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Was diese muslimische Mutter ihrer Tochter zur Trump-Wahl sagt, sollten wir uns zu Herzen nehmen!

Was diese muslimische Mutter ihrer Tochter zur Trump-Wahl sagt, sollten wir uns zu Herzen nehmen!
© Muna Hussaini / Facebook
Wie viele Menschen war Muna Hussaini vom Ausgang der US-Wahl entsetzt - und fand doch die richtigen Worte für ihre verunsicherte Tochter.

Es gibt viele Gründe, mit Blick auf die anstehende Präsidentschaft von Donald Trump besorgt zu sein. Insbesondere muslimische US-Bürger sind nun verunsichert, in welchem Ausmaß der künftige Präsident seine anti-islamischen Drohungen aus dem Wahlkampf wahrmachen wird.

Doch Muna Hussaini, Amerikanerin, Muslima und Mutter, will sich nicht von der Wahl verunsichern lassen. Auf Facebook erzählte sie, wie sie mit ihrer Tochter über die Wahl und ihre Folgen redet.

"Stimmt das, Mama?"

Alles begann, so Muna, mit der Frage: "Ein Kind in meiner Schule hat gesagt, ich solle für Trump sein, weil Obama und Hillary finden, dass Männer andere Männer heiraten dürfen. Stimmt das, Mama?" Hussaini zögerte kurz und antwortete dann: "Baby, was wäre, wenn uns morgen jemand sagen würde, dass wir kein Fleisch mehr essen dürfen, weil das gegen ihre religiöse Überzeugung verstößt?"

Ihre Tochter musste darüber nachdenken und sagte dann, dass das nicht fair wäre.

"Genau", sagte Hussaini. "Das ist das Schöne an der Demokratie in den USA: Niemand darf seine Religion wichtiger machen, als das, woran andere Menschen glauben. Das nennt man Trennung von Staat und Kirche. Und da kann man sich nicht das raussuchen, was man selbst besser findet. Sonst dürfte morgen jemand Mama sagen, dass sie ihr Kopftuch abnehmen muss. Wenn zwei Papas heiraten wollen, müssen wir für ihr Recht kämpfen, das zu tun."

"Ist die Schule noch sicher für mich?"

Der Tag nach der Wahl war für die Familie ein Schock, und Hussainis Tochter war tief verängstigt. Immer wieder fragte sie nach den Pässen der Familie, ob sie jetzt ausreisen müssten, und ob es für sie an der Schule noch sicher wäre.

Hussaini erklärte, dass der Präsident nicht alleine regiert, sondern Sicherheitsmechanismen in der Verfassung verhindern, dass ein Mensch seine Macht missbraucht. Vor allem sagte sie ihrer Tochter: "Wir sollten jetzt weiter positiv denken, denn unser Grundglaube als Amerikaner sagt, dass Menschen im Grunde gut sind, und wir auf unsere Gesetze vertrauen können." 

Auf Facebook gestand die Mutter, dass sie diese Worte in dem Moment selbst kaum glauben konnte. "Aber manchmal musst du an etwas glauben, auch wenn es nur darum geht zu hören, wie du es laut aussprichst. Manchmal kann das schon helfen, um weiterzumachen."

"Ich muss wissen, dass meine Familie in Sicherheit ist!"

Gegenüber dem Portal "Upworthy" äußerte Hussaini noch eine Bitte an ihre Mitbürger: "Jetzt würde es wirklich helfen zu wissen, dass wir nicht allein sind. Dass meine Familie in Sicherheit bleibt, auch wenn der Hass offen hervortritt. Ich bin amerikanische Staatsbürgerin, hier geboren und aufgewachsen, und ich fühle mich nicht sicher. Ich weiß nicht, wann meine Rechte beschränkt werden, und was ich tun soll, falls das passieren sollte. Ich möchte wissen, dass meine Religionsfreiheit erhalten bleibt. Ich möchte wissen, dass meine Meinungsfreiheit erhalten bleibt. Ich möchte wissen, dass Amerika noch mein Land ist."

Gedanken und Sorgen, die wir uns auch hierzulande zu Herzen nehmen sollten. Amerika mag weit weg sein, aber offene Feindseligkeit und Gewalt gegenüber Menschen anderer Religionen werden auch in Deutschland immer zahlreicher. Dabei wäre diese Entwicklung aufzuhalten - es müssten sich nur genügend Menschen einschalten und klarstellen, dass das nicht richtig ist!

heh

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