"Du überstehst das!" – so macht Monica Lewinsky heute Mobbing-Opfern Mut

Stell dir vor, die ganze Welt zerreißt sich das Maul über dich – eine Situation, die Monica Lewinsky nur zu gut kennt. In den 1990er Jahren wurde die ehemalige Praktikantin von US-Präsident Bill Clinton monatelang bloßgestellt. Heute hat sie die Affäre in großen Teilen hinter sich gelassen und gibt Opfern von Mobbing-Attacken wertvolle Tipps.

Die Geschehnisse sind mehr als 20 Jahre her – und noch heute verbindet man mit dem Namen Monica Lewinsky eine der größten Staats-Affären Amerikas. Über Monate war Lewinsky – damals Mitte 20 – öffentlichem Spott und Hohn ausgesetzt, nachdem ihre außereheliche Affäre mit Bill Clinton öffentlich wurde.

Derbste Witze auf Kosten der jungen Frau inklusive so genanntem Slut-Shaming (also Bloßstellen als angebliche "Schlampe") – Monica Lewinsky musste eine Menge über sich ergehen lassen. 1998, in einer Zeit lange vor Facebook und Co., stand sie schon mitten im Auge eines Shitstorms (auch wenn's das Wort früher noch nicht gab).

"Eine Lawine aus Schmerz und Demütigung"

Nun hat die heute 45-Jährige in einem Gespräch mit Late-Night-Moderator John Oliver ("Last Week Tonight") über das Erlebte gesprochen und heutigen Opfern öffentlicher Demütigungen wertvolle Tipps gegeben. Sie sagt: "Es war eine Lawine aus Schmerz und Demütigung – und ohne meine Familie hätte ich das nicht durchgestanden. Als 24-Jährige hast du noch nicht so viel Würde oder Selbstbewusstsein, dass du es aushalten kannst, die Pointe von so vielen Witzen zu sein."

In dem Interview mit John Oliver schildert Lewinsky, wie es ihr jahrelang schwer fiel, im Leben Fuß zu fassen, weil ihr die Staatsaffäre anhing. Letztlich führte sie sogar dazu, dass sie Jobs nicht bekam – oder aber Jobangebote aus den falschen Motiven.

Name ändern? Aus Prinzip nicht!

Dass der Skandal so eng mit ihrem Namen verknüpft war, dass er weltweit nur die "Monica-Lewinsky-Affäre" genannt wurde, habe es zusätzlich erschwert. Doch an eine neue Identität hat Lewinsky nie gedacht: "Ich habe mich aus mehreren Gründen dagegen entschieden. Zunächst einmal hätte es sicher nicht funktioniert. Aber ich habe es auch aus Prinzip nicht gemacht. Bill Clinton musste seinen Namen nicht ändern. Niemand hat ihn jemals gefragt, ob er seinen Namen ändert – warum sollte ich das dann machen?" – ein starkes Statement einer starken Frau, die unvorstellbares durchgemacht hat. 

Welchen Rat würde Monica Lewinsky 20 Jahre nach der Affäre anderen Opfern öffentlicher Demütigung geben? Die Anti-Mobbing-Aktivistin sagt heute ganz deutlich: "Zunächst einmal: Du überstehst es! Ich weiß, in diesem Moment fühlt es sich an, als würde dies dein ganzes Leben bestimmen – aber das wird es nicht. Es wird vielleicht hart, es dauert vielleicht länger als du dir je vorgestellt hättest, aber du kannst so etwas hinter dir lassen!"

Das Interview mit Monica Lewinsky könnt ihr hier nochmal nachschauen (ab 15:35 Minuten):

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