wurde die Performance von der Kölner Silvesternacht

Die Künstlerin lebt in Düsseldorf, inspiriert wurde ihre Performance nach eigenen Angaben von der Kölner Silvesternacht. „Nach den sexuellen Übergriffen an Hunderten von Frauen während der Kölner Silvesternacht ist es wichtig, Bilder zu verinnerlichen, die Frauen nicht als Opfer zeigen, sondern als ebenbürtige sexuelle Partner“, schreibt sie auf ihrer Website. Mit ihrer Aktion will Moiré Frauen eine sexuelle Stimme geben.

Die gebürtige Schweizerin trat bereits in Düsseldorf, Amsterdam und London auf, erwachsene Männer und Frauen jeden Alters nahmen ihr Angebot an. Auf dem Trafalgar Square wurde sie allerdings wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verhaftet, kam jedoch 24 Stunden später wieder frei.

Die Performance soll auch eine Hommage an die österreichische Künstlerin Valie Export sein. Sie kämpfte in den 60er Jahren für Frauenrechte, indem sie mitten in Wien Menschen dazu einlud, ihre Brüste anzufassen, die durch eine Styropor-Box bedeckt waren.

Ob Moiré mit ihrer Performance wirklich die Rechte der Frauen stärken oder vielmehr ihr Bedürfnis nach medialer Aufmerksamkeit befriedigen will? Die Antwort auf diese Frage kennt nur sie selbst.

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