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Zukunftsforscher verrät Wie fahren und reisen wir in 20 Jahren?

Zukunftsforscher: Verkehr in der Glaskugel
© an bokeh / Shutterstock
Düsen wir nur noch in selbstfahrenden Wagen umher? Oder gibt es gar keine Autos mehr? Ein Forscher verrät, wie wir uns in Zukunft fortbewegen werden.  

Wenn wir an die Zukunftsforschung denken, kommen uns fliegende Autos und Ufos in den Sinn. Diese Vorstellung tragen wir bereits einige Jahre mit uns herum – real ist sie trotzdem noch nicht geworden. Aber wie sieht die Zukunft denn dann aus, wenn nicht wie in bekannten Sci-Fi-Filmen? Wie werden wir uns fortbewegen? Wie fahren und reisen wir in 20 Jahren von Ort zu Ort? Das wollten wir von einem Mobilitätsforscher wissen.

Das Zukunftsinstitut hält dafür den richtigen Ansprechpartner bereit: Stefan Carsten ist "Zukunfts- und Mobilitätsforscher mit Leib und Seele". Er hat gerade den Mobility Report 2021 herausgebracht – und wir haben einen Blick hinein in die Zukunft gewagt.

Die Ära der Elektromobilität 

Was wir dabei als erstes lernen: allzu weit muss man gar nicht schauen. Selten hat sich unser Alltag so schnell verändert, wie seit Beginn der Corona-Pandemie. Man kann live beobachten, wie sich die Mobilität verändert: Während der öffentliche Verkehr plötzlich unter der Krise leidet, wird das Auto wieder zum Schutzbunker und "sogar in den Urlaub mitgenommen", beschreibt der Forscher die expliziten Corona-Auswirkungen in seinem Report. Reisen per Wohnmobil liegen derzeit hoch im Trend. Und auch E-Autos dürften von der Krise profitieren, sagt Carsten voraus: "Freuen wir uns auf die Ära der Elektromobilität."

Es ist also ein Irrglaube, dass die nächste Generation Autos völlig ablehnen würde: Vielmehr beschreibt Carsten sie in seinem Bericht als Multimodalisten, die ihr Transportmittel schlichtweg nach Effizienz aussuchen würden: "Sie entscheiden zu jedem Zeitpunkt neu, welches Fortbewegungsmittel das für sie beste für welchen Zweck ist – und häufig genug erfüllt diese Bedürfnisse auch weiterhin das Auto."

Lieber teilen, statt kaufen

Auch gemeinsam genutzte Fahrzeuge rücken damit zukünftig noch weiter in den Vordergrund, prognostiziert Carsten: "Der Trend wird sich noch stärker weg entwickeln vom Kauf und Besitz eines Autos, hin zu Sharing, Hailing, Abonnements, Kurz- oder Langzeitmiete."

Wie wird sich diese Entwicklung bemerkbar machen? Über sogenannte "Mobilitätsstationen", wie wir sie aus Großstädten wie Hamburg und Berlin bereits kennen. Car- und Bike-Sharing soll weiter ausgebaut werden, Stationen direkt an Wohnungen und auch an Stadträndern verfügbar werden. "Monotone Schlafstädte und monofunktionale Räume werden der Vergangenheit angehören, aus Park-and-Ride- und Bike-and-Ride- Orten werden multifunktionale und lebendige Mobilitätsräume", fasst der Forscher in seinem Bericht zusammen.

Wenn uns selbstfahrende Autos zur Arbeit fahren

Ein bisschen spacig wird es in dem Bericht dann aber doch noch: Carsten weist nämlich auf sogenannte "Autonomous Cities" hin. Zukünftig könnten wir uns also einfach in selbstfahrende Autos setzen, uns zurücklehnen und zur Arbeit kutschieren lassen. Klingt nicht schlecht, oder? Das sei nicht nur sicherer, sondern auch vor allem für Pendler komfortabler, so Carsten. Solche selbstfahrende Wagen müssten jedoch erst einmal in das Vekehrssystem eingebaut werden.

Wer bei der Zukunft also noch immer an Ufos und fliegende Autos denkt, wird enttäuscht. Eine kleine Entschädigung gibt es für diejenige aber doch, denn wir dürften tatsächlich ein neues Verkehrsmitglied bekommen. Und zwar kleine Lieferroboter, sogenannte Delivery Bots. Die transportieren zwar noch nicht uns, aber immerhin schon unsere Bestellungen durch die Gegend. Wir bleiben gespannt!


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