Moskitonetze gegen Malaria: Aktion mit großer Wirkung

Vor drei Jahren rief BRIGITTE ihre Leserinnen auf, für Moskitonetze zu spenden. Afrikanische Kinder sollten sich damit gegen Malaria schützen. Wie sich heute zeigt, war die Aktion ein voller Erfolg. Und sie geht noch weiter.

An Malaria sterben in Afrika mehr Kinder und Schwangere als an Aids und Tuberkulose zusammen. Dabei gibt es eine einfache und preiswerte Vorbeugung: imprägnierte Moskitonetze. Nur etwa neun Euro kosten Produktion und Transport eines Netzes. Vor drei Jahren startete die BRIGITTE mit dem Deutschen Grünen Kreuz deshalb die Spendenaktion "Das Netz, das Leben rettet". Mit so großem Erfolg, sagt die Ärztin und Projektleiterin Sigrid Ley-Köllstadt, dass sie die Aktion unbedingt fortsetzen will.

BRIGITTE.de: Wie viele Moskitonetze wurden denn bislang verteilt?

Ley-Köllstadt: Die BRIGITTE-Leserinnen und Schüler und Schülerinnen der Aktion "Kinder für Kinder gegen Malaria" haben zusammen 100.000 Euro gespendet. Davon konnten 11.000 Netze gekauft werden, die in den letzten Monaten von Mitarbeitern des äthiopischen Gesundheitsministeriums an Familien verteilt wurden.

BRIGITTE.de: Was ist das Besondere an den Netzen?

Ley-Köllstadt: Sie sind mit einem Mittel imprägniert, das für Menschen harmlos ist, aber die Mücken, die die Krankheit übertragen, fernhält. Außerdem sind die Netze so groß, dass mehrere Familienmitglieder darunter schlafen können, einzelne Kinderbetten gibt es in Afrika nämlich kaum. Die Moskitos greifen erst ab Einbruch der Dunkelheit an. Schlafen Frauen und Kinder unter dem Netz, ist also schon viel erreicht.

BRIGITTE.de: Warum ist Malaria für Kinder besonders gefährlich?

Ley-Köllstadt: An Malaria sterben jedes Jahr etwa eine Million Kinder in Afrika. Bei kleinen Kindern unter fünf Jahren, aber auch bei Schwangeren, verläuft die Krankheit besonders schwer. Viele Erwachsene verfügen dagegen über eine Teilimmunität. Sie erkranken zwar, aber nicht lebensgefährlich.

BRIGITTE.de: Wann wird es endlich wirksame Medikamente oder ein Impfung gegen Malaria geben?

Ley-Köllstadt: Die Medikamente, die Touristen einnehmen, wenn sie nach Afrika oder Asien fliegen, sind für die Leute dort unbezahlbar. Allein die Pillenration für eine zweiwöchige Urlaubsreise kostet so viel, wie ein zum Beispiel ein Einwohner des Niger pro Jahr zum Leben hat. Die Ursache der Krankheit sind Parasiten, die von Moskitos auf den Menschen übertragen werden. Im Körper macht der Erreger einen sehr komplizierten Zyklus durch. Deshalb ist es auch so schwierig, eine wirksame Impfung zu entwickeln. Die Moskitonetze sind so lange die beste Maßname.

BRIGITTE.de: Wie soll die Aktion weitergehen?

Ley-Köllstadt: Alle drei Jahre müssen die Netze ausgetauscht werden, weil sie dann nicht mehr genug schützen. Wir brauchen also laufend weiter Spenden. Die Krankheit ist keine Epidemie, die vorübergeht wie eine Grippewelle.

Wer spenden möchte: Das Deutsche Grüne Kreuz ist ein gemeinnütziger Verein zur Gesundheitsprävention und arbeitet eng mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen. Sonderkonto: Deutsches Grünes Kreuz, Commerzbank Kassel, Kontonummer 2880235, BLZ 520 400 21, Stichwort Malaria

Interview: Beate Koma Photo: istockphoto

Wer hier schreibt:

Beate Koma
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