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Missbrauchsfall Vier Jahre Haft: Lehrerin aus Sydney hatte Sex mit 14-Jährigem

Missbrauchsfall: Junge am Handy
Die Familie des 14-Jährigen bemerkte, dass er zweideutige SMS von seiner Lehrerin erhielt. (Symbolbild)
© Hrytsiv Oleksandr / Shutterstock
Sie missbrauchte sein Vertrauen und nötigte ihn zu sexuellen Handlungen, die er kaum verstand – eine 23-jährige Lehrerin aus Sydney muss nun für ihre Taten büßen.

Monica Young war Lehrerin, verlobt und zur Tatzeit 23 Jahre alt. Eine sympathisch und gepflegt wirkende Frau – glatte, etwas über schulterlange Haare, dunkelblond, ein rundliches Puppengesicht, ein sanftes Lächeln. Auf den ersten Blick jemand, dem man gern seine Kinder anvertrauen würde. Schaut man jedoch hinter die Fassade, tut sich ein Abgrund auf. Die Frau aus dem australischen Sydney wurde gerade zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt – weil sie einen Teenager zum Sex nötigte.

Innerhalb eines Monats soll es drei Mal Geschlechtsverkehr und mehrere sexuelle Übergriffe zwischen Lehrerin und Schüler gegeben haben, zudem schickte Young dem Jungen unangemessene Fotos und Videos ihres nackten Körpers, zusammen mit obszönen Nachrichten. Durch eine solche SMS wurde schließlich auch die Familie des Opfers auf das Verhalten der 23-Jährigen aufmerksam und kam ihr auf die Spur.

Eine SMS gab den entscheidenden Hinweis

Nachdem die Eltern des 14-Jährigen sahen, wie auf dessen Smartphone eine SMS der Lehrerin aufploppte, mit dem Inhalt "Ich warte auf dich!", behielten sie den Teenager genau im Auge. Der Familie war während der vergangenen Wochen aufgefallen, dass er sich verändert hatte, nicht mehr lachte und weniger sprach, berichtet das australische Nachrichtenportal "News.com.au". Aber er hatte nicht sagen wollen, was ihn belastete. Seine Tante beobachtete ihn schließlich dabei, wie er zu Monica Young ins Auto stieg. Sie folgte dem Fahrzeug und sah, was die Lehrerin mit dem Jungen tat. Sofort verständigte sie die Eltern, die zur Polizei gingen.

Vor Gericht kamen schlimme Details ans Licht. Young hatte den Jungen offenbar lange "gegroomt", also daran gearbeitet, eine Vertrauensbasis herzustellen. Das Opfer fand sie vor den Taten tatsächlich "cool", so Zeugen, und hatte das Gefühl, sie sei jemand, "der sich wirklich für mich interessiert". Doch diese positive Lehrerin-Schüler-Beziehung kippte dramatisch. Zuerst fügte Young den Schüler als Freund auf all ihren Social-Media-Kanälen hinzu. Dann begann sie, ihm zweideutige SMS und bei Snapchat sexuell explizite Fotos und Videos zu schicken. Schließlich forderte sie ihn während einer Pause auf, in einem leeren Klassenraum ihre Vagina anzufassen, indem sie behauptete, "er wäre nicht mutig genug", das zu tun.

Der Junge berichtete vor Gericht von den Taten

Im Verlauf der folgenden Wochen hatte sie mindestens dreimal Sex mit ihm in ihrem Auto. Der Teenager beschrieb die Vorgänge vor Gericht in allen furchtbaren Details, auch, wie die 23-Jährige ihm Anweisungen geben und "helfen" musste, weil er überhaupt nicht verstand, was vor sich ging. Die Angeklagte gestand schließlich und brach vor Gericht in Tränen aus. Sie wurde zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, frühestens nach zweieinhalb Jahren hat sie die Chance auf Bewährung. "Sie hat ihre Taten begangen, obwohl sie seine Lehrerin war und wissen musste, dass er sexuell unreif war. Sie hat das Vertrauen, das Eltern Lehrern entgegenbringen, mehrfach auf schlimmste Art gebrochen", so der Richter. "Die Angeklagte hat die Verletzlichkeit des Opfers als Kind und als Schüler ausgenutzt."

Der 14-Jährige musste inzwischen die Schule wechseln, weil er wegen der Vorfälle von seinen Klassenkameraden gemobbt wurde. Auch innerhalb seiner Familie, speziell zwischen ihm und seinen Geschwistern, sei das Verhältnis seither belastet. "Er sagt, die Angeklagte habe seine Träume ruiniert, außerdem seine schulische Ausbildung, die Beziehung zu seiner Familie und seinen Freunden, sein Vertrauen in andere Menschen  und sein Leben", sagte der Richter. "Er kann kaum mehr lächeln."

Quelle: "News.com.au"

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf stern.de.

wt/stern

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